Seit dem 9. Oktober steht unsere Hanna in der Halle

09.10.2018, SVE

Eigentlich wollte ich heute nur den Mast legen und die dafür notwendigen vorbereitenden Mßnahme treffen. Am Ende des Tages liegt der Mast im Regal und das Schiff vor der Halle auf der Slipbahn. Bis auf den Umstand, dass der Eimer zum Sammeln des Wassers aus dem Schwertkasten beim Trockenfallen übergelaufen war, lief heute Alles gut von der Hand. Der Pockenbewuchs hielt sich diese Saison stark in Grenzen. So war es auch bei anderen Vereinskameraden. Letztes Jahr hatten wir ernormen Bewuchs, mit zahlreichen Muscheln sowie Pocken.

Nach dem gründlichen „Abkärcheren“ klariere ich noch das Schiff – morgen schieben wir unsere Hanna dann in die Halle und verholen sie auf ihren Winterlagerplatz, direkt neben der Schiene.

Neben den üblichen Schleif- und Lackierarbeiten, müssen wir uns um die Antriebswelle kümmern. Sie macht bei Fahrt schlagende Geräusche. Das Lager scheint ein wenig ausgeschlagen zu sein. Auch die Stopfbuchsringe werden wir erneuern müssen. Außerdem gibt es eine Undichtigkeit am Diesel-Einfüllstutzen, genauer gesagt an den Tüllen des Verbindungsschlauches vom Einfüllstutzen zum Tank. Hinzu kommt ein möglicherweise ausgeschlagenes Lager des Lüfterrades der Gasheizung. Bei Betrieb raubt uns ein nerviges schleifendes/klapperndes Geräusch den Schlaf. Neben weiteren, kleineren Aufgaben, komplettiert eine Undichtigkeit an der Hutze unseres Toilettenraumes unsere To Do-Liste.

Eines ist klar: Wir werden in Kürze mit den Arbeiten beginnen müssen!

Abschlusstörn 2018

05.10.2018, SVE - Stade

Wir haben heute Urlaub genommen und können daher das Hochwasser gegen Mittag nutzen, um die Krückau hinunter zur Elbe zu motoren. Es ist Anfang Oktober und es ist warm, wie im Hochsommer - Grandios!

Wohin wir heute eigentlich wollen, ist noch nicht klar. Hinter der Krückaumündung biegen wir ersteinmal links ab. Wie wir gerade erfahren haben, ist Kay von Eitzen (http://bianca27.net/Deutsch_Versionen.html) mit einem Freund auf Überführungstour, die gerade in den Stadthafen von Stade einlaufen. Somit wird uns die Entscheidung abgenommen und wir nehmen Kurs Richtung Schwinge-Mündung. Mittlerweile ist schon ablaufendes Wasser und uns drängt sich die Frage auf, ob wir noch genügend Wasser unterm Kiel haben, wenn wir in den Stadthafen von Stade einlaufen. Denn hier liegt man, wie wir später selbst erfahren werden, bei Niedrigwasser im Schlick. Leider ist die normalerweise geöffnete Eisenbahnklappbrücke geschlossen, um einen Güterzug passieren zu lassen. Auch vor der Autobrücke, die sich kurz hinter der Eisenbahnklappbrücke befindet, müssen wir ein wenig warten. Als diese dann auch endlich hochgeht, sehen wir zu, dass wir möglichst schnell in den Hafen kommen. Dieser ist gut gefüllt; ganz vorne liegen einige Traditionssegler. Dahinter haben Motorboote, von teilweise stattlicher Größe festgemacht. Und ganz hinten tummeln sich die Segelyachten – mittendrin die Helmsman 35 mit Kay und seinem Segelfreund.

Nach unserem Anleger gibt’s erst einmal einen Kaffee bei uns an Bord und wir kommen mit Kay ins Plaudern.

Der Rest des Tages vergeht wie im Fluge. Wir gehen zum Hafenmeister, der sein Büro in einer dazu umfunktionierten Schiffsbrücke sitzt - mit phantastischem Blick über den Hafen. Beim Eintreten entfährt es mir etwas vorlaut: „Moin, wir würden gerne den Hafen kaufen!“. Der Hafenmeister entgegnet zu unserer Verwunderung, dass das kein Problem sei und der Hafen zu einem günstigen Preis zu haben sei. Wir kommen etwas ins Gespräch, in dessen weiterem Verlauf ich nach Wasser, zum Auffüllen unseres Tanks frage. Der Hafen wird von den Stadtwerken Stade unterhalten, die nur kleine Mengen Wasser abgeben dürfen. Der Hafenmeister gibt uns einen Schlauchwagen und zeigt uns, wo wir diesen anschließen müssen. Unser Päckchennachbar ist uns netterweise behilflich beim Verlegen des Schlauches über sein Schiff.

Am Abend kommt Kay mit seinem Segelfreund zu uns an Bord und wir verbringen mit beiden sehr unterhaltsame Stunden bis tief in die Nacht – trotz einsetzender Kälte von um die 11 Grad.

06.10.2018, Stade – Glückstadt – Stör

Morgens ist großes Ablegen. Wir machen uns gegen Mittag auf den Weg nach Glückstadt. Dort übergeben wir unseren Kleinen in die Obhut unserer Schwägerin und unseres Schwagers. Dann verholen wir uns in die Stör und legen uns auf Sichtweite zur Peterswerft vor Anker. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, sich um Nichts kümmern zu müssen. Wir haben Zeit, in Ruhe einen gekühlten Sekt bei romantischer Abendstimmung zu genießen – traumhaft! Während wir erfüllt von der Ruhe und dem von der Abendsonne in rötliches Licht getauchten Störufer sind, richten sich unsere Blicke auf ein Segelschiff, das ca. 300 m neben uns ebenfalls vor Anker liegt. Als Besatzung machen wir ein betagteres Paar mit einem ca. 10-jährigen Kind aus. Es sind möglicherweise  Großeltern mit ihrer Enkeltochter. Wie auch immer, jedenfalls sehen wir die beiden älteren Herrschaften, ohne das Mädchen in ihr Dingi steigen, um sich auf den Weg zum Hafen von Borsfleth/Ivenfleth zu machen. Das Enkelkind bleibt alleine an Bord zurück. Soweit, so gut! Allerdings fängt das Mädchen an, an Deck des Schiffes herumzuturnen, als die Großeltern außer Sichtweite sind – natürlich OHNE Schwimmweste! Uns überkommt ein sehr unbehagliches Gefühl, welches bei Vergegenwärtigung der Fakten, wie Strömung und niedrige Temperatur der Stör, in gelinde Angstzustände mutiert. Wenn das Kind über Bord fällt, gibt es unserer Einschätzung nach kaum Überlebenschancen, zumal wir unser Schlauchboot nicht dabei haben. Mit unserem Fernglas bewaffnet, behalten wir das Geschehen im Blick. Nach ca. 20 Minuten können wir dann beobachten, dass die Großeltern wieder auf dem Rückweg sind. Als diese dann an Bord steigen, hat sich das Mädchen bereits wieder eine Schwimmweste angezogen und tut offensichtlich so, als sei Nichts gewesen! Uns wurde wieder einmal klar, wie vorsichtig man bei Kindern sein muß.

Die Nacht verspricht ruhig zu werden. Außer dem Kentern der Tide gibt es laut Windvorhersage Nichts zu besorgen. Leider kommt es anders. Nach dem wir am Abend noch lange, bei absoluter Windstille in der Plicht sitzen können, werden wir gegen 01:00 Uhr von außergewöhnlichen Schiffsbewegungen geweckt. Der Wind hat enorm zugelegt und weht entgegen der Strömung des auflaufenden Wasser der Stör. Es baut sich bei Böen bis 13 m/s aus Nordost eine beachtliche Welle auf der Stör auf. Außerdem läuft das Hochwasser deutlich höher auf. Wir haben mittlerweile 5,60 m unterm Kiel. Ist die ausgebrachte Kette lang genug? Unsere Hanna, und auch das Nachbarschiff, liegen sehr unruhig. Teilweise macht es den Eindruck, als ob das Nachbarschiff Fahrt quer zur Stör macht.  Bei „Wind gegen Strömung“ entsteht ein Wechselspiel der Kräfte, so dass die Schiffe oftmals quer zur Welle stehen – sehr unangenehm. Bis ca. 3:30 schieben wir Ankerwache. Erst dann wird es draußen ruhiger. Der Anker hat glücklicherweise gehalten.

07.10.2018, Stör – SVE

Bevor wir heute Morgen auf die Elbe fahren, motoren wir störaufwärts zur Peterswerft und schauen uns die "Peking", die kürzlich ausgedockt wurde, aus der Nähe an. Man kann erkennen, das schon viel Arbeit in den Schiffsrumpf investiert wurde. Neben der "Peking" liegt noch eine monströse und zugleich hochmoderne Motoryacht mit Englischer Flagge sowie der "Seefalke" der Küstenwache an der Pier der Werft. Offensichtlich hat sie gut zu tun!

Unsere heutige Fahrt in unseren Heimathafen ist zugleich die Letzte für dieses Jahr. Auf der Krückau fange ich schon an, die Schoten und Reffleinen abzuschlagen. Als wir im Hafen des SVE fest sind, bergen wir auch schon die Segel von Bord und montieren den Großbaum ab. In der kommenden Woche werden wir den Mast legen und unsere Hanna auf ihren Winterlagerplatz bringen.

Es war ein wunderschöner Abschluss der Saison 2018! Und wir sind dankbar für die unzähligen schönen Momente die uns dieser phantastische Sommer ermöglicht hat!

 

 



“Grüner Mann Regatta” 2018

28.09.2018, SVE - W.Y.K.

Das Titelbild zeigt das Startschiff, die "Falado", das unserem 1. Vorsitzenden Hans Barzel gehört. Von hier aus hat er die Startlinie bestens im Blick.

Links im Bild ist er zu sehen, der "Grüne Mann": Dabei handelt es sich um ein Seezeichen, das die rechte Seite der Mündung der Krückau in die Elbe kennzeichnet. Es besteht aus drei grünen Beinen, auf denen sich ein grünes Licht befindet, und somit auch im Dunkeln angelaufen werden kann. Wenn man also von der Elbe kommend in die Krückau hineinfahren möchte, ist der "Grüne Mann" auf der Steuerbordseite zu lassen. Ansonsten würde man auf den Steinwall, der bei Hochwasser überflutet und nicht zu sehen ist, auflaufen.

Die Grüne Mann Regatta hat unser 1. Vorsitzende Hans Barzel 2007 ins Leben gerufen und wird von den drei Vereinen W.Y.K., WSVK und SVE ausgetragen.

Bei der Terminplanung für dieses Ereignis sind die Gezeiten zu berücksichtigen. Um die Regatta überhaupt tagsüber austragen zu können, muss das Hochwasser an einem Samsatg, morgens, zum Hinausfahren auf die Elbe und abends zur Rückkehr in den Hafen sein. Die Skipperbesprechnung ist dann am Tag zuvor.

Am späten Freitag Nachmittag brechen wir im SVE auf und motoren zum Hafen der W.Y.K. (Wassersport und Yachthafen Vereinigung Krückaumündung). Um 19 Uhr ist Skipperbesprechnung. Morgen soll die "Bahn 1" (Normalbahn) gefahren werden, ca. 22 sm. Mit Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass morgen außer unserer Hanna, noch zwei weitere Delphine an den Start gehen: Die Baunummer 3, "Liekedeeler" (W.Y.K.) und die Baunummer 5, "Damian" (SVE).

29.09.2018, Regattatag

Gegen halb acht legen wir bei ablaufendem Wasser ab und motoren auf die Elbe. Wir legen uns dann an der Ostseite von Pagensand vor Anker, denn Start für die Dickschiffe ist erst ab 11:10 Uhr. Hier entsteht ein großes Ankerfled - es sind um die 45 Regattateilnehmer, die hier zwischenparken - schön anzusehen! Wir haben genügend Zeit, in Ruhe zu frühstücken. Dann packen wir unsere Segel aus und schauen uns nocheinmal die Route für heute an. Der Wind soll mit 4 Beaufort aus West wehen. Für Amwindkurs ok, allerdings für Raumschotkurse zu wenig, da wir nur eine Fock und keine Genua haben. Genau das macht sich später auch bei der Regatta bemerkbar. Im Vergleich zu unseren Schwesterschiffen geben wir uns der Liekedeeler verdient geschlagen. Gegenüber der Damian erarbeiten wir uns schon früh einen deutlichen Vorsprung, der allerdings zum Ende der Regatta wieder deutlich verringert wird. Insgesamt landen wir, unter Berücksichigung des jeweiligen Yardsticks,  im Mittelfeld. Abends findet die Verleihung der Preise, wie gewohnt, in der großen Halle der W.Y.K. statt. Dazu gibt es leckeres Essen. Mit viel Mühe wurden köstliche Salate vorbereitet; dazu gibt es leckeres Grillfleisch und Würstchen. Wir finden die gesamt Veranstaltung sehr gelungen und freuen uns schon auf die "Grüne Mann Regatta 2019"!

30.09.2018, W.Y.K. - SVE

Nicole ist mit Piet über Nacht an Bord geblieben, während ich, um unsere beiden Töchter zu versorgen, mit der Crew von der Damian nach Hause gefahren bin - sie haben mich nettwerweise direkt vor die Haustür gefahren. Am späten Nachmittag komme ich dann wieder in die W.Y.K. und wir legen gegen 17 Uhr, zusammen mit einigen anderen Vereinskameraden, ab mit Ziel Heimathafen. Wir wissen, es wird eine unserer letzten Touren für diese Saison sein. Es überkommt uns ein Hauch von Wehmut.

 





Segeln auf der Elbe mit Familienbesuch aus Bayern

14.09.2018, Elmshorn - Glückstadt

Wir bekommen heute Familien-Besuch aus Bayern. Die beiden gestandenen und segelbegeisterten Herren im Alter von Mitte und Ende 20, sind extra für einen gemeinsamen Segeltörn auf der Elbe angereist. Rechtzeitig sind wir mit der gesamten Mannschaft (einschließlich aller Kinder) an Bord und machen eine Art Einweisung. Diese fällt allerdings sehr kurz aus, da die Beiden Münchner schnell verstehen, worum es geht. Das Ablegen am frühen Abend läuft Dank der hilfsbereiten und geschickten Crew wie am Schnürchen.

Gegen 20:30 Uhr sind wir dann in Glückstadt fest und gehen zum Döner-Laden. Anschließend fahren wir mit der Bahn nach Hause.

15.09.2018, Glückstadt - Elmshorn

Gegen Mittag finden wir uns wieder in Glückstadt ein. Das Ablegen ist nicht ganz so einfach, da der Wind schräg von Achtern kommt und die Boxengasse sehr eng ist. Der Wind drückt das Schiff sozusagen an den Steg, an dem wir längsseits festgemacht haben. Vor uns und hinter uns liegen ebenfalls Schiffe. Wir bringen eine lange Leine, quer über die Boxengasse, zur gegenüberliegenden Seite aus. Unsere ältestes Tochter lassen wir zum Festmachen und zum säteren Losschmeißen dieser Leine zunächst an Land und nehmen sie auf der anderen Seite des Hafens wieder auf. Mit eingelegtem Rückwärtsgang und behutsamen Ziehen an der Leine kommen wir sehr gut aus unserer "Parklücke". Unsere Tochter wirft die Leine los und wir können sie einholen. Die Crew des Segelschiffes hinter uns lobt uns sogar noch für das Manöver. Sie wollen auch gleich ablegen und genauso verfahren. Solange, bis unsere älteste Tochter um den Hafen herumgelaufen ist, kreisen wir umher. Ohne festzubinden springt sie schließlich am Steg, der für die Feuerwehr und Polizei reserviert ist, über.

Wir motoren aus dem Hafen Richtung Westen, als uns ein Anruf erreicht. Ein Vereinskamerad mit seiner Familie, auch mit einem Delphin 66 unterwegs, hat Probleme mit seinem Motor. Sie sind ca. eine halbe Seemeile hinter uns und segeln nur mit der Fock. Wir drehen sofort um geleiten sie, zunächst ohne eine Leine überzunehmen in den Hafen. Trotz eingerollter Fock ist noch etwas zuviel Fahrt im Schiff, zumal der Wind genau von hinten kommt, und das Schiff noch weiter beschleunigt. Wir nehmen eine Leine über und bremsen den Havaristen soweit ab, dass er längsseits an einem der zahlreichen Schiffe festmachen kann. Die Seglerin eines Segelschiffes, an dem der Havarist gerade seine Heckleine überwerfen möchte, ruft zu uns rüber, dass sie gleich ablegen wollen und der Havarist dort nicht festmachen solle. Wir rufen zurück, dass es sich hier um einen Notfall handelt. Sie antwortet, dass sie das wüsste und dass der Havarist an dem Segelboot dahinter festmachen soll - ein unmögliches Verhalten, finden wir!

Nach dem Manöver fahren wir schließlich wieder auf die Elbe raus. Vor uns kündigt sich Regen an, der dann als Platzregen in Verbindung mit Böen bis 8 Beaufort über uns hinwegfegt. Es ist beeindruckend, wie schnell sich die Welle aufbaut. Wir sind froh, als es später wieder aufklart und die Sonne herauskommt. So können wir mit unseren Gästen einen herrlichen Segeltag, mit ausreichend Wind verbringen.

Durch eine Unachtsamkeit meinerseits kommen unsere Gäste noch einmal in den Genuss eines weiteren, nicht alltäglichen Manövers: Wir kommen bei ablaufendem Wasser einem Flach zu nahe, so dass wir Einiges an Anstrengung unternehmen müssen, um wieder frei zu kommen. Mit unserer hochmotivierten und tollkühnen Crew bringen wir unser Schiff zum Krängen. Dafür fieren wir den Großbaum im rechten Winkel, mit einem Teil der Crew darauf sitzend, aus. Durch die Neigung des Schiffes können wir den Tiefgang verringert, so dass wir mit Vollgas wieder frei kommen.

Den Rest des Tages fahren wir verschiedene Kurse: Sowohl Raumschortkurs mit Rauschefahrt als auch hoch am Wind, mit ordentlich Schräglage - alles dabei. Unseren Gästen gefällt es und sie machen einen super Job an der Pinne - Respekt!

 


Rückführung 2018

01.09.2018, Fahrdorf - Schleimünde

Es ist Samstag; unser Rückführungstörn beginnt mit einem eher zweifelhaften Vergnügen: Wir fahren mit der Bahn von Elmshorn nach Schleswig. Dass die Bahn verspätet sein wird, ist nicht die Frage, sondern wieviel? Zu unserem Erstaunen werden es am Ende nur wenige Minuten sein.

In Schleswig werden wir lieberweise von Freunden mit dem Auto abgeholt. Von Fahrdorf starten wir dann zusammen nach Schleimünde. Es wird unsere letzte Fahrt auf der Schlei für diese Saison sein - wir sind einwenig wehmütig.

Vor der Brück bei Lindaunis müssen wir warten. Da die Wasser-Temperaturanzeige immer noch 18,8°C anzeigt, steigen wir nocheimal spoantan ins Wasser - herrlich!

Schleimümde ist gut gefüllt. Wir spielen unseren Vorteil mit dem geringen Tiefgang aus und ergattern noch einen Liegeplatz am ganz inneren Steg und nahe Richtung Land - an der sogenannten " Meno-Brücke". Es wird ein stimmungsvoller Abend mit Grillen und Sonnenuntergang.

02.09.2018, Schleimünde - Kiel-Holtenau

Wir nutzen den Ostwind, der mit ca. drei Beuaufort nicht gerade einen Geschwindigkeitsrausch erwarten läßt. Wir segeln von Schleimünde bis nach Kiel-Holtenau und machen dort ganz vorne am Steg fest. Wir haben einen herrlichen Blick auf die Kieler Förde.

 

 

 

03.09.2018, Kiel-Holtenau - Borsfleth

Wir stehen kurz nach 6 Uhr auf. Von unserem Liegeplatz aus können wir die Signalmasten der Schleuse sehen. Dort leuchtet ein weißes Licht mit einem roten. Sportboote sollen sich bereit machen. Gut, dass wir gestern Abend schon das Ticket für das Passieren des Kanals am Automaten gezogen haben, der an den Steganlagen aufgebaut wurde. Wir legen eilig ab und hoffen in die Schleuse fahren zu können. Leider geht das weiße Licht wieder aus und wir warten ca. 25 Minuten bis wir in die Schleuse fahren können.

Auf dem NOK haben wir dann schließlich die Einfahrt zur Gieselauschleuse ein knappe Seemeile voraus. Wir können  ein Plattbodenschiff erkennen, das gerade dorthin abbiegt. Es sind Piets Patenonkel/-tante. Wir fahren hinterher und machen längsseits bei ihnen fest. Wir sind das erste Mal hier und es gefällt uns richtig gut. Das Wetter ist schön und eigentlich wollen wir am liebsten eine Nacht bleiben. Aber leider haben wir nur noch morgen Urlaub und müssen zusehen, dass wir weiter kommen.

Nach einem kurzen "Schnack" legen wir wieder ab und fahren weiter auf dem NOK zur Schleuse ins Brunsbüttel. So richtig Lust weiter zu fahren haben wir nicht und wir überlegen eine Nacht hier zu bleiben. Aber schließlich siegt die Vernunft und wir warten die nächste Schleusung für Sportboote ab. Der Wind auf der Elbe weht aus Ost und nimmt deutlich an Stärke zu. Wir setzen die Segel, lassen aber den Motor mitlaufen, da wir sonst die Höhe nicht schaffen. Piet hat nach gut 9 Stunden mittlerweile auch keine großartige Lust mehr. Wir wollen möglichst schnell nach Borsfleth und dort festmachen. Lobend erwähnen müssen wir das Personal des Störsperrwerks: Weder beim Rein- als auch beim Hinausfahren müssen wir warten!

Gegen halb acht sind wir dann schließlich in Borsfleth fest. Das war ein langer Tag; insbesondere auch für Piet!

04.09.2018, Borsfleth - Glückstadt - Elmshorn

Die Hochwasserzeiten sind nicht ganz optimal:  Ganz früh morgens und spät Abends. Wir entscheiden uns für das Abendhochwasser, das gegen 23 Uhr in Elmshorn eintritt. Unter normalen Umständen können wir aber zwei Stunden vor Hochwasser in Elmshorn sein. Wir verholen unser Schiff mit auflaufendem Wasser zunächst nach Glückstadt.

Zu der Dunkelheit heute Abend auf der Krückau kommt dann noch erschwerend dazu, dass wir Ostwind haben, und das Hochwasser infolge dessen deutlich geringer ausfällt, als das mittlere Hochwasser. Zudem ist auch noch Nipptide.  Bei Nipptide läuft das Hochwasser geringer auf, da durch die Stellung des Mondes zur Sonne (in diesem Fall Halbmond), die Gravitationskräfte (Anziehungskraft, die von sehr große Massen ausgeht) von Erde und Mond entgegen wirken. Einfacher gesagt: Der Mond zieht das Wasser in die eine Richtung, die Erde in die andere.

Wir laufen gut vier Stunden vor Hochwasser durch das geöffnete Krückauspeerrwerk. Wir wollen am Schlengel  (Schwimmstege, die unser Verein jedes Jahrzun Saisonsart in die des Krückausperrwerkes ausbringt) festmachen und zu Abend essen. Die Sonne scheint und es ist mild. Der Wasserstand der Krückau ist aber noch derart niedrig, dass die Schwimmstege im Schlick liegen. Wir versuchen mit Volldampf möglichst weit an die Schwimmsteg heranzukommen. Gut zwei Meter vor den Schwimmstegen bleiben wir dann aber im Schlick stecken. Wir werfen eine Leine über eine der Klampen, die auf den Stegen befestigt sind. Das klappt nicht beim ersten Mal, sondern erfordert viel Geduld - aber letztendlich mit Erfolg. Jetzt haben wir Zeit für ein Abendessen in idyllischer Umgebung. Später schwimmt unsere Hanna auf und dreht sich mit dem auflaufenden Wasser.

Gegen 20 Uhr starten wir dann den Motor und legen ab. Jetzt kommt der spannende Teil der Fahrt nach Elmshorn. Es ist immer noch nicht viel Wasser in der Krückau. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto weniger Wasser haben wir unter dem Kiel. Es wird immer dunkler und es wird schwierig den Verlauf der Krückau zu erkennen. Dies ist aber wichtig, da wir in Kurven immer außen fahren müssen, da dort die Krückau am tiefsten ist. Kurz nach 21 Uhr stecken wir dann unweit der Hafeneinfahrt zum SVE fest. Es ist mittlerweile schon dunkel. Wir bringen mit unserem Schlauchboot eine Leine zur rechten Seite der Hafeneinfahrt aus, um zu verhindern, das das Schiff gegen die linke Spundwand der Hafeneinfahrt treibt. Wir arbeiten uns dann mit dem langsam steigenden Wasserpegel Meter für Meter vor. Die Wartezeiten überbrücken wir mit Klarieren des Schiffes. Unser zweiter Vorsitzender ist zufällig noch im Hafen und macht uns Licht. Als wir es bis kurz vor unseren Liegeplatz geschafft haben, bringen wir dort eine Leine an Land aus. Nicole setzt das Schiff zurück und gibt dann Vollgas voraus, während ich von Land aus mit einer langen Leine ziehe. Nach vier Mal hin und her kommen wir endlich auf unseren Platz. Wir sind erleichtert. Was wäre gewesen, wenn das Hochwasser nicht gereicht  hätte ....




Lampion-Corso auf der Schlei

24.08.2018, Fahrdorf - Schleswiger Stadthafen

Für uns ist es das erste Mal: Bei einer Lampion-Fahrt, so wie wir es als Zuschauer schon aus Glückstadt kennen, haben wir noch nicht mitgemacht. Freunde aus dem FSV (Fahrdorfer Segler Verein) haben uns zu der Lampion-Fahrt auf der Schlei eingeladen. Ein lohnendes Spektakel, sowohl für Bootseigener als auch die Zuschauer. Der hauptsächlich aus Segelbooten bestehenden Corso bewegt sich von zwei Sammelpunkten aus zum Schleswiger Stadthafen. An der Kaimauer stehen hunderte von Zuschauern und spenden zum Teil tosenden Beifall für die mit Leuchtketten geschmückten Schiffe.

Die Herausforderung beim Dekorieren der Schiffe besteht heute darin, die Stecker-
verbindungen ausreichend vor Nässe zu schützen. Denn es ziehen immer wieder Regenschauer mit ordentlichen Windböen über uns hinweg. Nach 21 Uhr sammeln wir uns dann vor dem Hafen des FSV und Alle schalten ihre Beleuchtungen an. Schließlich wird der Corso mit einem Abstand von jeweils 3 Bootslängen gebildet. Es ist dunkel und an der Pinne ist höchste Aufmerksamkeit gefordert. Nach zwei Runden wird die Lampion-Fahrt mit einem Feuerwerk vom Wasser aus beendet.

Der FSV sorgt im Anschluss daran für ein ganz spezielles Erlebnis: Auf einem Floß wird eine Bar aufgebaut, hübsch dekoriert mit aufblasbaren Palmen und einem großen Sonnenschirm und dazu passenden Leuchtketten. Das Floß wird auf die Schlei geschleppt und dort vor Anker gelegt. Daran können dann die Freizeitkapitäne im Päckchen festmachen. An der Bar werden dann absolut leckere Cocktails zubereitet. Es sind nicht nur Vereinsmitglieder des FSV erwünscht, sondern auch Gäste sind willkommen. Eine wirklich tolle und lohnende Veranstaltung! Erst gegen Mitternacht legen wir wieder ab und verholen uns in den Hafen des FSV.

 

 

Ankern in der Schlei

18.08.2018, Fahrdorf - Ankerbucht bei Hakenhöft

Bei frischen 4 bis 5 Windstärken aus südwestlichen Richtungen verspricht es wieder einmal ein sehr angenehmer Segeltag zu werden. Von Fahrdorf aus motoren wir zunächst zum Stadthafen von Schleswig - wir wollen uns dort einmal umschauen. Der Hafen gefällt uns recht gut, zumal er unweit des Doms von Schleswig gelegen ist. Wir fahren dann aus dem Hafen und rollen die Fock aus. So segeln wir bei ca. 5 Knoten am nördlichen Ufer der Schlei entlang und bewundern die hübsche Landschaft. Unser heutiges Ziel ist ein Ankerbucht, östlich der Halbinsel Hakenhöft, am südliche (bzw. östlichen) Ufer der Schlei. Die kleine Bucht ist äußerst idyllisch gelegen und von einem breiten Schilfgürtel umgeben. Dort ist es allerdings nur knapp 2 Meter tief. Wir fahren bis an die Spitze der Bucht - vom Tiefgang her kein Problem. Wir legen uns dann aber zunächst an der Spitze der
Halbinsel vor Anker. Erst am Abend verholen wir uns in die Bucht. Der Untergrund ist mit Gras bewachsen und wir müssen den Anker sorgfältig einfahren. Das gelingt uns erst beim zweiten Versuch. Es dauert nicht lange und Bekannte  von uns kommen in die Bucht und machen längsseits fest. Bis tief in die Nacht sitzen wir in der Plicht. Wir sind außschließlich umgeben von Natur. Der Wind rauscht durch das Schilf - es ist wirklich sehr idyllisch hier.

19.08.2018, Ankerbucht bei Hakenhöft - Fahrdorf

Der Rückweg heute ist ausschließlich gegenan. Wir wollen es wissen: Wir ziehen den Anker hoch, rollen die Fock aus und setzen das Großsegel. Wir wollen kreuzen, und sehen, wie weit wir kommen. Wir haben das Schwert ausgefahren und laufen deshalb für unsere Verhältnisse recht gut Höhe. Teilweise ist es aber auch ganz schön eng. Es ist viel Verkehr heute auf der Schlei; und manchmal gibt es sehr wenig Platz zum Kreuzen. Hinzu kommt, dass der Wind hinter Anhöhen oder Waldabschnitten umgelenkt und abgeschwächt wird. Hin und wieder wird es bei Wendemanövern recht knapp, an Tonnen oder Flachs vorbeizukommen, da unser Langkieler einfach nicht so wendig ist und im Vergleich zu anderen Segelschiffen ähnlicher Größe mit 6 Tonnen recht träge reagiert. Wir nutzen gelegentlich diese Trägheit und steuern unsere Hanna beim Wenden möglichst weit, mit klappernden Segeln gegen den Wind. Diese häufigen Manöver sind eine gute Übung für uns - es macht außerdem eine Menge Spaß! Und: Die Mühe lohnt sich, wir kommen bis nach Fahrdorf, ohne den Motor zur Hilfe nehmen zu müssen.

 

 



Arnis – “Musik am Noor”

11.08.2108, Fahrdorf - Arnis

Heute steht die entscheidende Frage an: Fahren wir heute los oder bleiben wir im sicheren Hafen?! Eigentlich wollten wir nämlich mit Freunden nach Arnis, dort gibt es "Musik am Noor". Es sind aber leider (selbst für die Schlei) 8-9 Beaufort angesagt.

Am Morgen können wir dann von Bord aus beobachten, wie die beiden erfahrenen Segler ihr Schiff besteigen und zum Ablegen vorbereiten. Wir gucken etwas blöd aus der Wäsche, weil eigentlich haben wir ein mulmiges Gefühl, loszufahren. Als wir zu ihnen gehen und fragen, ob wir wirklich los wollen, kommt mit leicht irritiertem Blick die Gegenfrage: Wieso nicht? Schnell wird klar, dass die Wettervorhersage kein Hinderungsgrund darstellt. Auch die angesagten Gewitter kann man auf der Schlei gut abwettern. Wir geben uns einen Ruck, eilen zu unserer Hanna zurück und legen innerhalb von weniger als einer Viertelstunde ab - wenige Minuten nach unseren Freunden. Unterwegs hole ich das Schlauchboot, dass wir normalerweise hinterherziehen, an Deck und mache die Fock klar. Es dauert auch nicht lange und die ersten heftigen Böen fegen von achtern über uns hinweg. Nur mit Fock laufen wir teilweise über 6,5 Knoten - das macht schon wieder Spaß! Trozdem läuft vor meinem geistigen Auge ein kleiner Film ab: Hält das einzige Achterstag auch wirklich? Wie merken wir bei achterlichen Kurs, dass es eigentlich zu viel Wind ist? Ich spanne lieber die Großschot etwas nach, so dass sie in Verbindung mit der Dirk wie ein zweites Achterstag wirkt - ich werde etwas ruhiger.

Die Fahrt nach Arnis ist wirklich spannend und es entstehen durch das lebhafte Wetter, in Verbindung mit dem Wechsel von Sonne und Wolken, stimmungsvolle Motive. Wir haben außerdem sagenhaftes Glück: Sowohl rechts als auch links von uns ziehen auf Sichtweite Gewitter vorbei - unfassbar! Vor der Brücke Lindaunis bekommen wir starke Schauerböen ab. Bei den warmen Temperaturen ist das aber gut auszuhalten.

Der Hafen von Arnis ist proppevoll. Wir legen uns im Päckchen an die Dalben der Boxen, ohne Zugang zum Land - dafür haben wir unsere Schlauchboote! Wir können gerade noch unsere Kuchenbuden aufbauen, dann kommt auch schon der nächste starke Regenschauer.

Es wird ein unglaublich schöner Abend. Wir Essen gemeinsam an Bord und besuchen das Konzert in der toll dekorierten Halle der Yachtwerft M & P. Vor dem Eingang steht der Kaffeewagen aus Elmshorn, der auch regelmäßig auf dem Buttermarkt ist. Dort gönnen wir uns einen Kaffee.

12.08.2108, Arnis - Fahrdorf

Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Wir können in Ruhe frühstücken und machen uns dann am späten Vormittag auf den Rückweg. Wir motoren die ganze Zeit. An der Pinne muß man sich auf der Schlei ganz schön konzentrieren, aufgrund des teilweise schmalen Fahrwassers und des regen Gegenverkehrs.

Es war ein kurzes aber sehr, sehr schönes Wochenende! Und wir sind unseren segelerfahrenen Freunden dankbar, dass sie uns überreden konnten, loszufahren!

 


Urlaubsende in der traumhaften Schlei

01.08.2018, Marstal - Schleimünde

Es ist der Tag gekommen, an dem wir die Dänische Südsee verlassen müssen. Wir nutzen bei der Überfahrt von der Südspitze Ærøs nach Schleimünde das schöne und ruhige Wetter zum Baden. Unter Segeln und ca. 2 Knoten Fahrt binden wir zwei Fender, im Abstand von ca. 2,5 Metern, an eine lange Leine, so dass man sich hinterherziehen lassen kann - ein tolles Vergnügen, die Kinder sind begeistert.

Wir erreichen den Hafen von Schleimünde so rechtzeitig, dass wir noch einen Liegeplatz direkt am Strand bekommen. Unter unserem Kiel sind weniger als 0,5 m Wasser. Im Laufe des Tages kommen immer wieder Skipper, die sich mit ihren Schiffen mit wesentlich mehr Tiefgang als unsere Hanna an unsere Steuerborseite legen wollen. Die Meisten können wir von Ihren Anlegeversuchen abhalten, andere glauben uns nicht und sitzen erst einmal fest.

02.08.2018, Schleimünde - Arnis

Das Urlaubsende naht in großen Schritten. Auf dem Weg nach Arnis nutzen wir die ca. 20 Minuten Wartezeit vor der Klappbrücke in Kappeln für ein kurzes Bad von Bord aus. Die Temperaturen sind manchmal schwer zu ertragen. Selbst die Schlei hat gemäß unserer Anzeige über 28°C!

In Arnis finden wir dann einen traumhaften Liegeplatz am Steg der "M&P Jachtwerft Paulsen" mit Blick auf die Schlei. Bei Manövern hat man nicht sehr viel Spielraum, da es schnell flach wird.

Aufgrund der zahlreichen Ankernächte in diesem Urlaub (schöner und günstiger kann man unserer Meinung nach keinen Urlaub machen) haben wir bisher wenig Geld ausgegeben. Grund genug, heute Abend mit der ganzen Familie zum Italiener zum Essen zu gehen. Danach gehen wir noch in die "Strandhalle" an der Schlei und essen ein Eis - wenn schon denn schon!

Die Nacht wird wieder sehr warm - es fehlt der Durchzug.

03.08.2018, Arnis - Fahrdorf

Die Schlei ist wirklich wunderschön. Als wir morgen ablegen, ist die Wasseroberfläche spiegelglatt. Die Kinder schlafen noch. Da heute der letzte Urlaubstag ist, gibt es Brötchen zum Frühstück. Ein Stück hinter der Klappbrücke bei Lindaunis, kurz vor dem Gunnebyer Noor legen wir uns vor Anker und gehen Alle zusammen baden. Danach gibt es ein ausgedehntes Frühstück mit den leckeren Brötchen vom Bäcker in Arnis.

Die Fahrt nach Fahrdorf nutzen wir zum Packen und Klarschiffmachen. Wir nehmen nur das Notwendigste von Bord, da wir mit der Bahn nach Hause fahren. Der Vater von Freunden ist so unglaublich nett und fährt uns zum Bahnhof in Schleswig. Wir sind sehr dankbar!

Es war ein wunderschöner Urlaub mit vielen neuen Eindrücken, spannenden neuen Häfen und vielen, langen und geselligen Abenden. Wehmütig treten wir die Heimreise an.

 

 



Zurück Richtung Süden

26.08.2018, Tunø - Kerteminde

Die Nacht vor Anker in der Bucht bei Tunø war unruhig, aufgrund von Wellen, die in die Ankerbucht umgelenkt werden und seitlich auf das Schiff treffen. Somit kam unsere Hanna über Nacht ordentlich ins Schaukeln.

Recht früh am Morgen brechen wir auf und nehmen Kurs Richtung Süden. Der Ostwind dreht etwas auf und erzeugt südlich von Samsø für ordentlich Welle. Ein größeres Exemplar davon steigt sogar hinten in die Plicht ein.

In Kerteminde machen wir am ganz nördlichen Steg (beim Strand) fest - eine Entscheidung, die wir später noch bereuen. Der benachbarte Strand ist brechend voll. Zeitweise ist es schon fast ein Problem, hier eine Stelle im Wasser für Piet zum baden zu finden. Abends wird der Strand leerer, aber leider wird der Steg als Flanier- und Partymeile genutzt, so dass wir auch nachts sehr unruhig schlafen. Um ehrlich zu sein, hatten wir uns schon gewundert, das hier viele freie Boxen waren.

27.08.2018, Kerteminde - Lohals

Unser nächstes Ziel ist Lohals. Unter Segeln suchen wir uns einen Ankerplatz, neben der Hafeneinfahrt. Es ist wieder sehr warm heute und leider ist auch Baden ein Problem, weil das Wasser voll mit Feuerquallen ist. Abends, als die Kraft der Sonne etwas nachlässt, wird es angenehmer. Wir bekommen noch drei Nachbarlieger vor Anker.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch eine Weile in der Plicht. Gegen 21 Uhr melden wir uns spontan bei Bekannten, die im Hafen von Lohals festgemacht haben. Wir laden sie auf ein Bier zu uns an Bord ein und bieten ihnen an, sie mit unserem Schlauchboot abzuholen. Die Beiden kennen die spartanischen Abmessungen unseres Schlauchbootes. Um so mehr sind wir beeindruckt, dass die Beiden zusagen, zumal sie deutlich älter als wir sind und auch noch einen Hund dabei haben. Sie bringen sogar noch ein Hundekörbchen mit. Wir verbringen einen sehr schönen Abend mit ihnen und erleben dabei sogar noch die für heute angekündigte Mondfinsternis. Es ist ein Erlebnis, das vor Anker zu beobachten - dazu können wir auch noch einige Sternschnuppen sehen - was will man mehr?

28.08.2018, Lohals - Trønse

Wir lieben die Ankerbucht vor Trønse. Nach einer erneut unruhigen Nacht vor Anker (es gab Dünung, die durch den starken Ostwind entsteht und um die nördliche Spitze von Langeland umgelenkt wurden und unser Schiff zum Schaukeln gebracht haben) brechen wir früh auf. Der Wind bläst mit 6-7 Beaufort und wir können schön Raumschotkurs fahren - so macht segeln Spaß!

In der Ankerbucht vor Trønse finden wir eine freie Mooringboje. Es ist trotz des Windes sehr warm. Wir können aber ins Wasser - hier sind keine Feuerquallen. Unsere Bekannten folgen uns später und legen sich an eine freigewordene Mooringboje. Unser Problem heute ist, die für abends angekündigte Gewitterfront mit Unwetter. Eigentlich wollten wir das Ganze an der Tonne abwettern, aber wir entscheiden uns dann doch noch recht kurzfristig um und fahren in den Hafen. Es war die richtige Entscheidung, allerdings nicht wegen des Unwetters, sondern wegen des charismatischen und berühmten Hafenmeisters von Trønse. Ein mittlerweile 86 Jahre alter, fein gekleideter, älterer Herr, der noch hellwach im Kopf ist. Wir kommen mit ihm ins Gespräch und er erzählt uns, dass er Tierarzt ist und dass er einmal eine deutsche Freundin hatte. Daher könne er auch so gut Deutsch sprechen. Eine Sprache, so witzelt er, müsse man auf dem Kopfkissen lernen!

Da er Tierarzt ist, nutze ich die Gelegenheit, um ihn um Rat zu Fragen; denn unsere Bekannten, die gestern bei uns zu Gast an Bord waren, sind in Sorge um ihren Vierbeiner, dem es seit zwei Tagen erkennbar schlecht geht. Der nette Hafenmeister zögert nicht lange und schaut sich den Hund mit fachmännischen Handriffen an. So auf die Schnelle kann er aber nichts feststellen, weshalb er erneut seine Hilfe anbietet, falls es schlimmer werden sollte - auch heute Nacht! Wir sind alle hin und weg von dem gleichermaßen  hilfsbereiten wie liebenswürdigen, betagten Herren.

Als wir dabei sind unser Hafengeld zu entrichten, zieht im Hintergrund eine tiefschwarze Wand hoch und wir haben Angst, dass der anrührend wirkende Hafenmeister seine Runde im Unwetter fortsetzen muss. Als die ersten Böen über den Hafen fegen, bricht er seinen Rundgang ab - wir sind froh.

29.08.2018, Trønse - Svendborg - Ærøskøbing

Heute morgen gibt es Brötchen, die wir gestern bestellt haben, zum Frühstück. Die Brötchentüten liegen auf dem Tresen im Clubhaus bereit. Der Tresen ist mit Blumen und einer Kerze dekoriert - alleine das ist schon ein Besuch im Hafen wert!

Anschließend sehen wir zu, dass wir loskommen. Wir wollen rechtzeitg  und ohne zeitlichen Druck in Svendborg sein, um dort unsere Mädchen aufzupicken. In Svendborg legen wir im Hafen am Kai, direkt an der Straße und auf Sichtweite zum Bahnhof an. Als die Beiden an Bord sind, verstauen wir erst einmal die Taschen und den Koffer und brechen dann direkt nach Ærøskøbing auf.

Bevor die ersten Gebäude von Ærøskøbing auf Sichtweite sind, erkennen wir ein Kreuzfahrtschiff, das offensichtlich dort vor Anker liegt. Als wir uns nähern, können wir erkennen, dass es die "Europa" ist. Es mutet etwas merkwürdig an, so ein großes Kreuzfahrtschiff mitten in der Dänischen Südsee anzutreffen.

Ærøskøbing ist einfach schön! Der nur wenige Gehminuten entfernt gelegene Strand mit sandigem Boden und glasklarem Wasser ist traumhaft. Wir kühlen uns erst einmal ab.

Abends grillen wir zusammen mit unseren Bekannten, mit denen wir uns hier in Ærøskøbing verabredet hatten.

Wir bleiben auch noch den nächsten Tag hier und nutzen die Gelegenheit, für unsere mittlerweile vergrößerte Crew genügend Proviant für die nächsten Tage einzukaufen.

31.08.2018, Ærøskøbing - Marstal

In Marstal treffen wir das erste Mal in diesem Urlaub einen Delphin 66. Er gehört Vereinskameraden vom SVE. Sie legen direkt gegenüber von uns an - wir freuen uns. Insbesondere in Bezug auf das Dingi einschließlich des Außenbordes sind sie deutlich besser ausgestattet als wir. Unsere mittlere Tochter und ich lassen uns damit auf der Sitzbank unseres Dingis hinterherziehen - ein Riesenspaß! Piet darf dann in dem Schlauchboot alleine mitfahren und erfährt völlig neue Dimensionen der Fortbewegung auf dem Wasser. Der Spaß steht ihm ins Gesicht geschrieben! Abends sitzen wir zusammen und verhaften noch ein "kleines" Bierchen.

Den größten Teil des Tages haben wir mit Baden verbracht. Sowohl vom Strand aus, als auch direkt von Bord aus im Hafen. Zum Strand bin ich mit den Kindern in unserem völlig überladenen Schlauchboot gefahren. Von außen sieht es fast so aus, als ob wir direkt auf dem Wasser sitzen. Wir bekommen aufgrund des starken Windes und der Wellen ordentlich Wasser ins Boot. Wir werden auf dem Rückweg gebeten, Heckleinen überzuwerfen - also quasi versaute Anlegemanöver zu retten. Die luvseitige Heckleine einer Bavaria hätte gleich zwei Schiffe als Päckchen halten sollen. Unsere Kinder und ich sind uns für Nichts zu schade. Es entstehen heikle Situationen beim Überwerfen der Schlingen über die Dalben, da ich dafür in dem schaukelnden Dingi aufstehen muß. Mehrfach wäre ich beinahe über Bord gegangen. Wir sind die Hauptdarsteller in einem Film für bestes Hafenkino! An einem aufmerksamen Publikum mangelt es jedenfalls nicht! Gott sei Dank hatten die Kinder viel Spaß bei der Aktion. Trotzdem konnte ich mir bei dem Skipper, der sein Anlegemanöver in Bezug auf beide Heckleine doppelt versaut hatte, die Frage nicht verkneifen, ob er und seine 5-Mann-starke Crew ab jetz alleine klar kommen. Mehr als ein säuerliches Grinsen bekam wir nicht!

Ganz anders unsere Nachbarn, russischer Herkunft: Sie boten uns für das Überwerfen beider Heckleinen frischen Fisch an! Das war sehr nett und wir haben es nicht ausgeschlagen!

 










Wir drehen uns im Kreis

22.07.2018, Korshavn - Juelsminde

Freunde von uns kommen heute nach Juelsminde. Wir entscheiden uns dort hin zu fahren. Wir waren zwar vor ein paar Tagen schoneinmal dort, jedoch nicht im Hafen, sondern wir lagen vor Anker. Also ist es die Gelegenheit, den Hafen kennenzulernen.

Nach dem Frühstück lichten wir den Anker und brechen auf. Leider müssen wir die ganze Strecke motoren.

Im Hafen von Juelsminde legen wir  im westlichen Teil, am ganz äußeren Steg, mit Sicht auf die Ostsee an. Auf dem Steg sind vereinzelt Grillplätze mit herrlichem Ausblick eingerichtet.

In Juelsminde ist ordentlich was los. Südlich des Hafens liegt ein Campinplatz. Direkt neben dem Lokal "På Havnen" am Kopf des Hafens sind Wohnmobil-Stellplätze eingerichtet. Dort steht man dicht an dicht. Im "På Havnen" spielt eine Dixiland-Jazzband. Abends grillen wir in großer Runde.

Am nächsten Tag legen wir einen gemeinsamen Hafentag ein. Der angrenzende Strand ist sehr schön. Es ist sehr warm und Alle haben das Bedürfnis, sich in der Ostsee abzukühlen. Leider hat die Sache einen Haken: Das Wasser ist voll mit kleinen Feuerquallen. Manche Badegäste, so wie wir später auch, versuchen mit Keschern die lästigen Biester abzufischen; aber ohne nennenswerten Erfolg; es sind einfach zu viele. Unsere Beine fangen nach der Aktion unglaublich an zu jucken und zu brennen - vor allem das Jucken macht einen verrückt. Mit Rasierschaum und eine Check-Karte "rasieren" wir uns die Beine. Das bringt tatsächlich etwas Linderung.

Beim abendlichen Grillen in großer Runde schmieden wir Pläne für morgen. Zunächst wirkt der Vorschlag, morgen nach Øer zu fahren, etwas unwirklich, vielleicht sogar auch, auf Grund des fehlenden Windes und der Distanz von 35 sm etwas unvernünftig. Zumal wir vor ein paar Tagen schon in Aarhus waren, was ungefähr auf dem gleichen Breitengrad liegt. Um es kurz zu machen: Wir werden morgen in Øer sein und wir werden es sehr genießen - auch wenn wir uns im Grunde einmal im Kreis gedreht haben.

24.07.2018, Juelsminde - Øer

Als kleines Geschwader mit drei Booten (eine X-382 und ein Trimaran) nehmen wir am Morgen des 24. Juli nordöstlichen Kurs nach Øer. Es ist motoren angesagt; wir montieren den Pinnenpiloten und frühstücken unterwegs. Der Tri und wir nehmen den Weg über die Flachs Skomagergrund und Søgrung, während die X-382 diese auf Grund des Tiefganges östlich umfährt. Tunø lassen wir östlich liegen während die X die Insel östlich passiert. Dennoch ist die X deutlich früher am Ziel als der Tri und wir.

Das Schleusen in den Hafen von Øer ist ein Erlebnis. Wir sind ja größere Schleusen, wie die des NOK in Brunsbüttel und Kiel gewohnt; aber diese Schleuse hier ist einfach idyllisch gelegen. Man sollte sein Schiff sowohl am Wartesteg als auch in der Schleusenkammer gut festbinden, da beim Füllen und Leeren der Schleusenkammer starke Strömungen entstehen. Und: Beim Schleusen in der Schleusenkammer darauf achten, dass sich das Schiff nicht beim Senken des Wasserpegels an den Festmacherleinen aufhängt.

Der Hafen von Øer bietet viele freie Plätze. Der durch sein heruntergekommenes Erscheinungsbild in Veruf geratene Hafen, wirkt zunächst etwas Verlassen. Aber in der Mitte der Analge, wo früher einmal das Schwimmbad stand, wurden ein Spielplatz und neue Grillplätze eingerichtet. In einem Holzturm befinden sich die Toiletten und Duschen. Von oben hat man einen tollen Rundumblick. Es hat den Eindruck, als ob in den Hafen wieder investiert wird.

Zum Strand sind es ein paar Gehminuten. Wir gehen (auf Empfehlung) zum nordöstlich der Hafeneinfahrt gelegenen Strand. Man muß hier allerdings eine kleine Bucht, entlang des Steinwalls der Hafeneinfahrt laufen. Barfuß ist das zwar nicht gerade ein Freude, aber man wird dann mit weißem, feinen Sand und glasklarem Wasser belohnt. Man sollte auch die Tide etwas im Auge behalten, da sonst der Rückweg naß werden kann. Leider kommen wir nicht in den Genuß der Wellen, die durch die Schnellfähre enstehen und wohl eine beachtliche Größe haben - die Fähre liegt im Hafen außer Betrieb.

25.07.2018, Øer - Tunø

Heute trennen sich unsere Wege. Die anderen fahren weiter Richtung Norden, während wir uns langsam nach Süden orientieren müssen. Am 30. Juli haben wir eine Verabredung in Svendborg, wo wir unsere Crew mit unseren Mädchen verstärken werden.

Unser Tages-Ziel ist Tunø. Wir waren noch nicht dort und nun ist die Gelegenheit, die Insel kennzulernen. Gegen 13 Uhr laufen wir unter Motor in die Ankerbucht auf der östlichen Seite der Insel ein. Hier liegen schon viele Schiffe vor Anker. Das Wasser ist glasklar und der Untergrund sandig - ein Traum! Wir baden ausgiebig. Nachmittags fahren wir mit dem Schlauchboot zum Hafen und schauen uns die Umgebung an. Wir kaufen den berühmten Tunø- Knoblauch sowie einen Sack Tunø-Kartoffeln. Es ist unglaublich warm, weswegen wir keine langen Fußmärsche absolvieren. Stattdessen bekommt Piet ein Eis. Die Nacht verbringen wir vor Anker.

 



Langør – ein Ort zum Verweilen!

18.07. bis 21.07.2018 - Langør

Wir verbringen zwei Tage und drei Nächte in Langør - ein herrlicher Ort mit einer traumhaften Landschaft. Der Strand an der kleinen Bucht ist zwar klein, aber sehr schön zum Baden - es geht seicht ins Wasser und hier gibt es so gut wie keine Feuerquallen. Piet kommt voll auf seine Kosten. Der Hafen ist proppevoll. Das Lokal am Hafen, das früher ein Imbiss war, serviert jetzt etwas erlesenere Gerichte und frisch gezapftes Bier. Davon gönnen wir uns eins - es schmeckt wirklich lecker. Abends sitzen wir noch lange in der Plicht und spielen Mau Mau. Wir bekommen dabei Besuch von einer Möve, die sich in Erwartung einer milden Gabe bei uns auf den Außenborder setzt - leider vergebens.

Am nächsten Tag machen wir einen kleinen Spaziergang zu einer Anhöhe, 15 Gehminuten vom Hafen entfernt. Von hier aus hat man einen phantastischen Rundumblick. Abends treffen wir Karsten Dreyer und seine Frau Marion. Karsten engagiert sich im Vorstand des GFK-Klassiker Vereins (https://www.gfk-klassiker.de), der eine Art Treffpunkt für Gleichgesinnte darstellt. "Gleichgesinnte" heist, Liebehaberei für klassische Yachten aus GFK. Wir verbringen einen sehr kurzweiligen Abend mit den beiden erfahrenen Seglern.

21.07.2018, Langør - Ballen

Heute, am 21.07.2018, wollen wir dann wieder weiter. Wir haben uns Ballen als Ziel ausgesucht. Es weht ein leichter Wind und wir wollen es wissen: Wir legen unter Segeln ab, trotz der Ankerlieger um uns herum. Es gibt beim Hochholen des Ankers immer eine günstige und eine ungünstige Richtung, in die sich der Bug dreht kann. Meistens schaffe ich es durch Backhalten des Vorsegels, den Bug in die günstige Richtung zu drücken. Heute leider nicht. Zur besseren Manövrierfähigkeit haben wir zuvor das Schwert heruntergelassen, was uns jetzt sehr zu Gute kommt. Wir bekommen die Hanna, nachdem der Anker los ist, schnell in Fahrt und sie reagiert auf die Betätigung des Ruders. Wir durchqueren das Ankerfeld und steuern die betonnte Fahrrinne hinaus, umrunden Lindholm mit Kurs nach Ballen. Schon von Weitem können wir eine große Bühne in Strandnähe erkennen davor  zahlreiche Ankerlieger - alles ein Stück nördlich von Ballen. Auch vor Ballen ist alles voll mit Ankerliegern; sehr viel Motorboote. Wir legen uns unweit der Einfahrt vor Anker und rudern an Land. Piet darf baden und danach schauen wir uns das Treiben im und um den Hafen. an. Der Hafen ist mehr als voll - davon bestimmt 85% Motorboote. Die Materialschlacht beeindruckt uns: Es werden Jetskis, E-Bikes in allen erdenklichen Ausführungen, vorzugsweise Weber-Grills mitgeführt. Die Stege sind vollgestellt mit Klappstühlen - Camping auf dem Wasser.

Der Wind dreht im Laufe des späten Nachmittags auf Ost; wir liegen auflandig und die Welle wird größer. Nach dem Abendessen entschließen wir uns kurzfristig, noch abzulegen und dem Trubel und dem nervigen Geschaukel zu entfleuchen.

21.07.2018, Ballen-Korshavn

Wir wollen uns nach Korshavn, an der nördlichen Spitze der Insel Fyn verholen. Geschätze Fahrtdauer: Drei Stunden. Kurz nach 20 Uhr legen wir ab. Wir stellen uns auf Fahrt im Dunkeln ein. Ich montiere die Positionsleuchte - sie geht sogar!

Unterwegs erleben wir einen tollen Sonnenuntergang. Es sind, außer Berufsschifffahrt, kaum Schiffe unterwegs. Das Anlaufen der Enge bei Korshavn ist dank Navi keine große Herausforderung. Die Bucht ist erwartungsgemäß voll mit Ankerliegern. Wir fahren durch das Ankerfeld bis an die Spitze und lassen den Anker fallen. Das Einfahren des Ankers gelingt uns erst beim dritten Versuch. Sorgfalt hierbier ist bei einem so vollen Ankerfeld besonders geboten, insbesondere, wenn man ganz vorne liegt. Leider beherzigen dies offensichtlich nicht Alle. Denn während unseres Ankermanövers sehen wir, wie ein Motorboot loskommt und auf ein dahinter liegendes Segelboot treibt. Wir können nicht so schnell reagieren und könne nur zuschauen. Ein benachbarter Ankerlieger bläst in sein Signalhorn. Erst dadurch wird die Crew des Loskommers wach und fängt an zu reagieren.

Wir genießen die Ruhe und trinken noch einen Absacker und gehen in die Koje.


 

Start in den Urlaub!

Heute ist Freitag, der 20.07.2018 und der erste Tag, an dem wir nicht  unterwegs sind. Wir liegen bei Langör (Samsö), schon seit Mittwoch Abend, vor Anker. Aber heute komme ich endlich dazu, etwas zu schreiben. Unser Urlaub startete vor einer Woche. Bevor es losgehen konnte, mußten wir ersteinmal Proviant verstauen und eine neue Batterie einbauen.

12.07.2018, Marina Minde - Alssund

Die Autofahrt nach Marina Minde gestaltet sich nervig, da wir gleich bei der Autobahnauffahrt auf die A7 bei Kaltenkirchen im Stau stehen. Das fängt ja gut an!

Nichts desto trotz brauchen wir nicht viel länger als 2,5 Stunden, bis wir am Schiff sind. Im Eiltempo beladen wir das Schiff und ich wuchte eine neue Verbraucherbatterie mit 100 Ah an Bord und versenke diese in den Tiefen unterhalb der Hundekoje.

Es sind vereinzelt Gewitter vorhergesagt und wir überlegen uns, ob wir erst morgen starten. Jedoch entladen sich die Gewitter überwiegend über dem Binnenland und WetterApps zeigen keine direkte Gefahr für uns. Also legen wir ab. Wir kommen trotz des frischen, seitlichen Windes und der engen Boxengasse gut aus unserer Box und starten durch. Als wir die Hafeneinfahrt von Marina Minde hinter uns haben, setzen wir Segel. Wir schauen uns wehmütig um: Marina Minde ade! Unser Plan ist nämlich, direkt im Anschluss an unseren Urlaub, das Schiff Richtung Heimathafen zu bringen.

Unser heutiges Ziel ist der Alssund. In Sonderburg verpassen wir nur knapp die Öffnung der Klappbrücke, so dass wir uns auf der gegenüberliegenden Seite des Stadthafens festmachen und ein kleines Start-in-den-Urlaub-Bier einnehmen. Dabei kommt eine bestimmt 36 Fuß große Segelyacht unter Segeln direkt auf uns zu. Ich erwarte jeden Augenblick eine Kursänderung - doch die ließ auf sich warten. "Was ist denn das jetzt schon wieder für ein Vollspacken!" entfährt es mir. Bevor ich mich noch mehr aufregen kann, dreht die Yacht ab und fährt längs an uns vorbei. Ich wollte gerade Luft für einen angemessenen Kommentar holen, als der grau melierte Skipper zu uns rüber ruft: "Tolles Schiff!". Nicole: "Siehst Du, Du musst Dich nicht immer gleich aufregen, warte doch ersteinmal ab!". Ich denke mir, wenn das doch so einfach wäre!

Wir kommen zur Abenddämmerung im Alssund an und gehen vor Anker. Wir können es nicht fassen, wir sind im Urlaub!

13.07.2018, Alssund - Dyvig

Die folgenden Tage vergehen im Flug. Wir segeln (kreuzen) nach Dyvig und können sogar durch die betonnte Enge segeln - herrlich!

In der Bucht bei Dyvig Brog treffen wir uns mit alten Freunden, die mit ihrer Reinke aus Bremen in der Dänsichen Südsee unterwegs sind. Die Ankerbucht bei Dyvig ist proppevoll. Dank unseres geringen Tiefgangs, finden wir einen Platz ganz weit vorne im seichteren Gewässer. Die Reinke bleibt ein Stück weiter weg. Auf meine Frage wieso, antwortet mein Kumpel: "Kein Bock hochzukurbeln!".

 

 

 

14.07.2108, Dyvig - Bagø - Brandsø

Wir segeln bei 3 bis 4 Beaufort weiter Richtung Norden und gehen an der nördlichen Spitze von Bagø vor Anker. Ich fahre mit Piet zu der Landzunge, die von weitem einladender aussieht als aus der Nähe. Diese ist von Vöglen komplett in Beschlag genommen. Piet und ich starten eine kleine Entdeckungstour. Piet findet schließlich einen Flügel von einer Möwe. Er ist davon weitaus mehr fasziniert als ich. Ich bitte ihn, sein Fundstück zur Seite zu legen. Als nächstes finden wir zwei Kadaver von Enten, so dass  mich einwenig die Lust verlässt, diesen Ort weiter zu erkunden. Ich kann Piet überreden, unsere Expedition zu beenden.

Es ist schon Abends und wir wollen hier aufgrund des ungünstigen Windes nicht vor Anker bleiben. Wir starten den Motor und fahren gegen den Wind zur Insel Brandsø, wo wir uns an der süd-östlichen Seite der Insel, in die Mitte von zwei dänsichen Seglern vor Anker legen. Ein toller Ort, mit einem herrlichen Blick auf den Lillebelt.

15.07.2018, Brandsø - Juelsminde

Heute geht es weiter Richtung Norden. Wir lassen schließlich Middelfart und Fredericia hinter uns und legen uns zum Baden, vor dem nördlich gelegenen Ufer von Fredericia vor Anker. Das Wasser läd aber nicht gerade zum Baden ein, da es trübe und schmutzig ist. Es werden viele Sedimente durch das abbrechende Steilufer ins Wasser gespült. Wir bleiben nicht lange und segeln weiter. Bei Juelsminde machen wir uns an einer Mooringboje fest und gehen ersteinmal baden. Eigentlich wollten wir später noch mit dem Schlauchboot in den Hafen von Juelsminde fahren, aber leider schläft Piet ein. Wir bleiben also an Bord.

16.07.2018, Juelsminde - Hou

Unser nächster Zwischenstopp auf dem Weg nach Aarhus ist Hou, ein kleiner, schön gelegener Hafen mit tollem Strand zum Baden. Es gibt auch einen Dagli' Brugsen, wo wir ein paar Lebensmittel einkaufen. Unser ursprüngliches Vorhaben zu grillen, müssen wir auf Grund der Hitze verwerfen. Wir essen an Bord.

17.07.2018, Hou - Aarhus

Zum Segeln ist zu wenig Wind und wir motoren. Dank Pinnenpiloten können wir unterwegs frühstücken.

Wir nähern uns Aarhus. Wir sehen schon von weitem die imposante Bebauung. Ein riesiges Areal wird mit hohen Gebäuden mit unzähligen Wohnungen bebaut - es ist moderne Architktur - recht beeindruckend. Bevor wir in den nördlichen Hafen einlaufen, gehen wir nord-östlich von Aarhus vor Anker. Die Küste ist mit modernen und teilweise größeren Häusern von offensichtlich wohlhabenden Dänischen Bürgern bebaut. Der vorgelagerte Strandabschnitt ist menschenleer. Wir mutmaßen, dass der   Strand privat ist. Der Ankeruntergrund besteht aus feinem Sand ohne jeglichen Bewuchs - das Wasser fast glassklar! Es kommt Karibikfeeling auf! Wir genießen eine ausgiebiges Bad und chillen an Bord. Am späten Nachmittag zieht eine dunkle Wand auf und wir legen sicherheitshalber ab und fahren in den Nordhafen von Aarhus. Wir finden eine frei Box ganz am Ende des Hafens, Richtung Stadt. Direkt vor dem Lokal "Hantwerk" machen wir fest. Dann erkunden wir den Hafen, der auch einen Museumshafen, ähnlich wie in Flensburg, hat. Einige Eigener scheinen auf ihren alten Holzschiffen zu wohnen.

 

Zur Zeit findet in Aarhus das Jazzfestival statt und wir können uns am Abend an hochwertiger Jazzmusik erfreuen. Um uns herum tobt das Leben. Auch gegenüber von unserem Liegplatz ist ein Lokal mit Musik. Nicole hat einen Sekt für heute Abend kaltgestellt, den wir in der Plicht sitzend zu uns nehmen. Dann fahren wir mit dem Schlauchboot hinüber und genießen das Treiben und die Musik. Immer auf Sichtweite zu unserem Schiff, wegen Piet.

 

 

 

 

18.07.2018, Aarhus

Am nächsten Tag wollen wir mit dem Schlauchboot und Außenborder durch den Kanal und die Aarhus-Au die Stadt erkunden. Als wir in den Kanal reinfahren, entdeckt Nicole ein Schlild, das ein Verbot für sämtliche, motorbetriebene Wasserfahrzeuge anzeigt! So ein Mist! Also gehen wir zu Fuß in die Stadt. Es ist sehr warm und auch voll. Die Innenstadt ist wirklich sehr hübsch. Es mischt sich alte mit neuer Architektur - hier pulsiert das Leben. Dennoch, es ist einfach zu warm und wir entschließen uns zum Schiff zurückzukehren und abzulegen. Wir kaufen noch ein paar frische Sachen beim Netto, unweit unseres Liegeplatzes und Nicole holt frischen Fisch vom Fischladen am Hafen. Ein etwas teures Vergnügen - das holen wir mit den nächsten Ankernächten wieder raus!

Wir wollen heute noch nach Langør, an der nördlichen Spitze von Samsø. Wir legen noch einen Zwischenstopp an der gleichen Stelle wie gestern, nordöstlich von Aarhus zum Baden ein.

Dann holen wir den Anker hoch und hissen die Segel. Wir nehmen achterlichen Kurs und baumen die Fock aus. Der Wind nimmt zu auf in Böen 6 Beaufort. Auch die Welle wird spührbar größer. Wir laufen um die 6,5 Knoten, mit Welle bis 7,8 Knoten. Später können wir auf einen Raumkurs gehen. Nach ca. 4 Stunden laufen wir unter Segeln in die Ankerbucht bei Langør ein. Die Bucht ist voll mit Ankerliegern. Wir nehmen sicherheitshalber die Segel runter und suchen uns unter Motor einen Liegeplatz, ziemlich weit vorne zum Land hin. Wir sind fasziniert von der tollen Landschaft.