Kaffefahrt auf der Schlei

11.05.2019, Schlei

Heute sind wir an der Schlei, um mit unserer „erweiterten“ Familie, die teilweise aus München angereist sind, ein paar kurze Törns zu machen. Es ist zwar kühl, aber die Sonne scheint. Nachmittags kommt sogar noch etwas Wind aus Nord-Ost auf. Schräg gegenüber von Fahrdorf, gibt es ein brachliegendes Gelände, das gerne von Campern genutzt, da man hier direkt am Wasser stehen kann. Der Ort heißt "Große Freiheit". Wir können dort an einer (teilweise baufälligen) Kaimauer festmachen und unsere Familien grüppchenweise an Bord holen, um eine paar Schläge auf der Schlei zu machen. Diejenigen, die an Land bleiben, genießen auf extra dafür mitgebrachten Gartenstühlen, die tolle Aussicht.

Wir freuen uns sehr, als sich die Crew von der „Joker“ (Monika und Bernd Meusel)
meldet. Sie machen hinter uns fest und wir können fachsimpeln. Ich bin wieder einmal beeindruckt von Bernds enormem Fachwissen. Er hat wirklich, gefühlt, für jedes Problem eine Lösung!

Abends verlagern wir das Familientreffen nach Fahrdorf und spielen u. a. Karten. Es ist zwar voll an Bord, aber Dank der Kuchenbude haben wir etwas Platz dazu gewonnen. Die Nacht wird für Alle ziemlich kurz, insbesondere für unsere Kinder, die mit den Jungs aus München bis tief in die Nacht Mau Mau spielen.

 



Das war wohl nix!

27.04.2019; SVE - Glückstadt (Rendsburg)

Das schöne Wetter über Ostern konnten wir leider nicht nutzen, da wir mit unserem Jüngsten im Krankenhaus in Eppendorf verbringen mussten. Er hatte einen Schlag auf sein linkes Auge bekommen, so dass er stationär behandelt werden musste.

Die Aussichten für dieses Wochenende sind zwar nicht so berauschend, aber wir wollen trotzdem los. Samstag gegen 8 Uhr klarieren wir unser Schiff und bereiten Alles fürs Ablegen vor. Ein Vereinskamerad hat sein selbstgebautes Holzschiff „Optimist“ aus Altersgründen verkauft – ein wunderhübsches Boot. Wir können unserem Vereinskameraden seine Wehmut anmerken. Die neuen Eigner bringen ihr neues Schiff in die Boddengewässer am Darß und werden hinter uns herfahren, da heute wenig Wasser kommt und beim Befahren der Krückau Vorsicht geboten ist.

Wir müssen gleich zu Anfang Alles aus der Maschine herausholen, um aus dem Schlick zu kommen. Das Wetter ist noch sehr angenehm – die Sonne scheint und es ist mild. Uns kommt die Idee, heute schon in den Kanal zu fahren denn es sind ideale Bedingungen. Wir kommen mit ablaufendem Wasser und seitlichen Winden gut voran. Vor der Schleuse in Brunsbüttel müssen wir auch nur ca. 20 Minuten warten. Wir schleusen mit 5 anderen Sportbooten, darunter auch der „Optimist“. Auf dem Kanal setzen wir uns zügig vom auslaufenden Geschwader ab. Wir haben den Eindruck, dass sich die Revision unserer Wellenanlage positiv auf die Geschwindigkeit bei Marschfahrt auswirkt. Wir schätzen 0,2 Knoten – eigentlich zu schön um wahr zu sein! Leider sollte sich unsere Skepsis nicht unbegründet bleiben! Bei meinem routinemäßigen Blick durch die geöffnete Luke in der Plicht auf die Wellenanlage bekomme ich einen Riesenschreck! Rechts und links der Gleitringdichtung sammelt sich schwarze Masse, wir vermuten Schlick. Außerdem stellen wir fest, dass sich der Gleitring um mindestens 4 mm abschliffen hat, und das auch noch schräg! Unglaublich! Der Abtrag war derart weit fortgeschritten, das der Querschnitt für den radialen Anschluss für den Entlüftungsschlauch droht, freigeschliffen zu werden. Dadurch hätten wir eine zusätzliche, schwer zu beherrschende Undichtigkeit.

Wir nehmen ersteimal Fahrt aus dem Schiff. Die Sportboote, die wir eben noch hochmütig hinter uns gelassen hatten, überholen uns nach und nach. Einige bieten ihre Hilfe an - sehr nett! Aber mit der Situation müssen wir ersteinmal alleine klar kommen.

Wir versuchen zu analysieren, was zu diesem krassen Abrieb führen konnte. Fakt ist: Dadurch, dass wir beim uns im Hafen im Schnitt zwei Mal täglich im Schlick liegen, steht dieser von innen an den Dichtflächen der Gleitringdichtung an. Schlick ist eigentlich ein ideales Schleifmittel, gerade in Verbindung mit Wasser. Das war uns schon bewusst, aber wir hätten im Leben nicht mit einem derart starken Abrieb gerechnet! Wir haben mit der Dichtung höchsten 20 Stunden motort!

Mit den gewonnen Erkenntnissen mache ich mich an die Arbeit, um die Schlickreste aus der Dichtung zu spülen. Ich nehmen dafür unsere Tauchpumpe und fördere Kanalwasser aus einem Eimer durch den Entlüftungsschlauch in die Dichtung. Die erhoffte Wirkung stellt sich leider nicht ein. Dann greife ich zu radikaleren Methoden und schiebe den Gleitring nach hinten, so dass Wasser durch den entstehenden Spalt strömt. Es ist schon beeindrucken, wieviel Wasser durch so einen kleinen Spalt rauscht! Aber die Maßnahme ist schließlich von Erfolg gekrönt: Der Schlick wird vollständig weggespült und sammelt sich in der Bilge – eine schöne Sauerei! Die schwarze Masse besteht nicht nur aus Schlick, sondern ist auch mit dem Abrieb des Kohlenstoff/Aramid-Ringes der Gleitringdichtung zersetzt. Ein Teufelszeug! Man bekommt es kaum wieder von den Händen!

Wir hatten inzwischen die Fock gesetzt, so dass wir nach dem Auskupplen noch einwenig Restfahrt im Schiff haben und damit manövrierfähig bleiben. Ich mache mich derweil an die Arbeit und versuche das Schiff wieder einigermaßen sauber zu bekommen. Als kleines „Add On“ bekommen wir noch Regen von oben.

Wir sind ca. bei Kilometer 22, und Rendsburg ist bei Kilometer 66, also noch 44 Kilometer motoren. Wird die Dichtung bis dahin halten?

Während wir leicht angespannt unsere Fahrt durch den Kanal fortsetzen, beginnen wir mit der Lösungsfindung für unser Dichtungsproblem. Klar für uns ist: Wir müssen aus dem Wasser und eine andere Dichtung einbauen. Dafür kommt eigentlich nur Rendsburg in Frage. Bis Kiel wollen wir nicht warten.

Gegen 19 Uhr laufen wir in den Obereiderhafen ein und machen am Außensteg des BYC (Büdelsdorfer Yachtclub) fest. Der sehr nette Hafenmeister Delfin begrüßt uns freundlich und wir fragen ihn gleich nach der Möglichkeit, unser Schiff aus dem Wasser zu bekommen. Er sagt sofort, dass es kein Problem sei. Sie verfügen, so wie wir im SVE auch, über eine Slipanlage. Das ist uns gleich sympathisch.

Jetzt setzten wir uns ersteinmal in die Plicht und trinken ein kleines Bierchen/Weinchen. Nicole kocht uns später noch etwas Leckeres. Mal sehen, wie es die nächsten Tage weitergeht und ob wir das Problem zeitnahe in den Griff bekommen.

28.04.2019, BYC (Büdelsdorfer Yachtclub)

Den Vormittag verbringen wir mit der Planung für den Dichtungstausch. Wir machen uns Gedanken, welchen Dichtungstyp wir als nächstes ausprobieren. Schnell sind wir uns einig, welche dieses sein könnte. Natürlich gibt es für uns keine Alternative mehr: Es kann nur die von Peter Horn empfohlene Stopfbuchsdichtung sein (siehe Vortrag von Peter Horn bei unserem diesjährigen Delphin 66-Treffen), zumal wir unsere Alte noch zu Hause liegen haben.

Wir verabreden mit dem Hafenmeister des BYC, dass wir Dienstag Nachmittag gerne aufslippen möchten, natürlich mit gestelltem Mast.

30.04.2019; BYC – Flemhuder See

Um ehrlich zu sein, ich bin schon einwenig nervös. Wird der Tausch der Dichtung so reibungslos vonstatten gehen, wie geplant? Dem Hafenmeister des BYC hatten wir gesagt, dass wir für ca. 1 Stunde aus dem Wasser wollen und dann auch gleich wieder zurück ins Wasser. Denn eigentlich ist das ganze Vorhaben nicht sehr aufwendig: Die Welle von der Kupplung montieren, Schlauchschellen und den rotierenden Metallring der Gleitringdichtung lösen, die Welle nach hinten drücken und die Dichtungskomponenten von der Welle ziehen. Unsere alte Stopfbuchse hatte ich schon gereinigt und komplett vormontiert. Diese muss ich also einfach nur auf die Welle schieben, die Welle mit der Kupplung verschrauben und die Schellen der Dichtung anziehen - soweit die Theorie.

Als der Slipwagen im Wasser ist, machen wir quer, nicht längs (!) auf diesem fest. Die Rungen befinden sich auf unserer Backbordseite. Geslippt wird hier mit quer liegendem Schiff, für uns etwas ungewohnt. Außer dem Hafenmeister stehen noch zwei hilfsbereite Vereinsmitglieder des BYC bereit. Es dauert vielleicht eine viertel Stunde und unsere Hanna „schwebt“ über dem Wasser (siehe Bild). Die Rungen befinden sich hinter dem Schiff. Wir machen uns sofort an die Arbeit. Beim Versuch die radialen Madenschrauben (Stiftschrauben) des rotierenden
Metallringes mit einem Inbussschlüssel zu lösen, „gnubbeln“ dies über. Ich bekomme fast einen Wutanfall! Ich muss diese blöden Madenschrauben losbekommen, sonst können wir gleich wieder abslippen. Muß ich jetzt die Sch…-dinger ausbohren, und das mit dem Akkuschrauber? Wie lange soll der Akku das durchhalten, es sind nämlich zwei Madenschrauben hintereinander verschraubt. Bei meinem Versuch die Schrauben mit einem Bit-Sechskant zu lösen haben ich dann mehr Glück, sie lösen sich und unsere Stimmung erhellt sich leicht!

Dann geht eigentlich Alles ganz schnell. Alle anderen Schrauben lassen sich leicht lösen, ich kann die Welle nach hinten ziehen, die Gleitringdichtung abziehen und die vormontierte Stopfbuchse draufschieben. Wir können unser Glück kaum fassen. Dennoch, das Schadensbild der Gleitringdichtung ist schon niederschmetternd. Nicht nur an der Dichtfläche wurde reichlich Material abgetragen sondern auch an der der Innenfläche der Bohrung. Wir halten fest: Diese Gleitringdichtung ist nicht für tidenabhängige Reviere geeignet, da beim Trockenfallen Schlick von innen an die Dichtflächen gelangt und im Betrieb die Dichtflächen zerstört. Daher auch der Titel diese Beitrages: "Das war wohl nix!"

Nach ca. 30 Minuten geben wir Zeichen, dass wir wieder zu Wasser können. Ein kurzer Testlauf verläuft positiv – unglaublich!!

Jetzt sind wir erst recht motoviert, wir wollen gleich ablegen und weiter fahren. Vorher jedoch sprechen wir dem Hafenmeister und den beiden netten Vereinskameraden unseren verbindlichsten Dank aus. Wir kommen noch ein wenig ins Gespräch und der Hafenmeister Delfin erzählt, dass er viele Jahre zur See gefahren ist und anschließend beim Wasserschifffahrtsamt angestellt "war". Wieso „war“ fragen wir uns. Dann ist er jetzt wohl hauptamtlicher Hafenmeister, den wir auf Anfang 50 geschätzt haben. Als er uns sein Geburtsjahr ’52 nennt, können wir das wirklich kaum glauben!

An dieser Stelle bedanken wir uns nocheinmal für die Hilfsbereitschaft der Mitglieder des BYC und können nur allen Freizeitschippern empfehlen, den BYC einmal anzulaufen. Ein wirklich schöner Hafen, mit neuen Sanitäreinrichtungen. Wir jedenfalls kommen gerne wieder!

Wir entschließen uns, heute noch zum Flemhuder See zu motoren, um dort die Nacht vor Anker zu verbringen. Dort ist es sehr schön und wir können noch bei Sonne in der Plicht sitzen. Weil unser Jüngster wiedereinmal so tapfer durchgehalten hat, pumpe ich noch zu seiner großen Freude das Schlauchboot auf und gehen noch auf Entdeckungstour. Am späten Abend genießen wir die Ruhe und Idylle – endlich!

 

 


Abdichten des Lüfteraufbaus

Schon seit längerem nervte uns eine Undichtigkeit, irgendwo am Aufbau des Lüfters in unserer Nasszelle. Unsere erste Vermutung war, dass das Wasser durch die Schrauben (s. Bild) kommen würde. Die haben wir deshalb letzte Saison neu eingedichtet und mit Gummischeiben versehen. Trotzdem kamen irgendwo Tropfen was Wasser hindurch.

Heute machen wir uns an die Abdichtung zwischen dem domartigen Aufbau des Lüfters und dem Schiffsdeck.

Als erste Maßnahme entfernen wir mit einem Teppichmesser die alte Dichtmasse. Dabei ist Vorsicht geboten, denn leicht rutscht man dabei ab und beschädigt das Holz. Im zweiten Schritt fräsen wir mit dem Multiwerkzeug eine ca. 3 mm breite und tiefe Nut rund um den Domaufbau. Dadurch kann mehr Dichtmasse eingebracht werden und das Material kann hierdurch besser Ausdehnungen ausgleichen. Als nächstes kleben wir den Rand ab und können nun die Nut mit Sikaflex verfüllen. Gleich im Anschluss kommt das Dichtband wieder ab.

 

 

 

 

So sieht das Ergebnis aus:

Wir hoffen, dass wir mit dieser Maßnahme das Problem mit der Nässe beheben konnten.

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Unser Wintertreffen 2019! – Ein Bericht

Samstag, 09. Februar 2019

Schon wieder ist ein ganzes Jahr um. Heute findet unser drittes Treffen der Delphin-66-Liebhaber statt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Gleichgesinnten und auch auf neue Bekanntschaften.

Das Zurechtrücken der Stühle und Tische sowie das Eindecken derselben ist schon fast Routine. Wie wir gestern bei der Jahreshauptversammlung unseres Vereins SVE erfuhren, wurde im Vereinsraum ein Beamer installiert. Wir sind begeistert, denn wir brauchen nur unseren Laptop anschließen und über eine Fernbedienung den an der Decke des Raumes montierten Beamer einschalten – es funktioniert sofort, das macht Spaß!

Kurz nach 14 Uhr kommen die ersten Gäste. Das Kuchenbuffet wird aufgebaut, Kaffee gekocht, es werden Milchkännchen befüllt, kalte Getränken bereitgestellt und Anschauungsobjekte präpariert – Alle Arbeiten Hand in Hand - und auch das macht richtig Spaß! Der Raum füllt sich zunehmends und es werden bereits rege Unterhaltungen geführt. Insbesondere werden die mitgebrachten Exponate eingehend begutachtet und besprochen. Netterweise hat uns die Crew der Baunummer 1 ("Pina") Fragmente (das Blech sieht aus wie Blätterteig) ihrer Püttinge und der dazugehörigen Schrauben/Muttern per Post zugeschickt.

Nur sehr ungern unterbrechen wir die angeregten Unterhaltungen, aber wir müssen mit unserem Programm beginnen, sonst wird es zu spät. Wir starten mit unserer mittlerweile obligatorischen Vorstellrunde, denn wir haben auch dieses Jahr einige Neuzugänge. Außerdem haben wir dieses Mal auch Gäste von der Fraktion der Bianca-27-Liebhaber, zu denen wir früher auch einmal gehörten.

Da die Zeit schon recht weit vorangeschritten ist, eröffnen wir nach der Vorstellrunde und vor dem ersten Vortrag das Kuchenbuffet, welches auch in diesem Jahr mit unglaublich leckeren Torten, Kuchen und Keksen bestückt ist. Sodann starten wir mit dem Vortrag von Peter Horn zum Thema „Wellendichtung - Stopfbuchse oder Gleitringdichtung?“. Anhand einer mit seinem Sohn hervorragend ausgearbeiteten Powerpoint-Präsentation räumt Peter alle Zweifel bei der Wahl der richtigen Dichtung beiseite. Es kann nur die eine geben: Die Stopfbuchse! Als Zuhörer merkt man sofort, dass Peter Horn auch in diesem Thema ein Experte ist. Als Maschinenbauingenieur a. D. hatte er beruflich mit Dichtungen dieser Art zu tun. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus weiß ich, dass dieses ein sehr komplexes Thema ist. Als Kontraindikation für Gleitringdichtungen benennt Peter Horn u. a. folgende Aspekte:

  • die Erschütterungen des flexibel gelagerten Motors
  • die im Wasser befindlichen Sedimente gefährden die Oberflächen der Dichtringe
  • die in der Freizeitschifferei üblichen, geringen Betriebsstunden - überwiegend nicht rotierend
  • Reparatur vor Ort kaum möglich.

Auch von dem Einsatz einer Lippendichtung (Simmerring) rät Peter ab, da die Welle im Bereich der Dichtung einläuft und zur Leckage führt.

Als nächstes berichten Kerstin und Jochen von ihrer, wie sie selber sagen "Baustelle", die sie sich vor gut einem Jahr angeschafft haben. Die beiden präsentieren uns mit eindrucksvollen Bildern, durch  welche Höhen und Tiefen sie bereits gegangen sind: Ob es die fast völlig wegkorrodierten Püttinge sind, oder der durch anärobe Korrosion durchlöcherte Dieseltank – den Beiden gebührt jeglicher Respekt für ihr Durchaltevermögen! Dankenswerterweise haben sie ein paar Stücke zum Anfassen mitgebracht: So z. B. die Überbleibsel der Püttingeisen, den Dieseltank aus V4A (!!) mit Lochfraß oder die im Bereich der Dichtung völlig eingelaufene Welle. Auch dieser Beitrag wird von uns Zuhörern mit großem Applaus gewürdigt.

Als nächstes wechseln wir die Technik und bauen vom modernen Beamer um, auf Super -8-Filmprojektor. Hans Kather zeigt uns u. a. Aufnahmen von seinem Törn nach Helgoland, den er vor ca. 30 Jahren mit einem damaligen Angestellten zusammen gemacht hat. Die Unternehmung war offensichtlich von viel Wind, großen Wellen und eisiger Kälte geprägt. Zur Belustigung der Zuschauer wurden anstatt der Schwimmweste lieber dicke Lederfäustlinge mit Fell getragen.

Ein ganz anderes Thema hat der darauf folgende Beitrag von Claus Peukert aus dem ostfriesischen Varel zum Inhalt. Er macht uns im wahrsten Sinne des Wortes Appetit darauf, Ostfriesland einmal mit unseren Schiffen anzulaufen. Mit spürbarer Begeisterung für seine Wahlheimat Ostfriesland entführt uns der gebürtige Hamburger in die Welt des ostfriesischen Tees und zeigt uns mit seiner sympathischen Art die Zubereitung dieses traditionsbehafteten Getränkes. Hierfür hat er extra Wasser aus seiner Region mitgebracht, da unser hiesiges Wasser zu hart ist, also zu viel Kalk enthält. Weder Kluntjes (Kandiszucker) noch flüssige Sahne dürfen bei der Zubereitung fehlen. Der Teelöffel ausschließlich zum Einlassen der flüssigen Sahne am Tassenrand – die Sahne wird keinesfalls damit umgerührt! Nach dem Verzehr und zum Zeichen, dass man keinen Nachschank mehr möchte, wird der Löffel in die Tasse gestellt. Im Anschluss an die Vorführung durften wir den soeben zubereiteten Tee aus extra dafür mitgebrachten ostfriesischen Teetassen verköstigen – ein Erlebnis!

Mittlerweile ist es schon Abend und Kay von Eitzen startet mit seinem Beitrag. Kay ist extra aus Flensburg angereist und hat sogar ein Modell eines Stahl-Delphins
mitgebracht; sehr im Interesse von Stefan Eller, der die Stahl-Delphin-Liebhaber unter seinen Fittichen hat (http://www.stahl-delphin.de/). Stefan hat seinen ca. 70 Jahre alten Delphin mit eigenen Händen zu einem echten Schmuckstück gemacht. Kay wiederum organisiert regelmäßige Treffen für die Bianca 27-Liebhaber (www.bianca27.net), die sowohl im Winter als auch im Sommer stattfinden. Da weitaus mehr Biancas (um die 600) als Delphine (um die 60) gebaut wurden, ist die Fangemeinde entsprechend größer, als die der Delphine.

In seinem  Vortrag geht Kay zunächst auf das Modell des Stahl-Delphins ein, dass er von einem guten Freund überlassen bekommen hat. Anschließend berichtet Kay, wie er zu seinem Schiff, der „Holnis“, gekommen ist. Kay, der zugleich 1. Vorsitzender des Flensburger Yacht Clubs ist, ist ein routinierter Redner und veranschaulicht uns anhand von faszinierenden Bildern, wie er mit eigenen Händen aus seiner „Holnis“ eine Perle der Flensburger Förde geschaffen hat.

Die Vortragenden haben sich viel Mühe bei der Vorbereitung ihrer Beträge gegeben und wesentlich zu diesem spannenden Erfahrungsaustausch in familiärer Atmosphäre beigetragen. Unser Dank gilt auch den vielen helfenden Händen beim "Rückbau" des Vereinsraumes. So macht es einfach Spaß! Wir bedanken uns bei Allen Beteiligten und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Nicole und Axel

("Hanna" - Baunummer 9)

 

Unser Besuch auf der “boot” in Düsseldorf 2019

Unsere Neugierde war einfach zu groß. Wie ist die "boot" in Düsseldorf im Vergleich zur ehemaligen "Hanseboot"? Natürlich ist dies ein angestengter Vergleich, da die Bootsmesse in Hamburg in den letzten Jahren spürbar nachgelassen hat. Aber wir hatten schon viel über die "boot" gehört und wollten uns endlich ein eigenes Bild machen. Und: Wir wollen auch endlich mitreden können!

Die ganze Unternehmung kann allerdings nur dann gelingen, wenn wir für unseren Jüngsten die Möglichkeit schaffen, dass er sich hin und wieder hinsetzen/hinlegen kann und dabei seine Hörbücher anhören kann. Natürlich müsste das für uns ohne Wartezeiten verbunden sein. Die Lösung hierfür, wenn sie fertig ist, sieht so aus:

Alles ist wieder einmal sehr spontan und es sind nur vier Tag bis zur Messe. Einen faltbaren Bollerwagen bekommt man nicht eben mal beim nächsten Baumarkt. Ein erschwingliches Modell finden wir nur im Internet. Der Anbieter ist im Süden Bayerns ansässig, verspricht aber eine Lieferzeit von 2 Tagen - Respekt, das probieren wir aus. Und tatsächlich, gerade noch rechtzeitig wird der Bollerwagen geliefert. Alleine, ein Dach für den Bollerwagen fehlt jetzt noch. Wir besorgen ein paar Rohre aus dem Elektrobedarf und bauen daraus eine Art Bimini - Alles steckbar. Nun sind wir gerüstet und es kann losgehen.

Wir sind am Samstag, den 27.01.2019 gegen 8:45 Uhr auf dem Parkplatz P2 des Messegeländes und laden das ganze Geraffel aus dem Kofferraum und bauen es zusammen. Sodann machen wir uns im Regen auf zum Eingang des Messegeländes. Wir fragen uns, ob wir mit dem Gerödel durch die Kontrolle am Eingang kommen, oder ob es heißt:" So kommen Sie hier nicht rein, der Wagen bleibt draußen!"

Zu unserer Verwunderung wird uns am Eingang ein kleines Tor neben den Drehkreuzen aufgemacht und wir dürfen nach dem Einscannen der Barcodes unserer Onlinetickets auf unseren Handys passieren. Wir müssen ein ganzes Stückchen laufen, dann mit dem Fahrstuhl hoch und wieder runter fahren und gelangen schließlich zur Halle 9, wo schon viele Messebesucher auf den Einlass warten. Es ist gegen 9:30 Uhr. Die halbe Stunde Wartezeit bis 10 Uhr überbrücken wir mit dem Planen unseres Messebesuchs. Die vorher heruntergeladene App empfinden wir dabei als nicht so hilfreich. Mit Hilfe des Messeplans verschaffen wir uns einen Überblick. Für uns interessant sind die Hallen 15 bis 17, wo Segelyachten ausgestellt sind und die Hallen 10 bis 12 mit Ausrüstung/Zubehör - viel mehr werden wir sowieso nicht schaffen. Unser Kleinster ist währenddessen wirklich geduldig - ein guter Start. Um punkt 10 Uhr erschallt ein Signal. Die Absperrungen werden geöffnet und die Besucherscharen erstürmen die Hallen. Wir beginnen in Halle 17 und finden ungewollt den Stand von Schmidt & Partner. Herr Schmidt ist ein sehr sympathischer Schiffsmakler aus Pinneberg, über den wir unsere Hanna vor 5 Jahren erstanden haben. Wir kommen ins Gespräch; es kommen Erinnerungen, auch an die Zeit, wo wir ein Jahr lang mit Allem, was uns an zeitlichen und nervlichen Ressourcen noch zur Verfügung stand, in unser "neues" Schiff investiert haben.

Als wir weiterziehen, füllt sich die Messe stetig mit Besuchern. Wir interessieren uns u. a. für neue und moderne Schiffs-Konzepte, insbesondere in Bezug auf Kleinkreuzer, die dann auch trailerbar sind. Natürlich nicht, um unsere Hanna gegen ein neues Schiff zu einzutaschen, sondern nur um zu sehen, wo die Entwicklungen hingehen! Wir schauen uns Boote von Viko oder Nortman (Maxus) an. Wir achten dabei sowohl auf die Ausstattung als auch die Verarbeitung und stellen fest, dass unsere Hanna unter Berücksichtigung dieser Aspekte einen Kaufpreis im oberen 5-stelligen Bereich haben müsste! Oder anderes herum gesagt, für ein trailerbares Schiff mit vergleichbarer Ausstattung sowie Verarbeitung müssten wir 70.000 € oder mehr ausgeben - und dann ist es auch nur ein 28-Fuß-Schiff. Wir wissen wieder einmal zu schätzen, was wir an unserer Hanna haben!

Uns faszinieren die teilweise schon fast kunstvoll in Szene gesetzten Schiffe, wie in den beiden folgenden Bildern:

 

 

 

 

 

Bei X-Yachts wurde u. a. eine Bodengruppe für die Kielaufnahme ausgestellt. Sicher ist dies ein zentrales Bauteil, das die Aufgabe hat, die enormen Momente des Kiels bei Schräglage aufzunehmen und in die Rumpfstruktur einzuleiten. Das Ausstellungstück macht jedenfalls einen soliden und vertrauenswürdigen Eindruck.

Als wir an den Ständen mit größeren Booten vorbeikommen, bemerken wir lange Warteschlangen vor dem Tresen der jeweiligen Stände. Auf den Schildern, die gut lesbar auf den Tresen aufgestellt sind, steht: "Besichtigung nur nach Terminvereinbarung." Wir finden das einwenig befremdlich und ziehen weiter in die Halle 10, 11 und 12  mit Ausrüstung und Zubehör. Natürlich sind hier alle Großen Namen, wie Allpa, Lindemann, Seldén usw. vertreten. Leider haben wir nicht genügend Zeit, uns die Stände näher anzuschauen. Das Angebot ist wirklich groß.

Gegen Mittag steuern wir dann die "Vergnügungsmeile" in Halle 12 an. Dort gibt es einen Spielbereich für Kinder mit Hüpfburgen und auch einen Kindergarten. Direkt daneben befindet sich der "boot.club", wo wir uns anmelden und im Loungebereich unser Begrüßungsgetränk einnehmen, während Piet freien Lauf im Kinderbereich hat. Dieser platzt aus allen Nähten - aber Piet hat seinen Spaß.

Mittlerweile ist es schon ziemlich voll und wir kommen am Nachmittag etwas langsamer mit unserem Bollerwagen voran. Die Zeit rennt und wir müssen langsam wieder Richtung Ausgang, denn um 18 Uhr wird die Messe geschlossen.

Auf dem Weg zum Ausgang machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Halle 8a mit Trendsportarten. Dort gibt es unter anderem ein riesiges Becken für Stand Up Paddling. Außerdem gibt es eine sogenannte „Deepwater-Wave“, eine künstlich erzeugte Welle von stattlicher Größe in einem Becken. Hier ist noch ordentlich etwas los. Wir schauen einen Moment zu und gehen dann zum Ausgang, wo wir erneut unsere Onlinetickets einscanen müssen und dann durch das schon erwähnte Tor gelassen werden.

Unser Resumé der Messe: Der Aufwand mit der Anreise und das Organisieren des Bollerwagens für unseren Kleinsten haben sich definitiv gelohnt. Piet hat die 9 Stunden auf der Messe super mitgemacht. Es gibt unglaublich viel zu sehen auf der Messe und wir wollen nächstes Jahr vielleicht zwei Tage Besuch einplanen. Verbesserungswürdig erscheint für uns die App sowie die Abrufbarkeit von Informationen für Kinder. Auf der Internetseite konnten wir keine Hinweise finden. Erst mit einem Anruf im Vorwege bekamen wir Informationen über Betreuungsmöglichkeiten sowie das Angebot mit den Hüpfburgen.

 

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Wintertreffen der Delphin-66-Liebhaber 2019

Der Termin für unser 3. Wintertreffen steht nun fest: Es ist der 09. Februar 2019 und findet im Vereinsraum des SVE in Elmshorn statt. Beginn ist um 15 Uhr. Es wird wieder viel zu bereden geben - erst recht zu den Beiträgen von Peter Horn, Kerstin Krüger, Jochen Schluifer und Hans Kater, die spannende Themen für uns in Petto haben.

Peter Horn lässt uns an seinem umfangreichen Wissen in Bezug auf Wellendichtungen teilhaben. Peter hatte während seiner beruflichen Tätigkeit mit dem Thema Dichtungen zu tun und wird uns etwas über die unterschiedlichen Dichtungstypen - z. B. Stopfbuchse oder Gleitringdichtung - verdeutlichen. Kerstin Krüger und Jochen Schluifer stemmen derzeit ein Mammut-Projekt: Ein Total-Refit ihres in diesem Jahr erworbenen Delphin-66 „Vagabund“ (Baunummer 4). Kerstin und Jochen geben uns einen Zwischenbericht und bringen vielleicht auch ein paar Teile, wie z. B. die eingelaufene Antriebswelle, zum Anfassen mit. Hans Kater berichtet von seinem Segeltörn nach Helgoland und zeigt uns einen Film dazu.

Und hier unser Vorschlag zum Ablauf unseres Treffens:

  1. Begrüßung durch Nicole und Axel Breuer
  2. Kurze Vorstellung der Boote/Eigner (Präsentation mit Beamer/Leinwand)
  3. Vortrag von Peter Horn zu den Themen "Wellendichtung – Stopfbuchse oder Gleitringdichtung?"
  4. Kaffepause mit Kuchenbuffet
  5. Hans Kater berichtet über seinen Segeltörn nach Helgoland (mit Filmmaterial)
  6. Beitrag von Kerstin Krüger und Jochen Schluifer: Zwischenbericht vom Refit ihres Delphin 66 („Vagabund“)
  7. Offener Erfahrungsaustausch - geselliges Zusammensein

Alle Infos zusammengefasst:

 Datum:  Samstag, den 9. Februar 2018
Beginn ist :  15 Uhr
Veranstaltungsort:  Vereinshaus des SVE
Adresse:   Wisch 20, 25336 Elmshorn
„Notfallnummer“:   0176 – 325 38 98 7
E-Mail:   axelbreuer@gmx.de

Wir freuen uns auf Euch,

bis dahin,

Nicole und Axel ("Hanna" - Baunummer 9)

 

Seit dem 9. Oktober steht unsere Hanna in der Halle

09.10.2018, SVE

Eigentlich wollte ich heute nur den Mast legen und die dafür notwendigen vorbereitenden Maßnahme treffen. Am Ende des Tages liegt der Mast im Regal und das Schiff vor der Halle auf der Slipbahn. Bis auf den Umstand, dass der Eimer zum Sammeln des Wassers aus dem Schwertkasten beim Trockenfallen übergelaufen war, lief heute Alles gut von der Hand. Der Pockenbewuchs hielt sich diese Saison stark in Grenzen. So war es auch bei anderen Vereinskameraden. Letztes Jahr hatten wir ernormen Bewuchs, mit zahlreichen Muscheln sowie Pocken.

Nach dem gründlichen „Abkärcheren“ klariere ich noch das Schiff – morgen schieben wir unsere Hanna dann in die Halle und verholen sie auf ihren Winterlagerplatz, direkt neben der Schiene.

Neben den üblichen Schleif- und Lackierarbeiten, müssen wir uns um die Antriebswelle kümmern. Sie macht bei Fahrt schlagende Geräusche. Das Lager scheint ein wenig ausgeschlagen zu sein. Auch die Stopfbuchsringe werden wir erneuern müssen. Außerdem gibt es eine Undichtigkeit am Diesel-Einfüllstutzen, genauer gesagt an den Tüllen des Verbindungsschlauches vom Einfüllstutzen zum Tank. Hinzu kommt ein möglicherweise ausgeschlagenes Lager des Lüfterrades der Gasheizung. Bei Betrieb raubt uns ein nerviges schleifendes/klapperndes Geräusch den Schlaf. Neben weiteren, kleineren Aufgaben, komplettiert eine Undichtigkeit an der Hutze unseres Toilettenraumes unsere To Do-Liste.

Eines ist klar: Wir werden in Kürze mit den Arbeiten beginnen müssen!

“Grüner Mann Regatta” 2018

28.09.2018, SVE - W.Y.K.

Das Titelbild zeigt das Startschiff, die "Falado", das unserem 1. Vorsitzenden Hans Barzel gehört. Von hier aus hat er die Startlinie bestens im Blick.

Links im Bild ist er zu sehen, der "Grüne Mann": Dabei handelt es sich um ein Seezeichen, das die rechte Seite der Mündung der Krückau in die Elbe kennzeichnet. Es besteht aus drei grünen Beinen, auf denen sich ein grünes Licht befindet, und somit auch im Dunkeln angelaufen werden kann. Wenn man also von der Elbe kommend in die Krückau hineinfahren möchte, ist der "Grüne Mann" auf der Steuerbordseite zu lassen. Ansonsten würde man auf den Steinwall, der bei Hochwasser überflutet und nicht zu sehen ist, auflaufen.

Die Grüne Mann Regatta hat unser 1. Vorsitzende Hans Barzel 2007 ins Leben gerufen und wird von den drei Vereinen W.Y.K., WSVK und SVE ausgetragen.

Bei der Terminplanung für dieses Ereignis sind die Gezeiten zu berücksichtigen. Um die Regatta überhaupt tagsüber austragen zu können, muss das Hochwasser an einem Samsatg, morgens, zum Hinausfahren auf die Elbe und abends zur Rückkehr in den Hafen sein. Die Skipperbesprechnung ist dann am Tag zuvor.

Am späten Freitag Nachmittag brechen wir im SVE auf und motoren zum Hafen der W.Y.K. (Wassersport und Yachthafen Vereinigung Krückaumündung). Um 19 Uhr ist Skipperbesprechnung. Morgen soll die "Bahn 1" (Normalbahn) gefahren werden, ca. 22 sm. Mit Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass morgen außer unserer Hanna, noch zwei weitere Delphine an den Start gehen: Die Baunummer 3, "Liekedeeler" (W.Y.K.) und die Baunummer 5, "Damian" (SVE).

29.09.2018, Regattatag

Gegen halb acht legen wir bei ablaufendem Wasser ab und motoren auf die Elbe. Wir legen uns dann an der Ostseite von Pagensand vor Anker, denn Start für die Dickschiffe ist erst ab 11:10 Uhr. Hier entsteht ein großes Ankerfled - es sind um die 45 Regattateilnehmer, die hier zwischenparken - schön anzusehen! Wir haben genügend Zeit, in Ruhe zu frühstücken. Dann packen wir unsere Segel aus und schauen uns nocheinmal die Route für heute an. Der Wind soll mit 4 Beaufort aus West wehen. Für Amwindkurs ok, allerdings für Raumschotkurse zu wenig, da wir nur eine Fock und keine Genua haben. Genau das macht sich später auch bei der Regatta bemerkbar. Im Vergleich zu unseren Schwesterschiffen geben wir uns der Liekedeeler verdient geschlagen. Gegenüber der Damian erarbeiten wir uns schon früh einen deutlichen Vorsprung, der allerdings zum Ende der Regatta wieder deutlich verringert wird. Insgesamt landen wir, unter Berücksichigung des jeweiligen Yardsticks,  im Mittelfeld. Abends findet die Verleihung der Preise, wie gewohnt, in der großen Halle der W.Y.K. statt. Dazu gibt es leckeres Essen. Mit viel Mühe wurden köstliche Salate vorbereitet; dazu gibt es leckeres Grillfleisch und Würstchen. Wir finden die gesamt Veranstaltung sehr gelungen und freuen uns schon auf die "Grüne Mann Regatta 2019"!

30.09.2018, W.Y.K. - SVE

Nicole ist mit Piet über Nacht an Bord geblieben, während ich, um unsere beiden Töchter zu versorgen, mit der Crew von der Damian nach Hause gefahren bin - sie haben mich nettwerweise direkt vor die Haustür gefahren. Am späten Nachmittag komme ich dann wieder in die W.Y.K. und wir legen gegen 17 Uhr, zusammen mit einigen anderen Vereinskameraden, ab mit Ziel Heimathafen. Wir wissen, es wird eine unserer letzten Touren für diese Saison sein. Es überkommt uns ein Hauch von Wehmut.

 





…segeln tut es auch ganz gut!!!

Leider neigt sich die Saison langsam dem Ende zu, allerdings können wir uns über den diesjährigen Sommer nicht beschweren. Inklusive Urlaub waren es 14 mehrtägige Törns mit Globetrotter.

Nachdem ich im Winter einiges an Arbeit und Geld investiert habe um Globetrotter in Schuss zu halten und nach meinen Wünschen zu optimieren, galt es in der Saison alles ausführlich zu testen.

Da ich überwiegen Einhand unterwegs bin, habe ich zunächst die gesamte Großsegelbedienung ins Cockpit umgelenkt, was sich für mich sehr positiv ausgewirkt hat. Außerdem sind die meisten Taue erneuert worden.

Nach und nach konnte ich das potenzial von Globetrotter ausschöpfen, dann noch ein wenig mit den Augen und Ohren bei erfahrenen Regattaseglern klauen, den ein oder anderen Tip von einem alten Hasen erhaschen und siehe da, das Boot segelt noch besser als erwartet.

Zwar hat ein Delphin kein Potenzial auf eine Rennziege, allerdings ist mit Trimm und vernünftigen Material einiges aus dem Boot rauszuholen. Der Bericht von Peter Horn zur Luvgierigkeit hat auch sehr geholfen, da sich das Boot mit leicht aufgeholten Schwert wirklich besser segelt. Im Moment fehlt noch das richtige Einhand-Leichtwindsegel, ein Spi ist für mich dabei kein Option. Aber sicherlich wird mir da noch was einfallen.

Ein neuer, gebrauchter Baum mit innenliegenden Leinen und Streckern liegt schon bereit, dann muss ich auch zum Trimm des Unterlieks nicht mehr nach vorn um zu kurbeln. Mit dabei ist auch gleich ein Baumkicker, damit kann ich auch auf meine “singende” Dirk verzichten.

Alles in Allem muss man sagen, ein Delphin ist ein tolles Fahrtenboot, das sehr gut segelt, sich auch bei Wettfahrten m Feld behaupten kann und optisch eine tolle Erscheinung ist, auch wenn wir als Eigner immer viel Zeit und Liebe in den Erhalt stecken müssen.

Sønderborg

09.06.2018, Marina Minde - Sønderborg

Als wir gestern Abend in Marina Minde angereist sind, haben wir, entgegen unserer ursprünglichen Absicht zu Ankern, einen tollen Abend mit unseren Schiffsnachbarn am Steg verbracht. Es gab leckere Crêpes, die unser Nachbar direkt auf dem Schwimmsteg zubereitet hat. Auch Piet hat sich sehr gefreut!

Für heute haben wir geplant, mit zwei befreundeten Paaren in Sønderborg zu grillen. Erst gegen Mittag legen wir ab. Der Wind ist nur schwach, so dass wir den größten Teil der Streck Motoren. Östlich vom Sønderbog Lystbådehavn gehen wir noch kurz zum Baden vor Anker.

Wir machen schließlich im Sønderbog Lystbådehavn  ganz weit hinten, am Spielplatz fest. Das Wasser im Hafen ist großflächig mit Diesel bedeckt. Es scheinen große Mengen davon ins Hafenbecken gelangt zu sein. Es riecht ziemlich stark. Unser Schiffsnachbar hatte schon beim Hafenmeister Bescheid gesagt. Unternommen wurde jedoch nichts.

Wir verbringen einen wirklich sehr schönen Abend mit unseren Freunden am Grill und später an Bord.

10.06.2018, Marina Minde

Heute geht es direkt zurück nach Marina Minde. Leider dreht der Wind, entgegen der Vorhersage, auf West. Als wir die Ecke bei Borreshoved umrunden, haben wir den Wind genau von vorne. Da wir rechtzeitig zu Hause sein müssen, starten wir den Motor und bolzen gegenan.

 


Segeln an Pfingsten

18.05.2018, Marina Minde

Mit dem Wetter werden wir in den letzten Wochen wirklich verwöhnt! Nach so einem, schier nicht enden wollenden Winter, können wir das ganz besonders genießen.

Wir sind gegen 19:30 in Marina Minde - die Autofahrt gestaltete sich, entgegen der Verkehrsvorhersage, recht angenehm. Wir kommen gut durch. Heute findet, außer einem Abendbrot an Bord, mit herrlichem Blick auf die Flensburger Förde, sowie Krebse Angeln, nicht viel statt.

19.05.2018, Ankern vor Høruphav

Ein schöner Morgen, die Sonne scheint, es ist nicht zu warm und auch nicht zu kalt. Alleine der Wind ist noch ausbaufähig. Am späten Vormittag legen wir dann ab und motoren auf der Flensburger Förde nach Høruphav, um uns dort gegenüber vor Anker zu legen. Im Laufe des Nachmittags und Abends bekommen wir 16 weitere Ankernachbarn.

Zu Unterhaltungszwecken unternehmen wir am späten Nachmittag mit unserem Schlauchboot  einen Ausflug an Land (Torsthoved). Piet hat seinen Spaß und auch wir Alten sind beeindruckt von der hübschen Landschaft, von der kleinen Steilküste und dem herrlichen Blick auf die Flensburger Förde.

Abends grillen wir an Bord. Und das bei bestem Wetter und traumhaftem Ausblick.

 

20.05.2018, Wackerballig

Es ist ein ruhige Nacht vor Anker. Unsere ursprüngliche Planung, zu den Ochseninseln zu segeln, wird schnell nach unserem Ablegemanöver über den Haufen geworfen. Wir
bekommen einen Anruf von Kay von Eitzen (auch bekannt unter dem Namen "Bianca (27)-Papst"). Er hat uns auf See erkannt. Wir wollen uns treffen und gegenseitig Fotos unter Segeln machen. Heute sind ideale Bedingungen dafür. Seine Bianca 27 ist ein absolutes Schmuckstück - fast zu schade zum segeln! Kay von Eitzen ist der Organisator für die Bianca 27-Fan-Gemeinde (Webseite Bianca 27).

Am Nachmittag drehen wir ab und laufen Wackerballig an, um uns unweit des Hafens, vor Anker zu legen. Wir steigen ins Schlauchboot und motoren an Land, um auf dem Campingplatz mit einem Liter Milch zu versorgen. Piet bekommt ein Eis. Hier ist ordentlich was los und wir sind froh, dass wir dem Ganzen wieder entfliehen können.

Am späten Nachmittag kommen Freund mit ihrer Bianca 27 aus Marstal und wir finden uns gemeinsam im Hafen von Wackerballig ein. Der Hafen ist nicht sehr überlaufen, was sehr angenehm ist. Das Liegegeld ist moderat – alleine die Teile aus Holz (Dalben, Stege) machen den Eindruck, als ob hier in nächster Zeit Investitionsbedarf entstehen könnte.

Wir verbringen einen geselligen Abend an Bord.

21.05.2018, Marina Minde

Heute geht es wieder Richtung Marina Minde. Wir können wunderbar segeln und sind gegen Mittag in Marina Minde. Schon bald nach dem Klarieren brechen wir auf nach Hause. Es war die richtige Entscheidung, so früh zu fahren, denn wir kommen wirklich sehr gut durch.

Das war es also schon wieder – Pfingsten 2018!

 

 





Überführung 2018 Teil 1 – Fahrdorf

27.04.2018, Glückstadt - Borsfleth

Unser Vorhaben lautet: Statt Überführung nach Marina Minde, heute entspannt nach Borsfleth motoren und morgen ebenso entspannt die Hanna zurück in den SVE bringen; die Wettervorhersage gibt einfach nicht mehr her - Ich bin ganz froh, weil es einfach schön ist, unser Schiff hier in der Nähe zu haben!

Mit voller Besatzung fahren wir also mit dem Auto nach Glückstadt, wo wir unsere Hanna seit Sonntag liegen gelassen haben. Die Autofahrt wird allerdings für Alle zur Geduldsprobe. Nicole und ich haben einen folgenschweren Fehler gemacht: Wir haben auf dem Weg zur Schule, um dort unsere Kinder abzuholen, Piets wichtigstes Untensil für die bevorstehende Segelreise vergesssen. Die Autofahrt dauert keine 5 Minuten und Piet fragt, nach seiner Decke! Diese ist immer (!) dabei, außer in der Vorschule! Als wir Piet sanft versuchen zu vermittlen, dass wir nicht mehr umdrehen können, wollen und werden, da wir noch das ablaufende Wasser in Glückstadt nutzen müssen, bricht ein derart nachhaltiger wie lautstarker Protest aus, dass die Richtwerte für den Immissionschall im vollbesetzten Auto deutlich überschritten werden! Auch seine beiden Schwestern, können keine Linderung herbeiführen. Kurz vor Glückstadt kommt die rettende Idee: Wir bieten ein Stück Schokolade als Entschuldigung an - das hilft! Unser Sohn entschuldigt sich sogar noch! Eine Win/Win-Situation.

Mit leicht strapazierten Nerven legen wir ab. Die Sonne scheint bei angenehmen Temperaturen und ruhiger See - herrlich, Alles ist vergessen. Gerade noch vor Einsetzen der Ebbe erreichen wir das Störsperrwerk, dass sofort für uns geöffnet wird. Wir können fast so durchfahren - genial!

Der Hafen von Borsfleth/Ivenfleth ist noch recht leer. Wir machen fest und es gibt einen "Anleger". Nicole hat außerdem leckere Dips mit Brot vorbereitet - herrlich!

Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass hier nur 450 Watt bei 2 Ampere zur Verfügung stehen - sprich, den Einsatz des Heizlüfters können wir getrost vergessen. Wir sind froh, dass wir eine Gasheizung an Bord haben.

28.042018, Borsfleth

Wir stehen früh auf. Der Rest der Mannschaft schläft noch - normal! Unseren Kaffee trinken wir draußen in der Plicht - es ist kühl oder besser gesagt kalt. Aber die Sonne scheint, es ist wenig Wind. Nicole checkt die Wetter-App. Höchst verwundert nimmt sie zur Kenntnis, dass das Wetter gar nicht mehr so schlecht vorhergesagt ist. Dabei bleibt es - zunächst! Ich gucke Nicole an und nach ein paar Sekunden entfährt es mir: "Neeee, vergiss es! Wir fahren jetzt nicht noch los nach Marina Minde! Guck Dir das Echolot an: Da steht 0,3 m (unterm Kiel) bei ablaufendem Wasser. Da fahre ich hier nicht mehr raus!!"

Ich mache es kurz: 10 Minuten später sehe ich mich mit der Achterleine in der Hand, am Heck stehend, der Motor läuft schon und Nicole wirft die Vorleine über und kommt an Bord, während ich den Rückwärtsgang einlege. Unser Ziel lautet jetzt nicht mehr Marina Minde sondern Fahrdorf an der Schlei (fast bei Schleswig). Dort haben wir Freunde, die auch Kinder haben. Daher war es uns ein Leichtes, unsere verschlafenen Kinder von unserem spontanen Vorhaben zu überzeugen - trotz zu geringer Vorräte und Wechselklamotten!

Wir fahren ein blitzmäßiges Ablegemanöver. Als ich den Vorwärtsgang einlege, sehen wir den Hafenmeister mit der, von Nicole gestern Abend bestellten, Brötchentüte herbeieilen. Ich lege den Rückwärtsgang ein und wir nähern uns dem Steg. Unsere Älteste ist inzwischen wach und nimmt die Brötchentüte entgegen. Dann geht es los und wir motoren mit etwas Schwung durch die Hafeneinfahrt. Das Echolot geht auf 0,2, dann 0,1 und dann irgendwelche sinnlosen Zahlen - sprich Schlick unterm Kiel. Wir werden langsamer, bewegen uns aber noch. Wir bangen und zittern - aber wir schaffen es tatsächlich raus auf die Stör! Phantastisch!!

Wir passieren das Störwerk ebenso zügig wie gestern. Unser Ziel heute: Rendsburg.

Wir verpassen gerade einen Schleusung. Die "Haeven Can Wait" hatte uns überholt und konnte gerade noch mitschleusen. Aber nur 30 Miuten später können wir in die Schleuse fahren.

Während der Kanalfahrt frühstücken wir. Die Zeit an Bord vergeht zügig. Auch die Kinder arrangieren sich. Einziger Wehrmutstropfen: Auf dem verdammten Kanal gibts kein WLAN!!

Unser Tank ist halb leer und wir müssen Rendsburg anlaufen. Wir erreichen um 16 Uhr den Yachtservice Schreiber bei Rendsburg. Um 16:05 sind wir fest und erfahren, dass die Tankstelle nur bis 16:00 geöffnet hat. Was für eine Sauerei denken wir!

Wir nehmen Wasser über und fahren direkt weiter. Inzwischen regnet es ein wenig. Bevor wir Kiel erreichen, macht Nicole leckeres Abendessen und baut ein kleines Buffet im Niedergang auf - echt Klasse, die Kinder sind begeistert.

Am Abend erreichen wir Holtenau. Es ist ordentlich was los hier. Sechs weitere Segler warten schon und auch drei große Feeder bzw. Frachtschiffe. Nach ca. 40 Minuten können wir in die Schleuse fahren. Ein akrobtischer Akt, denn es liegen rechts und links in der Schleuse jeweils große Schiffe. Es kommt eine Durchsage an die Sportschiffer. Wir sollen ganz nach vorne durchfahren. Wir sind die Ersten in der Scheuse. Etwas ungläubig schauen wir uns an: Wie sollen wir da noch durchpassen? Nicole gibt vorwärts und manövriert die Hanna zwischen den engen Raum zwischen den beiden Bordwänden hindurch. Und tatsächlch: Vorne ist noch Platz - das hätte man nicht für möglich gehalten. Zögerlich folgen uns die anderen Segler.

Nach dem Schleusen fahren wir direkt zum Anleger bei Holtenau und machen fest. Das war ein langer Tag, insbesondere für unsere Kinder, aber sie haben toll durchgehalten!

29.04.2018, Holtenau

Der Morgen ist total nebelig. Wir lassen uns aber nicht abhalten und machen uns auf den Weg. Wir rechnen aus, dass wir mit unserer Tankfüllung noch bis Maasholm kommen.

Leider erfahren wir bei unserer Ankunft, dass die Tankmöglichkeit nicht mehr existiert und wir nach Kappeln fahren müssen. Na gut denken wir, dann wird unser Tank halt mal etwas leergefahren.

Wir motoren weiter die Schlei rein bis nach Kappeln. Dort finden wir eine Zapfstelle, aber leider mit der Aufschrift "Außer Betrieb"!

Es dauert nicht lange und wir können durch die Klappbrücke fahren. Von unseren Freunden erfahren wir über WhatsApp, dass es noch mehr Tankmöglichkeiten gibt. Wir  steuern Brodersby an, aber auch dort werden wir nichts; der Hafenmeister ist nicht erreichbar. In Missunde erleben wir das Gleiche. Jetzt wird es langsam knapp für uns. Wir müssen irgendwie nach Borgwedel kommen. Auch durch häufiges Messen des Tankinhaltes, wird dieser nicht voller!

Mit Ach und Krach kommen wir nach Borgwedel und machen dort fest. Mit Leinen verholen wir uns in die zum Tanken und Slippen vorgesehene Box. Der Hafenmeister ist gerade nicht im Hafen. Nach einer halben Stunde können wir dann endlich tanken - 78 Liter für 117 EURO. Wir sind verwundert, was in unseren Tank reinpasst.

Anschließend fahren wir sofort weiter. So langsam müssen wir mal ankommen. Es wird leicht dämmrig, obwohl es erst abends halb sechs ist.

Wir sind froh, jetzt in Fahrdorf zu sein. Wir bekommen ein sehr leckeres Abendessen von unseren Freunden und die Kinder freuen sich, sich wiederzusehen.

Morgen fahren wir mit der Bahn nach Hause. Das war jedenfalls eine gelungene Reise; wir sind froh, dass wir uns dazu entschieden haben.

 



Winterliches Abslippen 2018

30.03.2018, SVE

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl: Heute soll unsere Hanna endlich ins Wasser. Als ich morgens zum Auto gehe, um zum Hafen zu fahren, muss ich erst einmal Eis-Kratzen. Gestern lag in Elmshorn mindestens 1 cm Schnee! Der ist aber dann im Laufe des Tages geschmolzen.

Nicole und ich wissen in Anbetracht der kalten Temperaturen und der bescheidenen Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht genau, ob wir uns wirklich freuen sollen, dass unser Schiff aus der Halle kommt. Zumindest scheint heute die Sonne; allerdings mit einem eiskalten Ostwind, der uns aber leider das Wasser aus der Krückau drückt. Wird das Hochwasser hoch genug ausfallen, so dass wir nach dem Wassern auch gleich noch den Mast stellen können?

Ich bin heute Morgen der Erste im Hafen. Meine Absicht ist es, den Mast vorzubereiten, sprich Anschlagen des stehenden Gutes und Montieren der Antenne, des Windgebers und des Windexes. Steckerverbindungen werden mit selbstverschweißenden Isolierband umwickelt.

Nicole kommt mit Piet, der in Winterschutzkleidung eingepackt ist und darüber eine Schwimmweste trägt, kurze Zeit später auf den Hof gefahren. Wir holen den Mast aus dem Mastenlager und bringen ihn nicht, wie sonst üblich, direkt zum Mastenkran, sondern zur Leeseite des Schuppens - der Ostwind ist einfach zu kalt.

Wir haben heute genug Zeit, denn Hochwasser ist erst am späten Nachmittag. Der Blick auf die Wasserstandsvorhersage des BSH bereitet uns allerdings etwas Sorgen: 40 cm unter NN!

Inzwischen hat ein Vereinskamerad  sein Schiff auf die Slipbahn verholt und läßt es per Seilwinde hinab: Das Wasser kann kommen. Heute steigt es aber spührbar  langsam.

Nachdem wir den Mast vorbereitet haben, bocken wir unsere Hanna ab, so dass sie auf der Slipbahn von Hand vor die Halle schieben können. Ein Vereinskollege, der auf unserer Steuerbordseite im Winterlager stand, kann somit auch auf die Schiene und nach uns ins Wasser. Wir sind somit drei Schiffe, die nacheinander ihrem nassen Element übergeben werden. Das gemeinsame Bewegen der tonnenschweren Schiffe macht wirklich Spaß, verlangt aber auch die volle Aufmersamkeit aller Beteiligten - grobe Fehler dürfen hierbei nicht passieren.

Nach einer gefühlten Ewigkeit schwimmt das erste Schiff, dass unten auf der Slipbahn steht, auf. Der Bootswagen wird aus dem Wasser gezogen und dann sind wir an der Reihe. Es ist verdammt wenig Wasser! Wir wollen es aber trozdem wagen, denn für morgen ist auch Ostwind und noch weniger Wasser mit Schneeschauern vorhergesagt.

Nicole ist beim Abslippen an Bord und startet beim Aufschwimmen des Schifes den Motor. Der Motor stand ein halbes Jahr in der Halle und ist eiskalt. Gerade die Kälte erschwert das Starten des Vorkammermotors. Nicole gibt zum Starten Vollgas und es dauert gar nicht so lange und der Yanamar 3GM springt mit dunklen Rauchwolken aus dem Auspuff an - echt stark!

Wir verholen unsere Hanna umgehend unter den Mastenkran und schlagen den vorbereiteten Mast an. Jedes Jahr wieder die gleiche, spannende Frage: Sind alle Wanten, Stage, Signal- und Flaggenleinen usw. richtig angeschlagen? Wir haben nicht viel Zeit für Versuche, da das Wasser heute offensichtlich früher abläuft. Als wir den Mast mit dem Kran anheben und auf den Mastfuß setzen, haben wir Gewissheit: Alles richtig gemacht! Wir können sodann zuerst das Vorstag, dann das Achterstag und dann die Oberwanten festmachen. Schließlich kommen noch die Unterwanten dran. Dank der zahlreichen und hilfsbereiten Vereinsmitglieder geht Alles recht schnell. Trotzdem läuft das Wasser schon ab und es wird langsam eng. Wir müssen zusehen, dass wir auf den Platz kommen. Wir legen sofort ab und fahren in Richtung unseres Platze. Doch leider kommen wir nicht in unsere Box, denn das Wasser ist schon zu weit gesunken. Durch den frischen Ostwind werden wir langsam gegen die Heckpfähle der Boxengasse gedrückt. Ich lege den Rückwärtsgang ein und versuche auf der luvseitigen Spundwand des Hafenbecken eine Heckleine festzumachen. Beim Aufstoppen kurz vor der Spuntwand setzt der Radeffekt in einer Weise ein, wie ich ihn noch nicht bei unserer Hanna erlebt habe. Das liegt wohl an dem geringen Abstand der Schiffsschraube zum Hafengrund/Schlick. Leider berühren wir bei der Aktion mit dem Heck die Spuntwand: Wir haben die erste Macke im Lack! Ich bin sauer! Nicoles Gesichtsausdruck sieht auch nicht viel besser aus. Sie hat schließlich den ganzen lagen Winter an unserer Hanna geschliffen, abgeklebt, lackiert, poliert und versiegelt!

Das Bild links haben wir bei Ebbe gemacht - dort ist die Furche zu sehen, die wir bei dem Manöver im Schlick hinterlassen haben

Viel Zeit für Wutausbrüche haben wir nicht. Das ablaufende Wasser sitzt uns im Nacken! Wir setzen unseren Versuch in die Box zu kommen fort. Mit Vor und Zurück versuchen wir den Schlick zu verdrängen, um uns so sukzesssive in unsere Box vorzuarbeiten. Dabei legt sich unsere Hanna durch den Schlick, der sich unter dem Rumpf befindet, zunehmend auf die Seite und der Heckpfahl, um den wir rum müssen, berührt durch die Krängung nicht die Scheuerleiste sondern die schöne, glänzende Außenhaut. Mit haarstreubenden  Quietschgeräuschen zerschrammen wir die Außenhaut unserer Hanna! Die Zweite Macke! Innerhalb von 5 Minuten! Ein Alptraum!!

An der Spundwand des Hafenbeckens können wir sehen, dass das Wasser bereits um ca. 10 cm gefallen ist. Langsam wird es brenzlig. Wenn wir uns hier festfahren, wird unser Schiff bei Ebbe unkontrolliert auf die Seite kippen. Außerdem kommen wir so nicht von Bord. Ein Vereinskamerad gibt uns den Ratschlag aus dem Hafen raus, auf die Krückau zu fahren und im anderen Hafenbecken festzumachen. Nur mit Vollgas rückwärts können wir uns aus dem Schlick ziehen und mit fast Vollgas vorwärts raus auf die Krückau fahren. An den Seiten des Flussbettes sind schon beängstigende Schlickansammlungen zu sehen. Wir haben nicht viel Raum zum Ausholen, um in die enge Hafeneinfahrt des Beckens II zu lenken. Die Strömung des ablaufenden Wassers erschwert das Ganze zusätzlich, so dass wir gefährlich dicht an die Spundwand der Hafeneinfahrt geraten. Nicole ist auf dem Vorschiff und sieht uns schon mit der Bugspitze und mit voller Fahrt gegen die Spuntwand fahren. Es gab für uns in diesem Moment kein Zurück mehr. Ich gebe Vollgas und schlage die Pinne voll ein. Nur um Haaresbreite entkommen wir der Katastrophe. Nach dem Schreck folgt gleich der nächste: Wir werden langsamer, ohne dass ich den Gashebel bewegt hätte - der Kiel schleift durch den Schlick. Wir haben aber glücklicherweise genug Schwung und kommen gerade noch zu der Box, wo wir die nächsten Tage unsere Hanna lassen können. Unsere Vereinskameraden spenden uns Trost - das tut gut. Wir sind heilfroh, hier in der Box zu liegen!

Es fällt uns zugegebenermaßen schwer, unseren Ärger über die Schrammen zu unterdrücken. Bei genauer Begutachtung sehen wir aber gute Chancen, dass wir die Schrammen mit Polieren einigermaßen wieder hinbekommen.

Die Sonne scheint und wir liegen mit dem Bug zum eiskalten Ostwind. Die Sonne hat schon genug Kraft und wir können im Windschatten der Sprayhoodd einen Moment in der Plicht sitzen und die Geschehnisse, soweit möglich, verarbeiten. Wir bleiben den größten Teil des Abends an Bord und bestellen später Pizza - (nicht nur) Piet ist begeistert!

Schlussendlich sind wir froh, dass unsere Hanna im Wasser ist und wir auch schon den Mast gestellt haben. Die Segelsaison 2018 kann kommen!

 

Das war unser Wintertreffen 2018!

03.02.2018, 15:00 - Segler Verein Elmshorn (SVE) - Vereinshaus

Rechtzeitig vor Begin der Veranstaltungen erschienen die ersten Teilnehmer unseres diesjährigen Delphin-Liebhaber-Treffens. Mit den "Vortragenden" konnten wir einen zweckmäßigen Technick-Check durchführen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf hinzubekommen.

Auch das Kuchenbuffet füllte sich mit zahlreichen, wirklich leckeren und vielfältigen Kreationen.

Wir starteten sodann mit unserer Vorstellrunde, indem wir den an die Leinwand projezierten Schiffsbildern die jeweilige Crew zuordneten. Viele Delphin-Liebhaber waren letztes Jahr schon dabei. Wir haben uns sehr gefreut, dass dieses Jahr noch weitere   Delphin-Freunde zu uns gestoßen sind!

Der erste Beitrag kam von Peter Horn, einer der drei Ur-Väter des Delphin 66. Er baute seine "Thekla" (Baunummer 2) nicht nur mit seinen eigenen Händen, sondern war maßgeblich an der Entstehung des eigentlichen Konzepts für den Delphin 66 beteiligt. Peter vermittelte uns anhand einer mit seinem Sohn Tim sauber ausgearbeiteten Powerpoint-Präsentation, wie der Delphin 66, im Grunde als Weiterentwicklung des Stahl-Delphins, vor rund 52 Jahren entstand. Dies, aus erster Hand zu erfahren, war schon eine tolle Angelegenheit.

Wie wir in seinem Beitrag erfuhren, war die Zeit vor rund 50 Jahren einfach eine vollkommen andere: Einen Gebrauchtbootmarkt, so wie wir ihn heute kennen, gab es damals nicht. So blieb vielen Hobby-Skippern aus finanziellen Gründen, oft nur der Eigenbau. Und es ist schon faszinierend zu sehen, wie damals mit zum Teil primitivem Werkzeug so hübsche Schiffe entstehen konnten - insbesondere weil oftmals zwar handwerkliches Geschick, aber eben keine handwerkliche Erfahrung von Berufs wegen vorhanden war.

Mit Erlaubnis von Peter Horn haben wir seinen Beitrag hier (→Link) veröffentlicht.

Auf besonderen Wunsch ging Peter Horn auch noch speziell auf das Thema "Luvgierigkeit" ein. Wer das Thema vertiefen möchte, kann sich den Beitrag von Peter hier nocheinmal "reinziehen": → Link

Nach den zum Teil anspruchsvollen Inhalten des Vortrages von Peter Horn, hatten wir uns Alle eine Kaffepause verdient. Die Zeit wurde auch zum regen Austausch genutzt und verflog wie im Fluge. Aber es half nichts, wir mussten weitermachen, da noch weitere spannende Beiträge auf uns warteten.

Schließlich kam Hans Kather zu Wort. Er berichtete sehr anschaulich von seiner Segel-Reise mit seinem Delphin "Kathy" (Baunummer 19) auf dem Mittelmeer, bei der er vor Jahren von einem Unwetter überrascht worden war. Als Zuhörer konnten wir uns gut in seine damalige Lage hineinversetzen, bei der es gut drei Tage lang nur um Wache-schieben und Pause-machen ging - ohne die nassen Klamotten vom Leibe zu bekommen - eine nicht gerade begliche Vorstellung. Insgesamt war das Leben an Bord durch den starken Wind und die hohen Wellen sehr eingeschränkt. Das waren Bedingnungen, bei denen sich wohl keiner von uns freiwillig aufs Wasser begibt!

Als nächste folgte ein Beitrag von Frank Homuth, ein sehr erfahrener Segler, der mit großer Leidenschaft und Enthusiasmus seinen  Delphin "Liekedeeler" (Baunummer 3) in Schuss hält und zu einem wahren Schmuckstück gemacht hat. Seit Jahrzehnten befährt er die Elbe sowie die nordfriesischen und ostfriesichen Gewässer und kennt das Revier wie seine eigene Westentasche. Frank berichtete uns, wie er den seit vielen Jahren verlorengegangenen Kontakt zur Baunummer 1, damals noch unter dem Namen "Ilse" (heute "Pina") durch eine Zufallsbegegnung wieder herstellen konnte. Wir Alle haben uns sehr gefreut, dass die Crew der "Pina" den weiten Weg aus Kleve (nördliches Ruhrgebiet) auf sich genommen hat und zu unserem gemeinsamen Delphin-Treffen gekommen ist.

Als letzten Beitrag berichtete Peter Hellwig von seiner Teilnahme an der "Modern Classics 2013", bei der er eine vordere Platzierung ergatterte. Das war umso überraschender, da er völlig unvorbereitet und ohne jegliche Erwartungen zur Veranstaltung kam. Peter Hellwig zeigte uns dann beeindruckende Detailaufnahmen von seinem Schiff, der "Hol Di Ran" (Baunummer 12). Diese hatte die "Yacht" im Nachgang zur Veranstaltung der "Modern Classics 2013" angefertigt.

Im Anschluss des "offiziellen Teils" folgte ein offener Erfahrungs-austausch, bei dem es z. B. um Erfahrungen mit Navigationssoftware ging.

Die Hanna-Crew bedankt sich bei den Delphin-Liebhabern für ihre Teilnahme, die mit zum Teil langen Anfahrtswegen verbunden war. Die mitgebrachten Kuchen und Torten waren ein Hochgenuss und waren ein wichtiger Beitrag zur Veranstaltung. Auch für die Mithilfe, insbesondere beim "Rückbau", herzlichen Dank!

Eure "Hanna"-Crew, Baunummer 9

 

Hier geht es zu den Vorträgen von Peter Horn:

 

 

 

 

 

 

 

Wintertreffen der Delphin-Eigner 2018

Wintertreffen 2018

Nach dem sehr positiven Feedback zu unserem gemeinsamen, ersten Wintertreffen im Februar 2017, freuen wir uns nun auf unser zweites Treffen.

Die Auswertung der Online-Tabelle  (Tabelle)  hat mit derzeit 26 Anmeldungen für den 3. Februar 2018 die größte Überschneidung ergeben. Daher haben wir für diesen Termin unser Vereinshaus im SVE bereits reserviert. Wir freuen uns sehr über das große Interresse!

Hier alle erforderlichen Angaben auf einen Blick:    

Datum:                           Samstag, den 3. Februar 2018
Beginn ist :                     15 Uhr
Veranstaltungsort:      Vereinshaus des SVE
Adresse:                          Wisch 20, 25336 Elmshorn
„Notfallnummer“:         0176 – 325 38 98 7
E-Mail:                            axelbreuer@gmx.de

Für den Ablauf unseres Treffens schlagen wir folgende Agenda vor:

  1. Begrüßung durch Nicole und Axel Breuer
  2. Kurze Vorstellung der Boote/Eigner (Präsentation mit Beamer/Leinwand)
  3. Vortrag von Peter Horn zu den Themen "Schwert" und "Luvgierigkeit"
  4. Kaffepause mit Kuchenbuffet
  5. Hans Kater erzählt von einer Segelreise, die es in sich hatte!
  6. Beitrag von Sabine und Frank Homuth
  7. Peter Hellwig zu seiner Teilnahme an der "Modern Classics 2013"
  8. Offener Erfahrungsaustausch - geselliges Zusammensein

Wir sehen uns am 3. Februar 2018,

Eure Hanna-Crew! (Nicole, Sophia, Isabel und Piet Breuer)

Anfahrt

Eindrücke vom letzten Delphin-Treffen 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Grüner Mann”- Regatta 2017

Am Abend vor der eigentlichen Regatta finden sich alle teilnehmenden Skipper im Seglerverein der W.Y.K. Elmshorn ein. Wir rücken schon mit unserer Hanna an und können sogar noch vor Begin der Veranstaltung in der Plicht Abend essen - herrlich!

Da es unsere erste Regatta ist, müssen wir bei der Skipperbesprechung etwas genauer hinhören, was gar nicht so einfach ist, da unser Kleiner zwischen den vielen Menschen Verstecken spielt und Nicole ihrer Funktion als Pressewart nachkommen muss. Zu diesem Zweck hat sie ihre Kamera mitgenommen, um vernünftige Bilder schießen zu können.

Wir wissen schließlich, wo wir starten und die Ziellinie queren müssen und dass wir die grüne Tonne GN13 rechts herum umfahren müssen. Außerdem wird die Startzeit um 30 Minuten nach hinten verschoben. Zu dem Zeitpunkt wissen wir nicht, dass uns das zum Verhängnis werden würde. 

Am nächsten Morgen müssen wir, so wie die anderen Regattateilnehmern auch, recht früh hoch, um rechtzeitig durch das noch offene Tor des Hafens zu kommen.

Bis zum Start der Regatta legen sich die meisten bei Pagensand, unweit von der Start-/Ziellinie vor Anker. Es ist der richtige Augenblick für ein Frühstück. An unserer Backbordseite macht dann noch die Damian (Baunummer 5) fest.

Rechtzeitig vor dem Start bereiten wir Alles fürs Segeln vor. Bei uns gestaltet sich die Wahl der Segel recht einfach. Wir haben nur die Garnitur, die bereits angeschlagen ist. Auf anderen Booten können wie bunte Tücher entdecken, die auf ausgewiesene Leichtwindsegel wie Spinn- oder Genncker schließen lassen. Schade, denken wir, hätten wir auch gerne.

Wir rechnen bei der Flaute mit dem Schlimmsten, also dass wir als Aller Letzte durch das Ziel fahren und dadurch die Regatta unnötig in Länge ziehen würden. Während wir  überlegen, wie wir das vermeiden können, nähern wir uns unter Motor der Startlinie, um diese dann nur unter Segeln zu überfahren. Die meisten Mitstreiter sind zu Begin der Regatta vor uns, da sie früher die Startlinie passiert haben. Doch das Unfassbare, das schier Unglaubliche wird Wirklichkeit: Wir schließen zum Regattafeld auf und überholen sogar andere Schiffe.  Wie es dazu kommen kann, ist uns nicht klar. Nicole an der Pinne und als gemeldete Skipperin, macht jedenfalls einen hervorragenden Job!

Was so gut begonnen hat, kann nicht auch so enden. Leider erreichen wir nicht rechtzeit die grüne Tonne GN 13 vor dem Kentern der Tide, so dass wir zwar noch etwas Fahrt durch das Wasser machen, aber leider in Summe über Gund rückwärts fahren. Das ist deprimierend. Uns wird klar, dass uns genau die halbe Stunde fehlt, um die der Regattastart nach hinten verschoben wurde. So ein Mist! Mittlerweile kommt ein Regattabegleitboot von achtern und klappert alle Segler hinter uns ab und verkündet den Abbruch für diejenigen, die die Grüene Tonne GN 13 bis jetzt nicht umrunden konnten. Wir finden es wirklich sehr schade, da wir uns nach eigner Abschätzung tapfer geschlagen haben.

Während Nicole unsere Hanna wendet, versuche ich das Schwert, das wir zuvor zum Höhelaufen heruntergelassen haben, wieder hochzukurbeln. Leider komme ich nicht weit - das Schwert steckt nach wenigen Umdrehungen fest. Ich versuche mit einem Seil, dass ich von vorne unter dem Bug und dem Kiel bis zum ausgefahrenen Schwert unterdurchführe, das schwert zurückzuklappen. Das gelingt auch zunächst sehr gut und ich merke am Seil, wie ich das Schwert etwas bewegen kann, bis das Seil offensichtlich vom halb eingeklappten Schwert abrutscht, so dass es mit Schwung und mit einem deutlich hörbaren Rumpsen wieder nach unten rauscht. Nicole entfleucht es: "Das hörte sich nicht gut an!". Das waren im Grunde meine eigenen Gedanken. Wir haben die Befürchtung, dass das Seil aus der Trommel ausgerauscht ist und nun unter Wasser hängt und beim Starten des Motors in die Schraube kommen könnte. Ich versuche erneut mit einem Seil das Schwert hochzuziehen bzw. damit möglicherweise das Drahtsei, dass wir nunmehr unterhalb des Schiffes wähnen, zu fassen zu bekommen. Leider verhakt sich das Seil irgendwo, so dass wir es nicht mehrhochziehen können. Jetzt hängt sogar noch die Leine komplett unter Wasser!! So ein Mist!! Wir sind im Grunde manövrierunfähig, da wir den Motor nicht starten können, da sonst das Seil und die Leine in die Schraube kommen würde.

Es ist absolute Flaute und wir vertreiben mit dem Tidenstrom. Urplötzlich dreht sich die Hanna wie von Geisterhand um ihre eigene Achse und bleibt mit dem Bug entgegen der Strömung fest - Es ist ein Gefühl, wie vor Anker! Unfassbar! Offensichtlich haben sich die Seile irgendwo verhakt. Nach kurzer Zeit löst sich das Ganze wieder und wir treiben weiter - nun laufen wir Gefahr, auf das Flach vor Pagensand zu treiben. Der Wind reicht nicht, damit wir das Flach umfahren können. Wir greifen zum Telefon und bitten einen Vereinsfreund um Schlepphilfe.

Wir werden zum Start- bzw. Zielschiff geschleppt, um dort längsseits zu gehen. Ich mache mich derweil daran, die Verkleidung des Schwertkastens mit ihren zahlreichen Schrauben zu demontieren. Das Problem wird schließlich sofort erkennbar: Das Seil, das durch eine Bohrung in der Trommel zum Aufwickeln des Seiles geführt ist, ist aus der Trommel gerauscht. Das Ende des Seils war nur mit Tape gesichert! Immerhin: Da ich das Ende des Seils in der Hand halte, ist es offensichtlich doch nicht komplett aus dem Schwertkasten gerauscht und unter Wasser geraten. Ich mache mich daran, das Seil wieder in das Loch in der Trommel einzufädeln. Dazu muss ich zunächst die die Trommel aus ihrer Lagerung montieren, da das Seil zur kurz ist. Das Ende des Seil ist total ausgefranst und läßt sich so nicht in das kleine Loch einführen. Die Enden der Litzen sind spitz und bohren sich in die Finger - das macht aggressiv! Ich schneide das ausgefranste Ende mit einem Saitenschneider ab. Das ist ein schwieriges Unterfangen, da die Zange nur kleine Bündel schafft zu durchtrennen.

Inzwischen werden wir in den Hafen der W.Y.K geschleppt. Dort stehen bereits einige Helfer, um uns beim Einfahren in die enge Einfahrt des Hafens zu helfen. Ich bin so vertieft in meine Arbeiten, so dass mich Nicole erstmal rufen muß. Als wir uns der Hafeneinfahrt nähern, beschleunigt das Abschleppschiff nocheinmal, damit wir mit genügend Schwung in den Hafen kommen. Die Herausforderung für uns besteht darin, unter Berücksichtigung des Versatzes durch den Tidenstrom, den richtigen Winkel für das Einfahren zu finden - es gibt nur einen Versuch!

Nicole ist die stressige Sitation nicht an zu sehen - sie behält die Nerven und steuert unsere Hanna sicher durch die enge Hafeneinfahrt und schafft es sogar dabei noch, die Heckleine überzuwerfen - phantastisch, das hat sie wirklich gut gemacht! Wir kommen gerade noch mit dem Restschwung in eine Box ganz vorne. Wir sind überwältigt von der Hilfs- und Einsatzbereitschaft der anderen Segler an Land. 

Als wir schließlich in der Box fest sind, versuche ich mit einem Vereinskameraden das Seil in der Trommel zu fixiern. Da wir keine Seilklemme zur Hand haben, formen wir ein Auge und fixieren es mit Kabelbindern. Dann montieren wir die Trommel wieder am Schwertkasten, wobei der hilfsbereite Vereinskamerad mit den Händen mit aller Kraft am Seil zieht. Das Seil schnürt sich in die Hände - Ich beeile mich und schraube die Trommel wieder am Schwertkasten fest.

Im Nachgang zu der ganzen Aktion stellen wir fest, dass wir unser Schiffe wieder ein Bisschen besser kennengelernt haben und wie wichtig Kameradschaft ist.

 


Unverhofft und traumhaft!

30.09.2017, W.Y.K.

Unser Schiff liegt noch in der W.Y.K., so dass mir morgen mit auflaufendem Wasser zurück in den SVE fahren wollen.

Wir sind schon am Nachmittag an Bord - es ist bedeckt, teilweise regnet es - es mutet herbstlich an. Unser jüngstes Kind ist mit an Bord (keine Wahlmöglichkeit) während seine großen Schwestern Verabredungen haben und zu Hause bleiben dürfen.

Unter Deck läuft die Heizung - es ist gemütlich. Obwohl nicht viel passiert, vergehen die Stunden wie im Fluge.

01.010.2017

Am Morgen klart es auf und die Sonne scheint. Wir legen nach dem Frühstück ab und fahren durch das gerade geöffnete Tor der Hafeneinfahrt des W.Y.K., um dann rechts, auaufwärts zum SVE abzubiegen. Wir fragen uns: Wie kann man nur bei so einem schönen Wetter nach Hause fahren? Unsere Stimmung war schonmal besser. Je näher wir dem SVE kommen, desto mehr keimen unsere Zweifel auf, ob wir hier gerade das Richtige tun. Schließlich greife ich zum Handy und unterbreite unseren beiden Zuhausegebliebenen unseren Wunsch, noch einen Tag länger zu bleiben. Das ist, wie zu erwarten war, kein großes Problem für die Beiden, da ohnehin weitere Verabredungen mit ihren Freunden anberaumt waren. Noch während ich telefoniere, lege ich den Rückwärtsgang ein, stoppe die Hanna und versuche, den Bug der Hanna gegen das auflaufende Wasser zu bekommen. Wir hatten bereits 2/3 der Strecke zum SVE hinter uns und die Krückau ist hier nicht mehr besonders breit. Wir haben aber wenig Wind und so gelingt es nach kurzen Vor- und Zurücksetzen unsere Hanna zu wenden.

Nachdem wir das Krückausperrwerk passiert haben setzen wir das Großsegel und machen den Motor beim Auslaufen aus der Krückaumündung aus - herrlich, es ist ein Traum: Keine Wolke am Himmel, leichter Wind und milde Temperaturen! Wir treffen unsere Freunde mit ihrer Bianca 27 und segeln schließlich Richtung Haseldorfer Nebenelbe. Wir fahren das mittlerweile funktionstüchtige Schwert aus und stellen fest, dass wir gut Höhe laufen können - top!

Schließlich wenden wir und segeln zusammen bis zur Hafeneinfahrt von Glückstadt, um uns dort vor der Rhinplate vor Anker zu legen. Unserer Freunde machen längsseits fest. Es ist wie im Hochsommer. Wir trinken gemeinsam Kaffee und Nicole backt noch ein Brot. Es riecht an Bord wie beim Bäcker.

Am frühen Abend verholen wir uns in den Hafen von Glückstadt. Der ist ziemlich voll. Wir sind nicht die Einzigen, die den vielleicht letzten schönen Tag der Saison nutzen wollen.

Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, noch einen Tag dranzuhängen. So haben wir ganz unverhofft einen herrlichen Tag auf der Elbe verbringen dürfen.

02.10.2017, SVE

Der angekündigte Regen ist tatsächlich gekommen. Am späten Vormittag fahren wir mit auflaufendem Wasser Richtung Krückaumündung. Es ist naß an Bord. Regen von oben und Gischt von vorne; es ist kalt. Es ist, entgegen der Vorhersage, noch nicht viel Wasser in der Au. Am Ufer der Au können wir Schlick sehen. Wir schaffen es aber bis in den Hafen des SVE, müssen uns dann aber noch etwas in Geduld üben, um schließlich in unsere Box zu kommen.

 

 



Absegeln 2017

09.09.2017

Ziel des diesjährigen Absegelns ist der MYC Stade. Nach dem gestrigen Tag mit Dauerregen, der bis heute Nachmittag anhält, klart es doch tatsächlich beim Ablegen auf! Leider wird unsere Freude durch die Tatsache gedämpft, dass sich unsere Hanna nach Einlegen des Rückwärtsganges keinen Millimeter bewegt – obwohl genug Wasser im Hafen ist! Grund dafür ist unser Schwert, das bei einer Auslenkung von ca. 50 cm fest sitzt und sich nicht mehr nach oben kurbeln lässt. Das resultiert aus einer offensichtlichen Nachlässigkeit beim letzten Einwintern: Wie wir von einem Vereinskameraden später erfahren, ist es ratsam, vor dem Aufslippen das Schwert drei Mal runter und wieder hoch zu kurbeln, um den Schlamm, der sich bei Ebbe in den Schwertkasten drückt, wieder herauszubekommen – wir lernen immer noch dazu!

Da tatenloses Warten nicht gerade zu meinen Stärken gehört, machen wir uns daran, unser Schiff aus der Box zu drücken. Mit Vor und Zurück und zwei tatkräftigen Vereinskameraden, die an der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens mit einer langen Leine ziehen, kommen wir schließlich frei.

Wir erreichen nach ca. 2,5 Stunden den Hafen des MYC Stade. Hunger und Durst haben wir bereits. Viele unserer Vereinskameraden waren schon mit dem Morgenhochwasser gekommen.

10.09.2017

Heute heißt es früh aufstehen, um das ablaufende Wasser zu nutzen. Für heute ist gutes Wetter angesagt, so dass wir den Tag auf der Elbe verbringen wollen. Wir laufen die Ankerstelle an der nördlichen Spitze von Schwarztonnensand an und suchen uns eine Stelle, die bei Ebbe nicht trocken fällt. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Elbe.

Gut vier Stunden vor Hochwasser lichten wir den Anker machen uns auf den Heimweg, so dass wir am frühen Abend wieder zu Hause sind.

 

 



Wir sind in Cuxhaven!

26.08.2107, Cuxhaven

Wir stehen früh auf. In Glückstadt ist morgens um 6 Uhr noch nicht viel, eher gesagt gar nichts los. Die Sonne schimmert etwas durch die Wolken. Wir trinken unserern obligatorischen Kaffee und legen dann zügig ab. Segeln fällt flach wegen Flaute. Wir sind aber, Dank des ablaufenden Wassers, mit gut 9 Knoten über Grund unterwegs. Nachdem wir Brunsbüttel an Steuerbord an uns vorbeiziehen sehen, kommt für uns im wahrsten Sinne des Wortes "Neuland". Die Strömung der ablaufenden Tide scheint sich hier auch noch zu verstärken, denn wirl fahren teilweise mehr als 10 Knoten über Grund, (bei 2.300 U/min - normaleweise Marschfahrt). Auch das Phänomen, dass man schon fast große Anstrenungen unternehmen muss, um nicht mit den wie Magnete wirkenden Tonnen, zu kollidieren, scheint hier ausgeprägter zu sein. Nach und nach ploppen Gebäude von Cuxhaven am Horizont auf, die durch die Schnelle Annäherung durch das menschliche Auge wahrgenommen werden könenn. Mit rasender Geschwindigkeit fliegen an Steuerbord die ersten Hafenanlagen an uns vorbeit. Es nähern sich zahlreiche große Schiffe, Containerschiffe, Feeder, Boote der Wasserschutzpolizei sowie Fähren von vorne und von achtern. Wir nutzen das AIS-Signal, dass wir über unser Funkgerät empfangen und auf dem Plotte darstellen können, um jeweils den günstigsten Zeitpunkt zum Queren des Fahrwassers abzupassen.

Wir fahren erst in den Hafen des SVC und drehen dann noch zu Erkundungszwecken eine Runde durch den Fährhafen. Anschließend machen wir in der Nähe der "Drommel" (auch ein Delphin 66) fest. Unsere Vereinskameraden sind auch schon im Anmarsch.

Für uns ist es ein Erlebnis hier zu sein. Wir sind  froh, dass unser Vereinskamerad diesen tollen Vorschlag gemacht hat. Was folgt, ist ein enstpannter Tag. Nachmittags gehen wir zusammen in die Stadt . Abends grillen wir zusammen - wirklich schön!

 

 

 

Muschelbänke am Kiel

20.08.2017, SVE (Elmshorn)

Wir wollen es wissen! Den gesamten Urlaub haben wir uns geärgert. Ist es wirklich der Bewuchs, der uns so sehr ausbremst hat und auch für die unglaublichen Vibrationen an der Pinne verantwortlich ist?

Es ist Sonntag, und Hochwasser ist am frühen Nachmittag. Ein günstiger Zeitpunkt, unserer Hanna mit stehendem Mast auf die Slippbahn zu bringen. Schnell ist der Slippwagen auf der Schiene und wir lassen ihn zu Wasser. Wir binden unsere Hanna los und ziehen uns zur Slippbahn – alles ohne Motor. Ein Vereinskamerad an der Winsch, zieht sodann den Slippwagen mitsamt dem Schiff aus dem Wasser. Die Spannung ist recht groß – und die Überraschung, als wir die Muschelbänke am Kiel sehen, auch! Die Muscheln sitzen dicht an dicht, aber nur im unteren Bereich des Kiels, also dort, wo die Hanna am Anfang der Saison im Schlick gesteckt hat. Und ja, wir können uns vorstellen, dass uns diese Menge von Muscheln ausbremsen kann und bei Fahrt durch’s Wasser Verwirbelungen erzeugen können, die dann am Ruderblatt zu den starken Vibrationen führen.

Wir rücken dem Bewuchs mit einem Hochdruckreiniger zu Leibe. Dann müssen wir zu sehen, dass wir die Hanna wieder ins Wasser bekommen, da bald das Hochwasser erreicht ist.

Wir sind froh, dass wir uns zu dieser Aktion durchgerungen haben und hoffen, dass wir nächstes Wochenende den Erfolg dieser Maßnahme spüren können.