Das Leben nach dem Motoren – Aktualisiert am 08.08.2016

07.08.2016

Das Titelbild des heutigen Posts sagt eigentlich Alles! Die Track-Aufzeichnung rechts in der Karte spricht ebenso für sich: Zickzack fahren macht nur dann Sinn, wenn der direkte Weg nicht geht. Das ist beim Segeln meistens nur dann der Fall, wenn der Wind aus der Richtung kommt, wo das Ziel liegt. So ganz freiwillig haben wir heute also nicht gekreuzt, wir hätten bei dem Wind lieber einen Kurs raumschots mir ordentlich Speed gewählt. Wie kam es also dazu?

Der gestrige Tag war nach dem Abendessen und dem Schreiben des Blogs noch lange nicht zu Ende. Gerade als Axel die letzten Zeilen tippte, es war bestimmt schon nach 22 Uhr, kommt noch eine große Bavaria herein gefahren. Der Wind blies mit 7 Beaufort. Es stand eine für einen Hafen beachtliche Welle, so dass sich die Boote stark bewegten und an den Leinen ruckten. Um die starken Beschleunigungen aus dem "System" zu nehmen, haben wir Ruckdämpfer eingesetzt, teilweise doppelt, da ein enormer Zug durch den Wind vorhanden war. Da der Vorrat an Ruckdämpfern erschöpft war, haben  20160806_161858wir einen Eimer mit Wasser an unsere Achterleine gehängt - 1a dämpfende Wirkung! Wir haben darauf geachtet, dass zwischen den Bordwänden ca.30 cm Luft war und die Fender nur als "Hosenträger zum Gürtel" da waren. Somit gab es kein Schamfilen der Fender an den Bordwänden. Das Alles funktioniert einwandfrei, bis zu dem Zeitpunkt, wo besagte Bavaria einlief und an unserem Päckchen festmachte. Das beachtliche Freibord des Schiffes sorgte bei dem Wind für enorme Kräfte. Am Heck der Hanna war ein lautes Knarzen zu hören. Wird die Hanna jetzt in zwei Hälften zerrisen?  Axel schaute sich die Sache genauer an: Wieso war das Stromkabel, das wir von unserer Steckdose im Heck über die Heckleinen der Nachbarschiffe gelegt hatten, eigentlich so stramm? Fakt war jedenfalls, dass die eigentlichen Festmacherleinen einen derartigen Reck erfahren hatten, so dass die Last der beiden Schiffe neben uns, einschließlich der Bavaria, von unserem Stromkabel aufgenommen wurden. Phantastisch, dass das hält! Axel forderte jedenfalls die Neuankömmlinge in angemessener Lautstärke auf, per sofort eine Landleine auszubringen. Der Aufforderung wurde glücklicherweise umgehend nachgekommen und die Funktion unseres Kabels beschränkte sich wieder auf das Leiten von Strom.

Die Nachbarn auf der anderen Seite, zwei sehr erfahrene Segler im Pensionsalter, benötigten Hilfe bei dem  Umgang mit ihrem IPad als Plotter. Axel geht "kurz" an Bord und installiert "kurz" die App und erklärt "kurz" den Umgang damit. Das ganze bei "einem" Gläschen Rotwein. Die Zeit rannte - es gab noch so viel gegenseitig zu erzählen. Es wurde noch spät.

Soviel zu gestern.

Der heutige Morgen begann etwas stressig, denn wir wollten los und die Zeit mit 20160807_142102weniger Wind nutzen. Leider waren die Besatzungen der anderen Schiffe, bis auf die beiden erfahrenen Segler an unserer Steuerbordseite Langschläfer. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich loskommen. Der Wind hatte natürlich inzwischen wieder zugenommen. Wir setzen jedenfalls sofort nach dem Auslaufen die Segel und kreuzen nach Kragenaes. Wir hatten leider nur ein Reff vorbereitet. Benötigt hätten wir jedoch auch das Zweite. Aber wir kommen gut voran und können gegen 11 Uhr in Kragneas festmachen. Kaum zu glauben, wir waren seit Tagen wieder einmal gesegelt! Der Hafen ist wirklich sehr schön und auch für Kinder sehr geeigntet - ein toller Blick auf das Wasser.DSC_0230

Ein Traum sollte war werden: Axel hat genug Wind und das OK von Nicole und darf surfen. Leider muß das Material quer durch den Hafen und hinter die Uferbefestigung transpotiert werden. Das ist jedoch bei der vorhandenen Motivation surfen zu gehen keine Herausforderung. Es wird Alles aufs Schlauchboot gepackt und an besagter Stelle abgeladen. Es folgen einige Runden mit Fullspeed und dem einen oder anderen Sprung - das macht Spaß!

20160808_090430Nach der Anstrengung hatte man sich ein anständiges Bier verdient. Abends grillen wir und genießen die herrliche Aussicht.

Unsere netten Nachbarn von gestern hatten uns auf unserer Kreuz per Motor überholt und wir hatten in Krageneas neben ihnen festgemacht. Auch an diesem Abend gab es ein Gläschen Rotwein - wirklich sehr nett die Beiden!

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