Eingeweht … oder wie man das sonst so nennt

Seit über 15 Jahren kennen wir ein Berliner Ehepaar (Petra und Peter SY " PEPE"), die vor 12 Jahren auf Weltumseglung gestartet sind, und sich zur Zeit auf dem Rückweg in der inneren Biskaya aufhalten. Zum zweiten Mal haben sie mir ihr Auto gegeben, damit sie es bei der Ankunft im Hamburger Yachthafen gleich zur Verfügung haben. Aber jedes Jahr erfinden sie eine neue Ausrede, warum sie es wieder nicht nach Hause geschafft haben. Darum wollen wir ihnen entgegenfahren und dann in die Heimat begleiten. Dieses Jahr haben Dorle und ich ausreichend Zeit und können endlich mal richtig viel segeln, wenn das Wetter es mitmacht, ja wenn nur....

13.06. Von Otterndorf bis Bake Z können wir gut segeln, dann schläft der Wind ein. Motorfahrt bis Helgoland, wo heute die Nordsee-Woche-Regatta startet. Hat man die Ostmole von außen mit roten Dreiecken geschmückt? Wir bekommen einen Platz im Verein, jetzt wird erst die Regatta gestartet. Start-Bedingung ist: Try-Segel und Sturmfock zu zeigen... die hatten wir aus der Entfernung als Molenverzierung erkannt. Das Wetter hält uns eine ganze Woche fest...und immer nur West bis Südwestwind mit Gewitter und Böen bis zu 10 Bft!

20.06. Nach vollen 7 Tagen auf Helgoland und kurz vorm endgültigen Hafenkoller läßt endlich der Wind nach. Bei nur 4-5 Kn Wind von vorn, motoren wir im Regen nach Spiekeroog, endlich mal ein anderer Hafen.

21.06. Mit dem ersten Wasser unterm Kiel losgefahren. Unterwegs zieht es Schwarz auf, die Sicht wird schlecht und wir beschließen, Langeoog anzulaufen. Der starke Seitenwind erschwert das Anlegen.

Bis 24.06. Jeden Nachmittag Gewitter-Gefahr, darum schon wieder 3 Hafentage.

24.06. Endlich keine Warnung, also weiter. Viel zu früh, am ersten Wattenhoch müssen wir ca. 30 Min warten. Der Wind nimmt zu, natürlich von vorn und es schauert mit mieser Sicht. Bei 7 Bft. aus West exakt von vorn. In Norddeich bekommen wir einen guten Platz.

25.06. Hafentag, das Wetter soll wieder ruhiger werden.

26.06. Ruhige Motorfahrt nach Lauwersoog (NL), keine weiteren Vorkommnisse. Ein freundlicher, warmer und sonniger Tag, das hatten wir schon lange nicht mehr.

27.06. Endlich mal richtig schönes Segeln. Auf Vlieland vom Hafenmeister den allerletzten freien Platz zugewiesen bekommen, sonst hätten wir vor Anker gehen müssen. Es ist sonnig und richtig heiß!

28.06. Im Hafen Flaute, aber draußen sind bis zu 18 kn Wind von Land her ohne Welle zeitweise 7-8 kn Fahrt über Grund. Leider zieht der Himmel immer mehr zu - wir gehen in Den Helder rein. Der Wind dreht auf SW, dann im Hafen schwach auf Süd-Ost. Beim Anbinden leichter Landregen, der immer stärker wird, aber bald aufhört, jetzt ist es sonnig und sehr heiß, der Abend bringt uns kräftige Gewitter. Schön, im geschützten Hafen zu liegen.

29.06. Hafentag.

30.06. Schnelles Segeln mit halbem Wind. 2 Stunden vor Scheveningen setzt der Gegenstrom ein. Der Hafen ist sehr voll - an 3. Stelle im Päckchen angebunden, dann an einen Engländer verholt, den wir bereits in Den Helder gesehen hatten. Den Abend drüben im Cockpit verbracht. In der Nacht Gewitter, morgen um 06.00 Uhr wollen wir weiter. Kurz vorher wieder Gewitter mit dickem Hagel, im Cockpit liegt Eis. Wegen des morgendlichen Unwetters schon wieder ein Hafentag. Die Engländer zeigen Verständnis, aber sie wollen doch nach Hause und fahren los. Das Wetter bessert sich und wird freundlich.

02.07. Mit Groß und Motor ins tiefe Wasser, dann mit halbem Wind öfters über 9 Kn Fahrt über Grund. die letzten 9 Meilen schläft der Wind ein, mit Motor nach Oostende (Belgien). Der Außenhafen ist schon übervoll. Durch die Schleuse/Brücke in die Mercator-Marina.

03.07 Hafentag bei Sonnenschein.

04.07. Um 07:30 Uhr Anfrage Brücke/Schleuse um 08:00 Uhr ging dann alles reibungslos, aber 15 Min. im Hafenbecken auf grünes Licht gewartet. Mit viel zu wenig Wind von achtern Motorfahrt nach Dünkirchen (Frankreich). Das IPTS ( International Port Traffic Signal) zeigt 3 rote Lichter, wir müssen vor der Hafeneinfahrt warten, geht aber bald weiter.

05.07. Gewitter-Warnung, aber ganz ruhiges Wetter und kein Wind. Vor Calais übers Flach abgekürzt,dann 3 1/2 Std. vor der Durchfahrt in den Yachthafen an einer Mooring-Boje auf Öffnung gewartet. Das Wetter ist schwül-heiß. Auf dem deutschen Segelschiff "INVIRI" den Kocher repariert, wir dürfen seinen Laptop fürs Internet benutzen.

 

06.07. bis 09.07. Regen und Wind (Böen W 7-8Bft), es ist wieder kälter.

10.07. Endlich mal kein Starkwind, keine Schauerböen. Der Hafenmeister in Boulogne nimmt unsere Leinen an. Spaziergang durch die Stadt und zur Notre Dame.

11.07. Unter Groß und Motor nach Dieppe (bei Springtiede soll hier der Tiedenhub 9 Meter betragen). Der Hafenmeister wartet schon und lotst uns auf einen freien Platz, den wir aber gleich wieder verlassen müssen, er ist doch schon anderweitig verplant.

12.07. Wind N 7, darum Hafentag.

13.07 Der Schwell im Hafenbecken beträgt 60...80cm, aber der Wind soll nachlassen. 3 Std. zu spät aus dem Hafen, schnelles Segeln, der Wind läßt nicht nach. Bei Gegenstrom ztws. > 6Kn Fahrt durchs Wasser aber < 2Kn Fahrt über Grund. Um 2100 Uhr nimmt der Wind sogar noch zu und dreht von Nord auf Nord-West. Voraus im Dunkel am Horizont riesige rote und weiße Lichter, die dann wieder verlöschen...? Um 0110 Uhr in Le Havre fest. Es ist gespenstisch im Dunkel im fremden Hafen einzulaufen, wir haben aber einen passenden Platz gefunden.

14.07. Bastille (Nationalfeiertag) abends riesiges Feuerwerk direkt neben dem Hafen, da hatte gestern Abend wohl schon mal jemand das Feuerwerk angetestet und uns den Weg gezeigt, das waren also die roten und weißen Lichterscheinungen. Im Tourist-Büro dürfen wir das Internet benutzen um Kontakt mit den Weltumseglern zu bekommen, denen wir begegnen wollen. Die französische Schreibmaschinentastatur ist total anders als die deutsche, wir haben große Probleme beim Schreiben.

15.07. Flaute, dann 4 Tage Starkwind aus West bis Süd-West. Die Pepe´s sind von Brest (F) nach Torquay (GB) gesegelt, und jetzt wollen wir demnächst über den Kanal nach England.

19.07. Um 0500 Uhr aus dem Hafen, Dorle bittet über Funk auf grünes Licht, und das IPTS wird umgeschaltet. Zuerst gegen 2 Kn Wind aus West gegenanmotort, dann ein paar Stunden mit halbem Wind (14-20Kn) schön gesegelt. Viel Traffic im Verkehrstrennungsgsgebiet (Zufahrt/Ausfahrt). Ein sonniger Tag. Über England wird es jedoch grau, bleibt aber noch trocken. 1900 Uhr (MESZ) in Brighton (GB) fest.

20.08./21.08. viel Regen wenig Wind.

22.07. Um 0400 Uhr (MESZ) = 0200 UTC = 0300 Uhr Britische Sommerzeit beim Hafenmeister ausgecheckt und eine Stunde später im Dunkeln aus dem Hafen. Herrliches Segeln bis in den Solent, dann schläft der Wind so nach und nach ein und dann auch noch Gegenstrom. 1330 Uhr im River Medina an Cowes vorbei und bald an einer Mooring-Boje fest. Erst einmal ein wenig Schlaf nachholen.

23.07. Beim ersten Hell werden los. Leider ist es sehr diesig, aber wir wollen "Pepe" am Wochenende in Poole treffen, also nix wie hin. Eine ganze Stunde lang suchen wir Poole-Harbour ab, ob die Pepe´s irgendwo zu finden sind, dann legen wir uns in Einfahrt-Nähe bei der Untiefentonne "Aunt Betty" vor Anker. Hier im gesamten Hafengebiet gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten. Etwa 100 Motorboote fahren stündlich BB und SB an uns mit ca. 10 Knoten Fahrt vorbei, es ist sehr unruhig! Als irgendwann der Anker dem vielen Schwell nicht mehr standhält, hole ich das total verkrautete Eisen hoch und wir fahren mal eben zum Tanken. Dann zusätzlich mit Anker-Reitgewicht wieder auf die unruhige Reede. Nachmittags Jollen-Regatta, wir liegen mitten im Weg, aber sie weichen alle aus. Die Nacht wird dann aber sehr ruhig.

24.07. Gleich nach dem Frühstück verholen wir an den Poole-Town-Quay, während des Anker-Manövers werden wir gebeten, wegen einer Regatta den Platz zu verlassen, was wir bereits tun! Am Town Quay fragen wir nach Internet-Zugang, den sollen wir in der Bücherei heute am Sonntag bekommen. Eine gute halbe Stunde Sucherei, um die Bücherei im Einkaufs-Center zu finden, aber dann hatte sie doch geschlossen. Um 1700 verholen wir in den Parkstone Yachtclub. Hier dürfen wird das Internet beim Hafenmeister benutzen. Pepe ist in Weymouth. sie wollen nach Poole oder Lymington. Um 1800 wollen wir uns UKW Kanal 72 treffen. Pepe ist um 1800 nicht auf Kanal 72 zu hören.

25.07. Aussage vom Hafenmeister: Nach Lymington ist die UKW-Verbindung schlecht, da sind Hügel dazwischen. Somit checken wir aus und wollen in Richtung Lymington. Wir dürfen noch mal ins Internet und erfahren, daß die Pepe jetzt unterwegs nach Poole sind. Wir stornieren sofort das Auschecken. Um 1730 kommt "Pepe" an, wir haben schon einen Platz beim Hafenmeister für sie reserviert. Wir verbringen fast jeden Abend im Cockpit bei angenehmen Temperaturen. Welche Chemie benutzen die Franzosen/Engländer gegen die Mücken? Jedenfalls haben wir seit Wochen keine einzige Mücke gesehen!

30.07 Pepe´s Platz wird vom Eigner beansprucht, endlich geht es mal weiter, jetzt Richtung Heimat. Mal mit, mal ohne Motor segeln wir an den Needles vorbei bis Sparkes Yacht Harbour im Chichester Harbour, wo wir mit dem letzten Büchsenlicht anbinden. Der Hafenmeister hat schon Feierabend. Auf Pepe gibt es Probleme mit der Motor-Temperatur-Anzeige, Pepe ist in Cowes geblieben.

31.07. Mit dem allerersten Licht verlassen wir den Hafen. Leider sehr wenig Wind, am Nachmittag erreichen wir Brighton... altbekannter Hafen (waren vor 2 Wochen hier). Im Internet-Cafe E-Mail an Pepe.

03.08. Der Wind soll auf West 3 drehen und es soll Regenschauer geben. Es ist den ganzen Tag sonnig, fast totale Flaute und obendrein auch ziemlich diesig. Der Motor geht die ganze Fahrt nicht aus. Dover Port Control läßt uns gleich durchfahren und Harbour Control weist uns einen Platz im Granville Dock zu. Beim Hafenmeister steht ein öffentlicher PC mit Internet. Wir erfahren, daß die Pepe´s nach Gosport verholt haben, weil sie für die Reparatur Strom benötigen, den sie in Cowes nicht bekommen.

04.08. Immer stärker werdender Dauerregen, Hafentag. Der PC beim Hafenmeister ist defekt, Kein Internet.

05.08. Das Wetter hat sich deutlich verbessert, die Sonne Scheint zwischen den Wolken und der Wind kommt aus Westsüdwest. Kurz nach Öffnung (HW+/- 3 Std.) des Hafenbeckens setzt sich eine Kette von Sportbooten in Bewegung. Einer nach dem anderen meldet sich bei Dover Harbour Control und erhält Erlaubnis, durch die westliche Hafenausfahrt den Hafen zu verlassen. Schönes angenehmes Segeln, das Ziel heute heißt Dünkirchen. Die Ausweichmanöver im Verkehrstrennungsgebiet bringen uns schön nach Osten, das läßt sich gut ausnutzen. Sonst hätten wir das Fahrwasser rechtwinklig queren müssen, aber wir müssen ja ausweichen. Der Yachtclub Mer du Nord im Hafen Dünkirchen ist schon sehr voll, wir sollen außen im Päckchen anbinden was wir aber eigentlich nicht wollen. Darum versuchen wir es im Port du Grand Large. Ein weiter Weg in die Stadt, aber ein guter ruhiger Platz, wo wir die Nacht verbringen. Der Hafenmeister spricht gar kein deutsch und nur wenig englisch, ist aber sehr freundlich. Die Verständigung geht mit Händen und Füßen.

06.08. Wir wandern in die Stadt zum Tourist-Büro, wo wir gegen Vorlage des Personalausweises eine Viertelstunde lang ins Internet dürfen und auf französischer Tastatur eine E-Mail an Pepe schreiben. Am Nachmittag sehen wir vom Boot aus im Yachtclub Mer du Nord einen roten Mast mit roter Rollfock. Wir gehen an Land und dann am Ufer entlang und entdecken Pepe im anderen Hafen. Da wir für kommende Nacht noch nicht bezahlt haben, legen wir gleich ab und gehen bei Pepe längsseits. Der Hafenmeister weist uns beim Anmelden einen Einzelplatz zu.

10.08. Es sollen noch ein paar Fronten mit Südwestwind Stärke 6-7 durchziehen, bis jetzt war das Wetter aber immer freundlich und wir hätten schon mehrere Male segeln können und auf diesem Kurs wird es sicher nicht wehtun. Pepe bleibt noch in Dünkirchen. Zuerst Groß und Genua, die letzten Meilen mit exakt achterlichem Wind allein mit Genua nach Oostende, wieder in die Mercator-Marina auf unseren alten Platz von vor ein paar Wochen. Der Hafenmeister meint, daß unsere kleine Bootsgröße nicht mehr so oft vorkommt und dadurch dieser kleine Platz eben meist frei bliebe.

11.08. Morgens zum Einkaufen, dadurch etwas spät losgekommen. Der Wind soll von Südwest 6-7 auf West drehen und auf 5 Bft. abnehmen, tut er aber nicht. Zuerst nur mit Groß, dann mit einem Reff im Groß, dann nach Bruch der Großschot (der Takling war aufgegangen) erst einmal mit Motor gegen den Wind, das Großsegel eingepackt und jetzt mit halb ausgerollter Genua weiter. Viele Schauer und damit schlechte Sicht, der scheinbare Wind ist in den Böen bis 33 Kn., was 40Kn wahrer Wind bedeutet ( Ende 8 Bft.). Maas Control auf Funk gerufen und wir dürfen gleich weiter. Die letzten 2 Stunden setzt mal wieder Gegenstrom ein (die Strafe für den späten Start). Unterwegs die Großschot neu in die Blöcke eingezogen und am Ende mit Palstek befestigt. Somit ist ggfs. das Groß einsatzklar. Vorm Hafen wieder die Funke an: Scheveningen Port Control antwortet: "you may proceed". Im Dunkeln um 2220 fest. Morgen müssen wir uns erst mal erholen!

12.08. Zollkontrolle in Holland, der Beamte meint, der rote Diesel aus England ist kein Problem wenn er sich schon über 2 Wochen im Tank befindet.

13.08. Es feuchtelt immer stärker und die Segel nützen bald gar nichts mehr. Die Sicht ist unter 1.000 Meter. Das AIS-Programm zeigt die Entfernungen der anderen Fahrzeuge an und die sind nur noch eine halbe Meile im Grau zu erkennen. Im Regen in Ijmuiden festgemacht, "INVIRI" liegt schräg gegenüber, der Adenauer hängt draußen, aber niemand ist an Bord.

14.08. Richtiges Sonntagssegeln, der Autohelm steuert und wir sitzen in der Cockpit. Hinter uns fährt die Küstenwache. Bald kommt ein Schlauchboot zu uns heran, begrüßt uns höflich auf englisch und bittet, an Bord kommen zu dürfen. Schon sitzen 2 Beamte im Cockpit. Hierfür brauchen wir kein einziges Manöver zu fahren. Die Papiere werden verlangt es wird nach unserem Funkrufzeichen gefragt, was wie aus der Pistole geschossen beantwortet wird (das war der Eigentumsnachweis). Auf die Frage nach dem letzten Tanken wird der Beleg gefordert und geantwortet: "der Kraftstoff ist schon versteuert, obwohl er rot gefärbt ist, und wir haben damit nichts zu befürchten, auch nicht in Deutschland und die Aussage des Beamten in Scheveningen war nicht korrekt, es gibt keine 2 Wochen-Frist, aber Sportboote können in Großbritannien eben nur mit rotem Diesel betankt werden. Und ein voller Tank gehört zur Schiffssicherheit". Es gibt also doch noch nette Beamte! Das Schlauchboot kommt auf Zeichen wieder heran und die Zöllner verlassen uns. Wir beobachten noch, wie jetzt die nächsten Boote mit Kontrollen dran sind. Um 1710 Uhr in Den Helder fest.

15.08. Morgens um 0430 Uhr hören wir laute Stimmen auf dem Schlengel. Uniformierte mit Taschenlampen leuchten in die Boote. Als einer der Uniformträger unseren Ausleger betritt stehe ich sofort im Cockpit und er meint " We are looking for a person" und geht wieder. Um 0700 Uhr fährt ein großes Schlauchboot der KNRM (in Deutschland DGZRS) zwischen die Schlengel und gibt Vollgas, das Wasser wird fürchterlich aufgewühlt, durch die Lenzer spritzt es ein wenig auf den Cockpitboden. Dann kam endlich eine Aufklärung: gegenüber an unserem Schlengel liegt der deutsche Katamaran " DUO ". (Sie haben zu Hause alles aufgegeben und müssen von nun an nur noch auf dem Katamaran leben.) Und dessen Frau ist seit 0300 Uhr verschwunden, jetzt kam auch schon die nächste Meldung: Ein Segler hat sie im Watt stark unterkühlt aber lebend gefunden, die Frau ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Um 0930 Uhr gehen wir Einkaufen, in der Stadt hören wir Lautsprechermusik aber alles ist verwaist. Wir fragen einen Mann, der uns begegnet, ob heute Feiertag wäre? Der sagt "nein, heute ist Montag und da wird kaum vor 1100 Uhr gearbeitet, aber der Supermarkt um die Ecke hat schon geöffnet". Um 1100 Uhr legen wir ab, schönes Segeln mit Westwind (3-4). Es heißt: "Sommerwind schläft abends ein und kommt morgens aus gleicher Richtung mit gleicher Stärke wieder "Am Abend um 2000 Uhr schläft der Sommerwind denn wirklich ein, aber um 0400 Uhr kommt er jetzt aus Süden mit gleicher Stärke wieder und wir passieren die Ostfriesischen Inseln mit ablandigem Wind. Ab der Verkehrstrennungsgebiet-Tonne TG19 ist Nordkurs angesagt, platt vorm Laken mit Restdünung aus West, schreckliches Gegeige. 1410 Uhr im Helgoländer Vereinshafen fest.

20.08. Der Wind kommt aus Südwest mit Stärke 4-5. Bis Otterndorf können wir segeln, dann muß mal wieder der Motor ran. Um 2030 in Wedel angekommen.

Per E-Mail erfahren wir von Pepe:
1. Pepe ist in Holland in Den Helder. Wir fragen sie nach der Frau von "DUO", die Frau ist jetzt in
Deutschland und es geht ihr gut.
2. Wegen des Wetters ist Pepe auf die Kanäle ( Standing Mast-Route)...
3. Pepe ist in Zoutkamp, sie wollen dort entscheiden, ob sie weiter über die Kanäle zur Ems oder über die
Nordsee weiterfahren.
4. Pepe überwintert in Zoutkamp, sie haben schon alles klargemacht mit Lagerplatz usw.

ENDE des Törnberichts.

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