Pfingsten in der Wismarer Bucht

Für Pfingsten 2018 stand im Yachtklub Kattegatt das Ansegeln auf dem Terminkalender. Ziel war der Wismarer Yachtclub in Wendtorf. Die Vorhersage war vielversprechend, der Wind war aber nur mit max 8kt aus NO angesagt. Nicht die besten Bedingungen für „Globetrotter“.

   

Geplant war ein Kängerustart ab dem ersten Tonnenpaar vor Travemünde, Kurs Richtung Osten um die erste Steuerbordtonne im Wismarer Fahrwasser und dann nach Süden zum Tonnenpaar 31/32 welches die Ziellinie darstellte.

Da beim Kängerustart die Schiffe mit dem höchsten Yardstick zuerst starten, war klar, dass es am Samstag zügig losgehen muss. Also nach der Ankunft im Hafen am Freitagnachmittag das Gepäck und den Proviant verstaut und Globetrotter schon mal für das Auslaufen am Samstag vorbereitet.

Der Samstgmorgen zeigte sich zunächst noch nass und kalt, dies änderte sich dann auch stetig. Um 11:02:44 sollte ich die Startlinie passieren, leider hielt der Wind sich nicht an seine Vorhersage und so ging es etwa 3 Min verspätet auf die Regattastrecke.

Wie erwartet, wurde Globetrotter zunächst einmal durch das Feld nach hinten gereicht, an der Kreuz und mit wenig Wind ging es Richtung Osten. Nachmittags drehte der Wind und nahm zu, so das ich auf den letzten Meilen zuerst hoch am Wind und später raumschots noch einiges aufholen konnten. Das Feld war in der Anfahrt auf die Zieltonnen wieder zusammengerückt, da einige Boote von einer Flaute südlich von Poel gebremst wurden.

So liefen wir wie an einer Perlenkette in den Zielhafen ein. Unser Nachbarverein hatte an diesem Tag seine Pfingstfahrt mit dem gleichen Ziel, so dass 43 Gastschiffe den Hafen stürmten. Da viele Liegeplatzinhaber aber unterwegs waren, blieb ein befürchtest Chaos und ein großes Päckchenliegen aus, fast jedes Schiff bekam eine Box, oder zumindest eine Einzelplatz.

Das Anlegebier fiel leider aus, da das Essen, es gab Spanferkel, schon bereit stand. Also nur kurz aufklaren, Getränke und Geschirr greifen und zum geselligen Beisammensein in der Bootshalle, die vom WYC extra ausgeräumt und dekoriert wurde.

Nach einem lecken Essen und wilden Auswertungen unseres Sportwartes wurden die Ergebnisse bekanntgegeben, trotz des guten Windes am Nachmittag konnten „Globetrotter“ und ich nur den vorletzten Platz erreichen. Dabei sein ist alles und die Teilnehmergläser sind sehr nützlich!

Die folgende Nacht war leider sehr unruhig, da der Wind gedreht hatte und nun die Wellen mit Anlauf frei unter mein Heck laufen konnten. Vier Fender unter dem Heck konnten zumindest etwas für Ruhe sorgen.

Am nächsten Morgen wurde nach einem ausführlichen Frühstück beraten wo es denn hingehen sollte. Währende viele Vereinskameraden schon den Hafen verließen wurde in großer Runde Pläne geschmiedet, Einigkeit herrschte von vornherein dabei, dass es nur ein sehr kurzer Törn innerhalb der Bucht werden sollte.

Hohenwieschendorf, bei der Windrichtung nicht zu empfehlen, Timmendorf / Poel, immer zu voll. Im Hafen bleiben, keine Option. Stadthafen Wismar, bei dem schönen Wetter in die Stadt? Boltenhagen, zu steril, zu viel Partyvolk. Kirchdorf, mit 2,3m Tiefgang von der X wohl nicht anzulaufen. Letztendlich wurde die Enscheidung getroffen es trotzend zu versuchen, mittig sollte das Fahrwasser tief genug sein.

Wir planten die X in die Mitt zu nehmen, eine Dehler zur Tiefenmessung vorweg und „Globetrotter“ als evtl. Schelpper hinterher, zum Glück noch nicht rückwärts mit stehender Leinenverbindung. 🙂

Also musste ich mal wieder als erstes auslaufen, damit wir alle möglichst zeitgleich ankommen. Das Fahrwasser war zum Glück immer tief genug, auch wenn manchmal nur 40cm unterm Kiel der X blieben…..Probleme die ich zum Glück nicht kenne!

In Kirchdorf belegten wir dann am frühen Nachmittag  die letzten 6 freien Boxen, und genossen eine Hafentag, mit dem Treiben an der gegenüberliegenden Pier und einem leckeren Fischbrötchen vom Kutter. Nur der kalte Wind mit Böen bis 21kt trübte den Tag etwas. Abends gab es dann sogar noch Livemusik auf der Terasse der Hafenkneipe und wir genossen einen schönen Abend in der Plicht.

Montag musste es dann leider zurück nach Lübeck gehen, und wie immer war ich es der zuerst den Hafen verließ. Ich verabschiedete mich und erwartet ein Wiedersehen mit den Nachfolgenden vor Boltenhagen, da es nicht nach sonderlich viel Wind aussah.

Nach einer kurzen Motorfahrt durch das Fahrwasser von Kirchdorf, setze ich die Segel in der Wismarer Bucht und glitt mit 3-4 Knoten vorm Wind aus SO Richtung offen Ostsee.

Kurze Zeit später stellte sich dann aber der angesagt Nordostwind mit entsprechender Stärke ein und „Globetrotter“ machte gute Fahrt über Grudn mit 5-6kt. Da sich Richtung Travemünde bei NO-Wind gerne eine ordentliche Welle aufbaut, vereinzelt waren es bis zu 2m, zeigte das GPS sogar 7,7kt beim surfen auf einer Welle an. Leider wird die Fock bei achterlichen Wind dann eher zur Bremse, da das Schiff in der Welle rollt, so ging es die letzten Meilen zur Nordermole vorm Wind nur mit dem Großsegel. Trotzdem machte ich gute Fahrt und ich entschloss mich das Segel stehen zu lassen und die Trave so weit wie möglich hochzusegeln.

Hätte ich die Maschine angeschmissen, wäre ich nicht schneller gewesen, der Nordostwind, schob „Globetrotter“ mit bis zu 5,5Kt über Grudn die Trave hoch. So dass ich von dem ein oder anderen Segler unter Maschine verdutz angeschaut  wurde, wenn ich sie überholte.

Das Segel bleibt letztendlich bis vor unseren Heimathafen stehen, erst auf dem letzten halben Meile wurde ich von einem Vereinskameraden eingeholtem der etwa 1h nach mir in Kirchdorf gestartet war, dieser Kängurustart führte letztendlich dazu, das alle 6 Boote innerhalb von 40 Minuten den Heimathafen errichten.

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