Sommerurlaub 2019 – Spannende Ziele!

14.07.2019, Gilleleje – Flakfortet

Bevor wir morgens in Gilleleje losfahren, tanken wir ersteinmal. Die nächsten Tage werden wir auch wieder viel motoren müssen.

Im Öresund wird es dann ziemlich schaukelig. Ständig kommen Wellen von Motorbooten oder Berufsschifffahrt. Das ist ziemlich nervig, da die Wellen immer seitlich eintreffen und unser Schiff ordentlich ins Schaukeln kommt. Direkt südlich des Schlosses Kronborg (bei Helsingør) liegt ein hochfrequentierter Fährhafen. Wir müssen zwei Mal abdrehen, um den Fähren auszuweichen. Wir nehmen Kurs auf die künstlich erstellte Insel Flakfortet, eine Bastion der Dänen gegen die Schweden, die noch bis Ende der 60er-Jahre in Betrieb war. Hier waren bis zu 550 Mann stationiert – wirklich erstaunlich.   Heute kann der Hafen von Sportschiffen angelaufen werden. Es gibt auch ein Restaurant und einen kleinen Einkaufsladen mit den notwendigsten Sachen. Wir machen an der Außenmole fest. Dort gibt es kein Strom – brauchen wir auch nicht, denn unsere Batterien sind durch die Motorfahrten vollgeladen.

Die Militäranlagen sind für Kinder nicht ganz ungefährlich. Es gibt unzählige „Gelegenheiten“ abzustürzen oder herunterzufallen – Sicherungen sind so gut wie nicht vorhanden, die Holztreppen sind meistens baufällig. Trotzdem ist es ein spannender Ort. Von den recht hoch aufgeschütteten Hügeln, in denen die Fundamente für die Geschütze eingebettet sind, hat man eine sagenhafte Aussicht auf den Öresund und die Skyline von Kopenhagen – wirklich lohnenswert, insbesondere bei gutem Wetter und Abendstimmung!

15.07.2019, Flakfortet – Kopenhagen (Christianshavn)

Heute geht es nach Kopenhagen. Da haben wir uns schon drauf gefreut! Wir legen dieses Mal im Hafen „Christianshavn“ an. Wir müssen nur wenige Minuten vor der Fußgänger-bzw. Fahrradbrücke warten. Wir haben Glück und finden einen schönen Platz in einer der Boxen von Christianshavn. An den ständigen Schiffsverkehr durch vorbeifahrende Ausflugsbarkassen und Leihboote muss man sich etwas gewöhnen. Nachts hingegen, liegt man hier sehr ruhig. Die Sanitäreinrichtungen allerdings, sind eine Sache für sich: Als ich mich auf den Weg zu den Duschen mache, kommt mir ein Segler aus Deutschland mit seiner Kulturtasche unterm Arm entgegen. Sein Urteil über den Zustand der Anlagen fällt vernichtend aus: „Das ist eine Zumutung!“. Er hat erst gar nicht versucht, zu Duschen sondern hat das Manöver nach Betreten der Sanitäranlagen direkt abgebrochen. Ich denke mir, so schlimm kann es gar nicht sein – war es dann auch nicht, sondern noch schlimmer! Ich überwinde meinen Ekel beim Öffnen der Tür und betrete den kleinen und unsauberen Vorraum. Ich öffne eine der beiden „Duschzellen“: Total klein und eng, keine Fenster, ekliger Duschvorhang, Geruch nach Kloake. Ich gebe mir einen Ruck und betrete diesen Ort des Grauens. Das Licht geht automatisch an. Zu meiner Verwunderung kommt warmes Wasser aus der Brause, ohne dass ich den Automaten mit Münzen gefüttert hätte. Während ich mir das warme Wasser über die Schultern laufen lasse und dabei versuche zu entspannen, bemerke ich, dass es offensichtlich ein Problem mit dem Abfluss gibt. Das Wasser läuft nicht langsam ab, sondern gar nicht! Mein Blick geht am Duschvorhang vorbei, Richtung Türschwelle. Ich versuche anhand der Grundfläche des Duschraumes abzuschätzen, wie lange ich das Wasser laufen lassen könnte, bis es überläuft. Viel mehr als 5 Minuten sind es wohl nicht. Ich fange an, mich zu beeilen. Doch leider habe ich sogleich die nächste Hürde zu meistern: Das Licht geht unverrichteter Ding aus und ätzenderweise auch nicht wieder an. Es ist stockdunkel in dem beengten Raum. Ich taste mich zur Tür vor, in der Hoffnung, dass mit dem Restlicht aus dem Vorraum der Bewegungssensor das Licht wieder zum Leuchten bringen würde – hat es aber leider nicht. Weder in der Duschzelle noch im Vorraum lässt sich der Bewegungssensor auslösen. Ich kann von Glück reden, dass in diesem Moment keiner die Sanitäranlage betritt. Ich gehe zurück unter die Dusche, wo das Wasser fast bis zum Knöchelansatz reicht und spüle bei geöffneter Tür noch schnell die Seife ab. Abtrocknen und Anziehen bewältige ich schließlich balancierend auf der Türschwelle – der sauberste und trockenste Ort der Anlage.

Nach der Aktion weiß ich nicht so recht, wie sauber ich mich wirklich fühle, aber ich habe es geschafft.

Nachmittag erkunden wir dann das wunderschöne Kopenhagen, zunächst fußläufig im Umfeld von Nyhavn sowie der bekannten Einkaufsstraße „Strøget“. Wir treffen völlig unerwartet die Tante unserer beiden Mädchen. Wir verbringen mit ihr und ihrem Mann einen sehr schönen Abend bei uns an Bord.

16.07.2019, Kopenhagen (Hafentag)

Wir legen den ersten Hafentag unseres Urlaubes ein. Wir haben uns ein sogenanntes „Family Bike“ für den ganzen Tag geliehen (700 DKK). Dieses Gefährt wird nur mit Muskelkraft betrieben und gleicht einer Rikscha. Ich gebe mir die Ehre und erlaube mir, meine Frau und unseren Sohn den ganzen Tag durch Kopenhagen zu fahren. Wir bekommen wirklich viel zu sehen: Den Ortsteil „Frederiksberg“, die Brauerei „Carlsberg“ (oder, was davon noch übrig ist, denn die Brauerei hat seine Produktionsstätte nach Jütland verlegt), die Mall „Fisketorv“, und „Herllerup Strand“ zum Baden – wirklich schön. Abends bin ich durstig und hungrig. Wir verzichten aufs Kochen und gehen zum sog. „Foodmarked“ und essen Pizza.

17.07.2019, Kopenhagen – Skanör

Mal wieder ein Tag ohne Wind, also ein Tag unter Motor. Wir erreichen gegen 12:30 den schwedischen Hafen „Skanör“, südöstlich von Kopenhagen. Dort treffen wir unsere Freunde mit ihrer X-382. Auch Piet freut sich auf seine Spielkameradin. Natürlich gehen wir sofort nach dem Festmachen baden. Wirklich ein toller Strand – allerdings sehr gut besucht. Der Hafen wird noch richtig voll, denn auch die Schweden haben Ferien. Abends sitzen wir zusammen auf der Außenmole mit phantastischem Blick auf den Öresund; dabei grillen wir – unfassbar schön!



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