Stade – Glückstadt

05.04.2019, SVE - Stade

Kaum zu glauben, aber es ist schon das zweite Mal, dass wir in diesem Jahr mit unserer Hanna loskommen. So früh waren wir noch nie unterwegs!

Unsere Vereinskameraden, mit denen wir eigentlich heute, so wie letztes Wochenende auch, zusammen los wollen, müssen Ihr Motorboot wegen eines defekten Seeventils leider noch einmal auf die Slip nehmen. Wir legen daher gegen 16:30 alleine im SVE ab. Es ist diesig und zugegebenermaßen etwas kalt - könnte auch an meiner kurzen Hose liegen. Das mindert allerdings nicht im geringsten unsere euphorische Stimmung.

Hochwasser in Stade ist ca. 17:18. Wir werden also gegen das ablaufende Wasser in der Schwing nach Stade fahren. Das sollte kein Problem sein, denn die Schwinge ist deutlich tiefer als die Krückau. Den Hafen in Stade kann man mindestens 3 h vor und nach Ebbe anlaufen (jedenfalls mit unserem Tiefgang von 1,2 Metern).

Die Sicht auf der Elbe ist nicht besonders gut. Für das Queren des Hauptfahrwassers sind wir froh, dass wir AIS empfangen können. Tatsächlich ist es dann so, dass von der Elbmündung kommend, ein größeres Schiff mit 12 Knoten unseren Kurs kreuzt. Wir können anhand des AIS-Signals auf unserem Plotter beobachten, wie das Schiff seine Fahrt auf ca. 7 Knoten und dann nocheinmal auf  ca. 4 Knoten absenkt. Die Silhouette des Schiffes ist bereits zu erahnen, dennoch schätzen wir die Situation so ein, dass wir die Elbe von Pagensand Südspitze kommend queren können. Während unserer Fahrt durch das Hauptfahrwasser stoppt das Schiff dann sogar komplett auf.

Wir haben schon längst ablaufendes Wasser, als wir in die Schwinge hineinfahren. Die Häfen sind alle noch ohne Stege - ein ungewohnter Anblick! An der Autobrücke  müssen wir nicht lange warten, so dass wir zügig zum Stadthafen von Stade kommen. Hier sind wir aber nicht die Einzigen: An dem Schwimmsteg liegen bereits drei Segelschiffe und drei Motorboote. Es ist aber noch genug Platz für uns, so dass wir ganz entspannt längsseits festmachen können. Natürlich gibt es jetzt erst einmal einen "Anleger". Wir sitzen in der Plicht und genießen die Stimmung. Piet ist an Land - natürlich mit Schwimmweste.

Etwas später gehen wir dann in den Kino-Komplex direkt am Hafen und essen Burger - echt lecker und nicht teuer! Dazu frischgezapftes Duckstein - das passt!

06.04.2019, Stade - Glückstadt

Heute ist Früh-Aufstehen angesagt, denn Hochwasser in Stade ist schon gegen halb sechs. Gut zwei Stunden später, gegen, halb acht legen wir ab und Motoren die Schwinge entlang und dann elbabwärts Richtung Glückstadt  - eine tolle Morgenstimmung!

Ein gutes Stück vor der Hafeneinfahrt legen wir uns gegenüber von der Rhinplatte vor Anker. Dort liegt bereits eine anderes Segelschiff auch vor Anker. Wir genießen das herrliche Wetter - es wird richtig warm, unfassbar!

Am Nachmittag entscheiden wir uns, noch ein bisschen zu segeln. wir bereiten Alles vor und lichten gegen 15:30 den Anker bei teilweise ausgerollter Fock, dann ziehen wir auch das Großsegel hoch. Ideale Segelbedingungen: Ostwind (also Wind von der Seite), es ist warm und die Sonne scheint. Wir machen teilweise 6 Knoten Fahrt durchs Wasser - ein Traum!

Nach einer knappen Stunde bergen wir die Segel und Motoren in den Glückstädter Außenhafen. Die Stege werden gerade ausgebracht. Wir legen uns ganz hinten bei beim Sperrwerk an den Gästesteg, an dem bereits 9 Schiffe festgemacht haben. An dieser Stelle ist es nicht besonders tief. Bei Ebbe fallen wir zwar nicht trocken, aber der Kiel der Hanna wir später im Schlick stecken.

Wir genießen die Sonne und genießen einen "Anleger". Abends sitzen wir bei Freunden an Bord, die Ende letzter Woche ihr Schiff ins Wasser gebracht haben.

07.04.2019, Glückstadt - SVE

Ein wunderschöner Morgen, die Sonne scheint wieder einmal. Es ist ablaufendes Wasser und gegen 12:20 ist Niedrigwasser in Glückstadt. Die Echolote "spinnen", das bedeutet, wir sitzen im Schlick. Das ist aber nicht weiter tragisch, wir haben ja Zeit.

Mit einsetzender Flut, teilweise auch schon vorher, machen sich einige Segler auf den Weg. Auch wir brechen gegen 12:45 auf. Wir motoren dann mit auflaufendem Wasser bis zur Krückaumündung und legen uns dort vor Anker. Dabei achten wir darauf, dass wir nicht im Sperrgebiet landen. Das erweist sich dann später als "weise Voraussicht": Gegen 14:15 nähert sich elbaufwärts ein Polizeiboot. Wir können beobachten, wie dieses dann ca. auf Höhe von Kollmar aufstoppt, und den am Heck befindlichen Kran ausfährt, woran ein Schlauchboot hängt. Das Schlauchboot wird herabgelassen und Beamte klettern an Bord und nehmen Kurs auf uns. Wir schauen uns etwas ungläubig an. Wir sind uns sicher, dass die zu uns wollen. Wir kontrollieren noch einmal unsere Position, ob wir nicht doch im Sperrgebiet sind - aber Alles gut, wir sind gerade auf der Grenze. Dann bekommen wir einen Schreck: Haben wir eigentlich unserer Scheine dabei? Ich haste unter Deck und werden glücklicherweise sofort fündig! Wir warten das weitere Geschehen ab. Das Schlauchboot hält immer noch Kurs auf uns und das Polizeischiff folgt. Gerade als wir uns restlos sicher sind, dass wir Besuch bekommen, dreht das Schlauchboot ab und fährt an unserer Backborseite elbaufwärts vorbei. Komisches Manöver, denken wir.

Am frühen Nachmittag starten wir dann den Motor und holen den Anker hoch, um in die Krückau bis zum SVE zu motoren. Wir sind sehr früh dran, so dass wir nach der Einfahrt in unseren Hafen stecken bleiben. Ca. 15 Minuten später können wir mit Motorkraft auf unseren Platz "rutschen".

Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir dieses herrliche Wetter auf unserem Schiff verbringen konnten.

 





 

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