Mehr Ankern als Segeln

21.06.2019, Marina Minde - Ankerbucht "Stranderød Bugt"

Nach zweiwöchiger Abstinenz, geht heute mal wieder zum Schiff. Von Marina Minde aus motoren wir in die Ankerbucht "Stranderød Bugt“. Sie ist von Marina Minde aus schnell zu erreichen. Für weitere Strecken ist es schon zu spät.

Das Ankermanöver gestaltet sich allerdings schwierig, da er in dem Grund mit Seegras einfach nicht halten will. Wir bekommen später noch weitere Nachbarn.

22.06.2019, "Stranderød Bugt" – Illerstrand – Ankern Hørup Hav

Der Wind soll heute auf West drehen. Wir liegen, wie gewöhnlich, sehr nahe am Ufer, so dass wir rechtzeitig aufbrechen. Wir machen einen Zwischenstopp bei Illerstrand und nutzen das schöne Wetter zum Baden. Außerdem lockere ich die Wantenspanner ein wenig. Wir hoffen, dass die Segel-Performance erhalten bleibt.

Am späten Mittag brechen wir dann wieder auf. Uns zieht es weiter die Förde hinaus. Wir laufen einen Ankerplatz im Hørup Hav (Hav = Meer, See) und legen uns vor die in Richtung Nord-Ost verlaufende Landzunge. Keine so ganz gut Idee, wie sich später herausstellt. Denn hier ist Strömung, so dass sich unser Schiff mit dem Heck gegen den Wind dreht. Außerdem sammeln sich hier Quallen, auch Feuerquallen.

Ein guter Freund von mir, der heute einhand mit seiner Bianca 27 unterwegs ist, kommt später längsseits. Jedoch beschließen wir, uns noch einmal wegen der Strömung zu verholen. Wir legen uns ein Stück weiter, an das nördlich Ufer von Hørup Hav. Dort liegen auch schon ein paar andere Segler. Wir schwelgen in alten Zeiten und verbringen einen sehr unterhaltsamen Abend.

23.06.2019, Hørup Hav – Marina Minde

Am nächsten Morgen frischt der Wind auf. Er kommt aus Ost und es bildet sich Wellengang. Die Bianca kommt ordentlich ins Schaukeln, so dass unser Freund frühzeitig ablegt. Wir frühstücken hingegen erst einmal und fahren dann mit dem Schlauchboot noch einmal an Land. Von hier aus kann man wunderbar baden gehen. Es gibt zwar nur einen sehr schmalen Strand, aber dafür geht es hier sehr seicht ins Wasser – keine Steine und kein Bewuchs – herrlich! Ein kleiner Bach mündet ins Hørup Hav.

An dieser Stelle führt der Gendarmenstieg ganz nahe am Ufer vorbei. Geht man diesen ein Stück westwärts, kommt man zu einer kleinen Anhöhe, auf der mehrere große Kiefern stehen und ein imposantes Erscheinungsbild abgeben. Von hier oben hat man einen traumhaften Ausblick auf das Hørup Hav und die Flensburger Förde.

Wir laufen wieder zurück zum Strand und gehen baden. Unser Jüngster ist begeistert. Wenig begeistert ist er dann allerdings, als wir wieder aufbrechen wollen. Aber es hilft nichts, wir müssen zurück.

Wir rudern zurück zum Schiff, vertäuen das Schlauchboot an Deck. Wir wollen ohne Motorunterstützung  aufbrechen. Da wir ziemlich nahe am Ufer ankern und der Wind parallel zum Ufer weht , müssen wir darauf achten,  dass in dem Moment, wo der Anker loskommt, der Bug nicht Richtung Land gerichtet ist. Wir holen die Ankerkette langsam mit der Ankerwinde ein. Das Schiff bewegt sich in Schlangenlinien auf den Anker und die von uns mit ausgebracht Ankerboje zu. Im richtigen Moment, als der Bug leicht von Land weggerichtet ist, holen wir schnell den Rest der Kette sowie den Anker ein. Wir rollen die Fock ein Stück aus und halten diese back, so dass der Bug sich weiter von Land weg bewegt. Bei diesem Manöver kommt es eindeutig auf das richtige Timing an.

Mit vollen Segeln geht es dann raumschots bis zur Einmündung der Flensburger Förde. Ab dann haben wir den Wind achterlich und wir baumen die Fock aus. Nach ca. 2,5 Stunden sind wir dann wieder in Marina Minde.

Wenn wir ehrlich sind, lagen wir dieses Wochenende mehr vor Anker, als dass wir gesegelt wären.

 





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