Sommerurlaub 2019 – Verstärkung unserer Crew

 

18.07.2019, Skanör (Hafentag)

Es ist nicht das Schlechteste, mal einen Hafentag einzulegen. Wir verbringen einen Tag mit lauter schönen Aktivitäten, wie Essen, Trinken, Reden, Baden, am Strand sein. Wir haben den schönsten Platz des Hafens observiert, natürlich immer mit einem etwas schlechten Gewissen. Aber dieser Ort zeichnet sich einfach durch seine unfassbar geniale Lage aus. Direkt an der Hafeneinfahrt haben wir eine Sitzgarnitur auf einem Art Podest platziert. Von hier haben wir eine sagenhafte Aussicht auf Alles: Auf den Hafen, auf den Öresund auf den Strand, abends mit stimmungsvollem Sonnenuntergang und das Ganze mit lieben Freunden – viel mehr braucht der Mensch wohl nicht!

19.07.2019, Skanör – Ankern im Bøgestrøm

Am nächsten Morgen hilft es Nichts, wir müssen unsere Nachbarn wecken. Sie hatten sich gestern noch mit ihrer Moody 41 Classic neben uns gelegt und waren am frühen Abend unter Deck verschwunden. Wir hatten schon geglaubt, dass sie früh schlafen gegangen waren, um heute früh zu starten. Dem war aber leider nicht so. Gegen halb neuen legen wir dann ab und segeln mit einem Am-Wind-Kurs hinüber in den Bøgestrøm. Dort legen wir uns dann vor Anker. Später kommt eine etwas größere Yacht dem Fahrwasser folgend und biegt dann auf unserer Höhe in unsere Richtung ab. Das ist keine gute Idee, denn hier ist es viel zu flach ( um die 2 m). Es dauert dann auch nicht lange und wir beobachten, wie der Skipper eine abrupte Kursänderung vornimmt und weiter dem betonnten Fahrwasser folgt.

Es ist sehr schön hier, wir können sogar baden, das Wasser hat 19 °C. Es wird eine ruhige Nacht.

20.07.2019, Bøgestrøm – Guldborg

Erst gegen halb elf lichten wir den Anker und motoren den Bøgestrøm weiter entlang bis zum Smalandsfarvandet. Dort biegen wir dann ab Richtung Guldborgsund. Vor Guldborg machen wir uns nördlich der Klappbrücke an einer Mooringboje fest. Es ist sehr schön warm und wir können ausgiebig baden. Ich nutze die Gelegenheit und inspiziere das Unterwasseschiff. Dieses Jahr haben wir weder Pocken oder Muscheln dran, sondern richtig grünes Gras, dass gerade an der hinteren Kante des Ruderblattes richtig lang gewachsen ist. Mit der Taucherbrille ausgerüstet, beseitige ich das Gröbste. Abends wird es schwül und auf dem Wetterradar ist zu sehen, wie eine mächtige Gewitterfront auf uns zu kommt. Ich bin ehrlich: Ich mag es einfach nicht! Nicole ist da deutlich entspannter. Aber sie kommt mir entgegen und wir verholen uns in den Hafen von Guldborg. Ein wirklich sehr netter, kleiner Hafen.
Allerdings sind die Boxengassen nicht viel breiter als unser Schiff lang ist. Der Wind hat enorm aufgefrischt. Nicole lenkt unsere Hanna Richtung Hafenmündung, während ich die letzte Heckleine vorbereite, fliegt die verdammte Taucherbrille, die ich vorhin auf das Achterdeck gelegt hatte, im hohen Bogen über Bord – unglaublich!

Das Anlegen ist bei den Bedingungen wirklich nicht einfach, aber Nicole lenkt unseren schwerfälligen Langkieler sicher in die Box, Respekt! Es dauert dann auch gar nicht so lange, und eine schwarze Wand mit einer Wolkenwalz voran nähert sich uns. Das Ganze sieht recht bedrohlich aus. Im Hafen rüstet man sich gegen Wind und Regen. Auch wir machen alle Klüsen dicht. Ich fühle mich bestätigt, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist, hier in den Hafen zu fahren. Oft genug waren derartige Manöver umsonst; jedes Mal auf mein Verlangen hin. Als die Wand immer näher kommt und immer bedrohlichere Formen annimmt, gibt es einen Zeitpunkt, wo sich das Ganze in Wohlgefallen auflöst. Nichts als Regen und noch nicht einmal starker Wind waren die Begleiterscheinungen dieses Wetterphänomens. Ich war also wieder einmal der Blödmann (aber ich bin es gerne!)!

21.07.2019, Guldborg (Hafentag)

Heute legen wir wieder einen Hafentag ein, denn heute Abend bekommt Piet endlich seine beiden Schwestern wieder, er kann es kaum abwarten. Der Tag vergeht auch irgendwie wie im Fluge, obwohl wir eigentlich gar nicht so viel unternehmen. Die einzige größere Aktion ist, zum Brugsen zu gehen, der auch heute am Sonntag geöffnet hat - großartig.

Gegen 18 Uhr sind wir dann wieder komplett, also zu fünft an Bord.

22.07.2019, Guldborg – Lundeborg

Wir müssen zusehen, dass wir langsam Richtung Osten/Süden kommen. Für heute haben wir einen längeren Schlag geplant. Wir wollen nach Lundeborg kommen. Das sind gut 40 Seemeilen. Leider ist das Ganze ziemlich gegenan und es entwickeln sich gute 6 Beaufort (bis 12 m/s) und dazu kommt dann Regen. Von Guldborg kommend, entsteht ab der Insel Vejrø eine beachtliche Welle. Wir stampfen uns einwenig fest, bedeutet wir fahren bei 2.300 U/min teilweise unter 5 Knoten. Erst als wir die Untiefe bei Omø Staalgrund hinter uns haben, können wir etwas abfallen und die Fock ausrollen – und schon laufen wir teilweise 7 Knoten. Bei schüttendem Regen erreichen wir schließlich Lundeborg, wo wir uns dann ins Päckchen legen.




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