Unser Wintertreffen 2019! – Ein Bericht

Samstag, 09. Februar 2019

Schon wieder ist ein ganzes Jahr um. Heute findet unser drittes Treffen der Delphin-66-Liebhaber statt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Gleichgesinnten und auch auf neue Bekanntschaften.

Das Zurechtrücken der Stühle und Tische sowie das Eindecken derselben ist schon fast Routine. Wie wir gestern bei der Jahreshauptversammlung unseres Vereins SVE erfuhren, wurde im Vereinsraum ein Beamer installiert. Wir sind begeistert, denn wir brauchen nur unseren Laptop anschließen und über eine Fernbedienung den an der Decke des Raumes montierten Beamer einschalten – es funktioniert sofort, das macht Spaß!

Kurz nach 14 Uhr kommen die ersten Gäste. Das Kuchenbuffet wird aufgebaut, Kaffee gekocht, es werden Milchkännchen befüllt, kalte Getränken bereitgestellt und Anschauungsobjekte präpariert – Alle Arbeiten Hand in Hand - und auch das macht richtig Spaß! Der Raum füllt sich zunehmends und es werden bereits rege Unterhaltungen geführt. Insbesondere werden die mitgebrachten Exponate eingehend begutachtet und besprochen. Netterweise hat uns die Crew der Baunummer 1 ("Pina") Fragmente (das Blech sieht aus wie Blätterteig) ihrer Püttinge und der dazugehörigen Schrauben/Muttern per Post zugeschickt.

Nur sehr ungern unterbrechen wir die angeregten Unterhaltungen, aber wir müssen mit unserem Programm beginnen, sonst wird es zu spät. Wir starten mit unserer mittlerweile obligatorischen Vorstellrunde, denn wir haben auch dieses Jahr einige Neuzugänge. Außerdem haben wir dieses Mal auch Gäste von der Fraktion der Bianca-27-Liebhaber, zu denen wir früher auch einmal gehörten.

Da die Zeit schon recht weit vorangeschritten ist, eröffnen wir nach der Vorstellrunde und vor dem ersten Vortrag das Kuchenbuffet, welches auch in diesem Jahr mit unglaublich leckeren Torten, Kuchen und Keksen bestückt ist. Sodann starten wir mit dem Vortrag von Peter Horn zum Thema „Wellendichtung - Stopfbuchse oder Gleitringdichtung?“. Anhand einer mit seinem Sohn hervorragend ausgearbeiteten Powerpoint-Präsentation räumt Peter alle Zweifel bei der Wahl der richtigen Dichtung beiseite. Es kann nur die eine geben: Die Stopfbuchse! Als Zuhörer merkt man sofort, dass Peter Horn auch in diesem Thema ein Experte ist. Als Maschinenbauingenieur a. D. hatte er beruflich mit Dichtungen dieser Art zu tun. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus weiß ich, dass dieses ein sehr komplexes Thema ist. Als Kontraindikation für Gleitringdichtungen benennt Peter Horn u. a. folgende Aspekte:

  • die Erschütterungen des flexibel gelagerten Motors
  • die im Wasser befindlichen Sedimente gefährden die Oberflächen der Dichtringe
  • die in der Freizeitschifferei üblichen, geringen Betriebsstunden - überwiegend nicht rotierend
  • Reparatur vor Ort kaum möglich.

Auch von dem Einsatz einer Lippendichtung (Simmerring) rät Peter ab, da die Welle im Bereich der Dichtung einläuft und zur Leckage führt.

Als nächstes berichten Kerstin und Jochen von ihrer, wie sie selber sagen "Baustelle", die sie sich vor gut einem Jahr angeschafft haben. Die beiden präsentieren uns mit eindrucksvollen Bildern, durch  welche Höhen und Tiefen sie bereits gegangen sind: Ob es die fast völlig wegkorrodierten Püttinge sind, oder der durch anärobe Korrosion durchlöcherte Dieseltank – den Beiden gebührt jeglicher Respekt für ihr Durchaltevermögen! Dankenswerterweise haben sie ein paar Stücke zum Anfassen mitgebracht: So z. B. die Überbleibsel der Püttingeisen, den Dieseltank aus V4A (!!) mit Lochfraß oder die im Bereich der Dichtung völlig eingelaufene Welle. Auch dieser Beitrag wird von uns Zuhörern mit großem Applaus gewürdigt.

Als nächstes wechseln wir die Technik und bauen vom modernen Beamer um, auf Super -8-Filmprojektor. Hans Kather zeigt uns u. a. Aufnahmen von seinem Törn nach Helgoland, den er vor ca. 30 Jahren mit einem damaligen Angestellten zusammen gemacht hat. Die Unternehmung war offensichtlich von viel Wind, großen Wellen und eisiger Kälte geprägt. Zur Belustigung der Zuschauer wurden anstatt der Schwimmweste lieber dicke Lederfäustlinge mit Fell getragen.

Ein ganz anderes Thema hat der darauf folgende Beitrag von Claus Peukert aus dem ostfriesischen Varel zum Inhalt. Er macht uns im wahrsten Sinne des Wortes Appetit darauf, Ostfriesland einmal mit unseren Schiffen anzulaufen. Mit spürbarer Begeisterung für seine Wahlheimat Ostfriesland entführt uns der gebürtige Hamburger in die Welt des ostfriesischen Tees und zeigt uns mit seiner sympathischen Art die Zubereitung dieses traditionsbehafteten Getränkes. Hierfür hat er extra Wasser aus seiner Region mitgebracht, da unser hiesiges Wasser zu hart ist, also zu viel Kalk enthält. Weder Kluntjes (Kandiszucker) noch flüssige Sahne dürfen bei der Zubereitung fehlen. Der Teelöffel ausschließlich zum Einlassen der flüssigen Sahne am Tassenrand – die Sahne wird keinesfalls damit umgerührt! Nach dem Verzehr und zum Zeichen, dass man keinen Nachschank mehr möchte, wird der Löffel in die Tasse gestellt. Im Anschluss an die Vorführung durften wir den soeben zubereiteten Tee aus extra dafür mitgebrachten ostfriesischen Teetassen verköstigen – ein Erlebnis!

Mittlerweile ist es schon Abend und Kay von Eitzen startet mit seinem Beitrag. Kay ist extra aus Flensburg angereist und hat sogar ein Modell eines Stahl-Delphins
mitgebracht; sehr im Interesse von Stefan Eller, der die Stahl-Delphin-Liebhaber unter seinen Fittichen hat (http://www.stahl-delphin.de/). Stefan hat seinen ca. 70 Jahre alten Delphin mit eigenen Händen zu einem echten Schmuckstück gemacht. Kay wiederum organisiert regelmäßige Treffen für die Bianca 27-Liebhaber (www.bianca27.net), die sowohl im Winter als auch im Sommer stattfinden. Da weitaus mehr Biancas (um die 600) als Delphine (um die 60) gebaut wurden, ist die Fangemeinde entsprechend größer, als die der Delphine.

In seinem  Vortrag geht Kay zunächst auf das Modell des Stahl-Delphins ein, dass er von einem guten Freund überlassen bekommen hat. Anschließend berichtet Kay, wie er zu seinem Schiff, der „Holnis“, gekommen ist. Kay, der zugleich 1. Vorsitzender des Flensburger Yacht Clubs ist, ist ein routinierter Redner und veranschaulicht uns anhand von faszinierenden Bildern, wie er mit eigenen Händen aus seiner „Holnis“ eine Perle der Flensburger Förde geschaffen hat.

Die Vortragenden haben sich viel Mühe bei der Vorbereitung ihrer Beträge gegeben und wesentlich zu diesem spannenden Erfahrungsaustausch in familiärer Atmosphäre beigetragen. Unser Dank gilt auch den vielen helfenden Händen beim "Rückbau" des Vereinsraumes. So macht es einfach Spaß! Wir bedanken uns bei Allen Beteiligten und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Nicole und Axel

("Hanna" - Baunummer 9)

 

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